Springprüfungen für Einsteiger

Wer gerne mit seinem Pferd springt möchte das auch einmal auf einem Turnier ausprobieren. Je nach Kenntnisstand und Ausbildung des Pferdes gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen. Hier erfahren Sie, was in  breitensportlichen Wettbewerben verlangt wird und welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, um daran teilzunehmen.

Viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg auf dem Turnier!

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Der kombinierte Reiterwettbewerb

Die wohl einfachste Prüfung, in der es Hindernisse zu überwinden gilt, ist der Kombinierte Reiterwettbewerb. Hier wird in einer Abteilung zunächst nach Anweisung der Richter dressurmäßig geritten.

Meistens werden Schritt und Trab in der Abteilung gefordert und jeder Reiter muss nach Aufforderung alleine galoppieren. Im Trab werden sowohl leichttraben als auch aussitzen gefordert.

Hat das alles problemlos geklappt, fordert der Richter die Reiter auf, einzeln über die zwei bis drei in der Bahn stehenden Hindernisse zu springen. Die Hindernisse sind dabei etwa 50 cm hoch. Manchmal sind auch ein paar Trabstangen aufgebaut, über die die Reiter ihr Pferd lenken sollen.

Bewertet werden bei dieser Prüfung Sitz und Einwirkung des Reiters. Die Richter wollen sehen, dass die Anforderungen korrekt erfüllt werden und die Hufschlagfiguren richtig geritten werden. Ob am Sprung eine Stange fällt ist für die Bewertung nicht wichtig.

Diese Prüfung wird in Abteilungen von meist 6-8 Pferden geritten. Gibt es mehr Nennungen für die Prüfung, werden die Reiter auf mehrere Abteilungen aufgeteilt, zum Beispiel nach dem Alter. Platziert wird immer innerhalb der Abteilung. Dazu sortiert der Richter die Reiter nach deren Leistung und nimmt direkt die Platzierung vor. Meistens gibt es eine Schleife für das Pferd und einen kleinen Sachpreis für den Reiter.

Reiterwettbewerbe sind meistens nur für Jugendliche ausgeschrieben. Um daran teilzunehmen ist kein Reitabzeichen notwendig. Wer das Kleine Reitabzeichen bereits geschafft hat kann aber trotzdem noch mitmachen.

Da es sich um einen breitensportlichen Wettbewerb handelt muss auch das Pferd oder Pony nicht bei der FN eingetragen sein.

Eine Mitgliedschaft in einem Reitverein ist nicht notwendig, aber aus versicherungstechnischen Gründen bei jedem Turnier zu empfehlen.

Der Springreiter-Wettbewerb

Der Springreiter Wettbewerb ist die nächst schwierigere Stufe nach dem Kombinierten Reiterwettbewerb. Hier werden schon ganze Parcours-Abschnitte verlangt. Meist sind das zwischen fünf und acht Hindernisse, die etwa 80 cm hoch sind. Hier kann auch schon einmal ein kleiner Oxer im Parcours stehen. Geritten wird fast immer einzeln.

Bewertet wird hier der Sitz des Reiters, ob er den Sprung richtig anreitet, ob er sein Pferd gut im Griff hat und ob er zum Beispiel einen falschen Galopp des Pferdes erkennt und korrigiert. Hindernisfehler spielen bei der Bewertung keine Rolle.

Nach dem Ritt vergeben die Richter eine Wertnote zwischen 0 und 10. Eine Wertnote über 6 ist dabei schon sehr gut. Platziert wird hier in der Regel das beste Viertel oder Drittel der Reiter.

Auch hier werden Schleifen verteilt und der Reiter erhält meist einen kleinen Sachpreis.

Springreiter Wettbewerbe sind in der Regel nur für Jugendliche  ausgeschrieben. Es handelt sich um einen breitensportlichen Wettbewerb.

Das heißt, der Reiter braucht kein Reitabzeichen und das Pferd muss auch nicht bei der FN eingetragen sein. Wer sein kleines Reitabzeichen schon bestanden hat, kann aber trotzdem noch mitmachen. Es ist ratsam Mitglied in einem Reitverein zu sein, aber nicht Pflicht.

Die Caprilli-Prüfung

Die Caprilli-Prüfung ist eine Sonderform unter den Springprüfungen, da hier eine Dressuraufgabe mit Sprüngen kombiniert ist. Die Prüfung hat ihren Namen von dem Italiener Caprilli, der auch den modernen Springsitz entwickelt hat. Ziel dieser Prüfung ist es, die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter zu überprüfen.

Die Caprilli-Prüfung besteht aus einer festgelegten Aufgabe, die meist schon mit der Ausschreibung mitgeliefert wird. Verlangt werden verschiedene Hufschlagfiguren in allen drei Gangarten sowie das Überwinden von Trabstangen und drei bis vier Hindernissen, die zwischen 60 und 80 cm hoch sind.

Die Aufgabe wird einzeln geritten und von den Richtern mit einer Wertnote bewertet. Eine Rolle bei der Bewertung spielen hier der Sitz und die Einwirkung des Reiters, wie korrekt die Hufschlagfiguren geritten wurden und ob die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter stimmt. Hindernisfehler werden nicht gewertet.

Auch hier wird das beste Viertel der Reiter platziert. Als Preis gibt es meist eine Schleife und einen kleinen Sachpreis.

Ausgeschrieben wird diese Prüfung meist als Breitensport Prüfung. Das heißt, weder Pferd noch Reiter müssen bei der FN angemeldet sein, die Mitgliedschaft in einem Reitverein ist sinnvoll, aber nicht vorgeschrieben.

Das E-Springen

Ab hier geht es mit einem richtigen Parcours los. Das heißt, Sie sollten Ihr Pferd im Galopp sicher beherrschen und am Sprung sicher sein, bevor Sie sich in ein E-Springen wagen.

Der Parcours besteht aus mindestens 6 Hindernissen in einer Höhe zwischen 80 cm und 1m. Die im Parcours vorkommenden Oxer dürfen maximal 1,30m weit sein. Der Parcours kann hier auch schon eine zweifache Kombination beinhalten. Wassergräben sind jedoch noch nicht erlaubt.

E-Springen sind meist als Stilspringen ausgeschrieben. Das heißt der Reiter erhält für seinen Ritt eine Grundnote zwischen 0 und 10 in die Sitz, Einwirkung und Wegführung einfließen. Von dieser Grundnote werden eventuelle Fehler abgezogen.

Pro geworfener Stange werden 0,5 Punkte abgezogen, für die erste Verweigerung werden 1,0 Punkte und für die zweite Verweigerung 2,0 Punkte abgezogen. Die dritte Verweigerung führt zum Ausschluss. Stützt das Pferd oder der Reiter werden 2,0 Punkte von der Grundnote abgezogen.

Platziert wird nach der Note, die am Schluss übrig bleibt. Auch hier wird etwa ein Viertel der Reiter Platziert. Wie in der Kategorie C üblich gibt es meist Schleifen und einen kleinen Sachpreis.

E-Springen finden sich immer wieder auf Breitensport Tunieren. Pferd und Reiter müssen dann nicht bei der FN angemeldet sein. Eine Vereinsmitgliedschaft ist ratsam aber nicht vorgeschrieben.

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