Bei Wunden und Mauke: Kurzes Fell erleichtert die Behandlung

Gerade an den Beinen verschwinden Verletzungen und Infektionen wie Mauke oft unter dem langen Fell, das man hier Behang nennt. Bei der Behandlung bergen die langen Haare die Gefahr, das man überhaupt nicht richtig an die Wunden herankommt. Das meiste von der Salbe und den Medikamenten bleibt im Fell hängen. Zusätzlich kann sich in den Haaren noch viel Schmutz festsetzen. 

Ganz besonders trifft das bei Mauke zu. Mauke ist eine hartnäckige Erkrankung, die gerade bei Pferden mit viel Behang an den Beinen häufig ist. (Mehr dazu unter Mauke: Kleine Wunden mit oft unangenehmer Wirkung)

Die Infektionen der Haut, die die Mauke verursachen sind oft langwierig und nur mit viel Waschen und eincremen zu behandeln. Dabei ist es wichtig, direkt an die Haut heranzukommen. Denn in den Haaren bringen das Shampoo und die Salbe kaum etwas.

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Die Lösung: Haare ab

Für die Behandlung von Wunden und Mauke hat es sich bewährt, die Fesselbeuge und die Rückseite der Fessel an den betroffenen Beinen zu scheren. Dadurch wird das Fell so kurz, dass Sie die Wunden gezielt behandeln können. Mit dem kurzen Fell kommt auch mehr Luft an die Wunden, was die dort angesiedelten Bakterien bei Mauke nicht mögen.

Das Waschen wird ebenfalls einfacher, weil Sie mit den Shampoos direkt an die Haut kommen und das Fell schneller wieder trocknet.

Ein Friese mit geschorenem Behang
Ein Friese mit geschorenem Behang

Wie wird das Fell kurz?

Zum Scheren der Beine eignet sich am besten eine kleine Akku-Handschermaschine. Die werden auch oft als Hundeschermaschinen verkauft. Ist das Pferd schon sehr empfindlich an dem Bein, muss es zum Scheren eventuell vom Tierarzt sediert werden.

Eine Alternative, die jedoch recht langwierig ist, ist es, den Behang mit einer Schere zu stutzen. Das kann sich auch bei Verletzungen andieten, weil es einach sanfter zur Haut ist. Die Schere, die Sie dafür verwenden, sollte eine stumpfe Spitze haben, damit sich das Pferd auch beim zappeln nicht verletzen kann.

Fangen Sie dabei von oben an und schneiden Sie das Fell vorsichtig lagenweise ab. Sie können bei sehr dichtem Behang auch in mehreren Schritten vorgehen. Schneiden Sie zunächst die langen Haare auf 3-4 cm herunter und kürzen Sie anschließend Schicht für Schicht bis kurz über die Haut. Da diese Prozedur dauert, sollten Sie sich einen Helfer suchen. Einer hält das Pferdebein, der andere schnippelt. Dabei tauschen Sie in regelmäßigen Abständen, um Finger und Rücken zu entlasten. Bei ganz braven Pferden kann man das Bein auch auf einem stilen Hocker ablegen.

Aber das geht doch nicht!

Genau diese Aussage werden Sie oft hören, wenn Sie sich dazu entschließen, den Behang zu kürzen. Gerade bei Friesen und Kaltblütern ist es ein ungewohntes Bild, wenn das Fell an den Fesseln kurz ist.  Denn hier gehört der üppige Behang zu den rassetypischen Merkmalen und wird von den Besitzern meist aufwendig gepflegt.

Im Normalfall hat der Behang ja auch seinen Zweck und schützt die empfindlichen Fesseln vor Verletzungen und Feuchtigkeit. Aber genau diese Funktion stört ja bei Mauke und Verletzungen. Daher ist es für das Pferd und den Besitzer oft deutich angenehmer, wenn das Pferd mal ein paar Wochen unten ohne geht.

Der Behang wächst wie das andere Langhaar des Pferdes auch relativ schnell wieder nach. Je nach Länge des Behangs ist der in 2-6 Monaten nachgewachsen.

Mein Kommentar

Für mich gilt meistens Zweckmäßigkeit vor Schönheit. Das heißt: Muss ich die Fesselbeugen behandeln, will ich auch dran kommen, also muss das Fell weg. Die verlorene Schutzwirkung des Behangs hat dabei bisher nie Probleme gemacht. Bei der Bekannten, deren Friese auf dem Bild zu sehen ist, war die Kurzhaarfrisur die einzige Möglichkeit die immer wiederkehrende Mauke in den Griff zu bekommen. Da immer wieder offnene Stellen auftauchten, sobald der Behang länger wurde, hat der Friese hinten einfach dauerhaft einen modischen Kurzhaarschnitt getragen.

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