354 Tipps rss | 28 Nutzer online

Verletzungen richtig kühlen

Wer mit Pferden zu tun hat kennt das: Das Pferd hat sich angeschlagen oder hat eine Phlegmone. Das Bein ist heiß und dick. In diesem Fall hilft Kühlen am besten.

Dabei ist es wichtig, richtig zu kühlen, da sonst mehr kaputt geht, als die Maßnahme hilft.

Es gibt mehrere Varianten eine solche Verletzung oder Entzündung zu kühlen. Neben dem klassischen Wasser können dabei auch Kühlegel und Coolpacks zum Einsatz kommen.

Die Coolpacks sind kleine Gelkissen, die normalerweise im Gefrierschrank gelagert werden. Werden Sie gebraucht, nimmt man sie heraus und legt sie auf die betroffene Stelle. Dort kühlen sie dann relativ lange.

Allerdings sind die Coolpacks so kalt, dass sie zu Erfrierungen führen können. Daher sollten Sie nie direkt auf die Haut gelegt werden. Besser ist es eine dünne Bandagierunterlage mit kaltem Wasser nass zu machen und sie um das betroffene Bein zu wickeln. Darauf legen Sie dann die Coolpacks und wickeln das Ganze mit einer Bandage fest. Diese Konstruktion hält das Bein etwa 1-2 Stunden kühl. Die Coolpacks sind praktischerweise mehrfachverwendbar.

Coolpacks haben den Nachteil, dass man Sie im Gefrierschrank aufbewahren muss. Viele Ställe haben aber kein solches Gerät und beim Transport im Auto werden die Gelkissen meistens warm. Es gibt auch Coolpacks, bei denen durch eine chemische Reaktion Kälte entsteht, sobald man eine Kapsel im Inneren zerdrückt. Diese Kissen sind allerdings nur einmal verwendbar und relativ teuer.

Eine immer verfügbare, schnelle Variante sind Kühlgels. Sie enthalten ätherische Öle und Alkohole, die beim Kontakt mit der Haut verdunsten und so kühlen. Dieser Kühleffekt ist nicht so stark wie bei den Coolpacks und hält auch nicht so lange an. Dafür lassen sich die Kühlgels an fast jeder Stelle des Körpers auftragen.

Aber Achtung: Nicht jedes Kühlgel eignet sich zum Kühlen von Verletzungen. Viele Kühlgels wurden entwickelt, um die Beine des Pferdes nach einer starken Belastung zu Kühlen. Diese Präparate enthalten neben den Kühlenden Wirkstoffen häufig auch noch durchblutungsfördernde Bestandteile wie Arnika oder Fichtennadelöl.

Diese Gels sind dann nicht für Verletzungen geeignet, da man hier ja gerade die Durchblutung verringern will.

Mehr zu Kühlgels finden Sie im folgenden Tipp:

Eine natürliche Alternative sind Tonerde Produkte. Diese Pasten enthalten sehr viel Wasser und lassen sich ebenfalls leicht auf die Haut auftragen. Das verdunstende Wasser kühlt ebenfalls. Die Tonerde ist außerdem hautverträglicher als die Kühlgels. Denn viele Pferde vertagen Kühlgel nicht, wenn es über einen längeren Zeitraum angewendet wird. Sie verlieren dann die Haare an der behandelten Stelle und reagieren mit Hautreizungen.

Die einfachste und mit die beste Methode zum Kühlen ist aber immer noch Wasser. Wichtig ist hierbei, dass lang genug gekühlt wird. Mindestens 10 Minuten, sollten es schon sein.

Um Beine zu kühlen ist die einfachste und umweltverträglichste Methode ein Bach oder eine Pferdeschwämme. In diese fließenden Gewässer kann man das Pferd einfach hineinstellen. So werden die Beine automatisch und sehr effektiv gekühlt.

Wer diesen Luxus nicht hat, muss einen Schlauch verwenden. Dabei muss das Wasser nicht voll aufgedreht werden, es reicht, wenn ein dünner Wasserfilm über die betroffene Stelle strömt. So sparen Sie eine Menge Wasser.

Soll ein Bein relativ weit unten gekühlt werden und das Pferd ist ruhig, können Sie den betroffenen Fuß auch einfach in einen Eimer mit kaltem Wasser stellen. Damit das Wasser nicht zu warm wird, sollten Sie es regelmäßig mit frischem kaltem Wasser austauschen. Dazu stecken Sie einfach den Schlauch in den Eimer und drehen ihn auf.

Eine weitere allerdings bei weitem nicht so effektive Methode ist ein feuchter Wickel. Dabei machen Sie eine möglichst saugfähige Bandagierunterlage nass und wickeln Sie mit einer Bandage so fest, dass oben ein Teil der Unterlage herausschaut. in den so entstandenen Trichter können Sie dann immer wieder kaltes Wasser gießen, das sich dann in der Bandagierunterlage verteilt.

Egal wie Sie kühlen, Sie sollten es regelmäßig tun. Am besten drei bis vier Mal täglich. Sie können auch verschiedene Methoden kombinieren und so den Effekt verstärken. Kühlen Sie das Bein zum Beispiel zuerst mit Wasser und packen Sie anschließend Coolpacks drauf. So ist das Bein schon kalt und wärmt die Coolpacks nicht so schnell auf. Kühlgel sollten Sie aber nie unter Bandagen verwenden. Erstens kann es da nicht funktionieren und zweitens können die scharfen Inhaltsstoffe die Haut schädigen, wenn Sie nicht verdunsten können.

Mehr zum Thema



Aktualisiert am: 31.10.2005

Ihr Kommentar:


Name:



Hinweis

Copyright © tipps-zum-pferd.de 1999-2012   | Tippscout 5.0