Springen: Einen Sprung richtig anreiten

Ob das Pferd einen Sprung fehlerfrei überwindet entscheidet sich meist schon beim Anreiten. Denn die Art, wie Sie Ihr Pferd vor den Sprung bringen, entscheidet darüber, mit wie viel Kraft und Aufwand das Pferd abspringen muss. Passt der Weg zum Hindernis gar nicht, kann es Ihnen auch passieren, dass Ihr Pferd den Dienst verweigert und vor dem Hindernis stehen bleibt.

Reiten Sie ein Hindernis immer in einem gleich bleibenden Rhythmus an. Es hat keinen Sinn vor dem Hindernis plötzlich schneller zu reiten oder zu bremsen. Das Pferd tut sich viel leichter, wenn es aus einem flüssigen Rhythmus heraus springen kann. Jagen Sie das Pferd vor dem Hindernis plötzlich los, muss es seine Beine erst wieder sortieren und kann sich nicht auf das Hindernis konzentrieren. Die Folge sind häufig Vorhandfehler, weil das Pferd die Beine nicht schnell genug hochbekommen hat.

Reiten Sie Hindernisse immer möglichst gerade an. Mindestens drei oder vier Galoppsprünge vor dem Hindernis sollte das Pferd geradegerichtet sein, damit es sich den Sprung genau anschauen kann. Reiten Sie einen Sprung schräg an, nimmt ihn das Pferd oft erst spät wahr und kann dann den Absprungpunkt nur schwer schätzen. Meist läuft das Pferd dann vorbei oder verweigert. Bei Oxern sollten Sie beachten, dass diese schnell sehr weit werden, wenn Sie schräg springen.

Schauen Sie schon in der Wendung vor dem Hindernis auf den Sprung. So verlagern Sie das Gewicht richtig und sehen, ob Sie den richtigen Weg reiten. Mit etwas Übung können Sie auch abschätzen, ob die Distanz zum Sprung passt. Der Absprungpunkt sollte etwa so weit vor dem Sprung liegen, wie der Sprung hoch ist. Als Faustformel gilt etwa 1,50 Meter vor dem Sprung. Stimmt die Distanz nicht, sollten Sie diese mit möglichst wenig Aufwand ausgleichen. Plötzliche Tempo-Änderungen sind eher negativ. Gerade bei niedrigen Hindernissen ist es in dem Fall besser, wenn der Absprungpunkt nicht ganz stimmt.

Halten Sie Spannung im Pferd. Vor dem Sprung sollten die Zügel anstehen und die Beine am Pferd sein. Das heißt nicht, dass Sie das Pferd mit viel Kraft zusammenziehen, sondern dass Sie die Bewegungen des Pferdes kontrollieren. So können Sie ein Zögern des Pferdes mit einem Schenkeldruck ausgleichen oder ein Losrennen sanft abfangen. Reiten Sie mit durchhängenden Zügeln und ohne zu treiben auf ein Hindernis zu, ist das Pferd meist unaufmerksam und kann stolpern oder dem Hindernis einfach ausweichen.

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Letzte Aktualisierung am 18.01.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API