Reitstall: Den richtigen Stall finden

Wer ein eigenes Pferd hat, braucht meist auch noch die passende Unterkunft für seinen Vierbeiner. Die wenigsten haben die Möglichkeit und den Elan Ihr Pferd am Haus zu halten, deswegen muss in den meisten Fällen ein Pensionsstall gefunden werden. Dieser Text soll Ihnen dabei helfen den richtigen Stall für Sie und Ihr Pferd zu finden.

Wie weit darf der Stall entfernt sein?

Der Weg zum Pferd sollte nicht zu weit sein, da sonst kaum noch Zeit für das Pferd übrig bleibt.

Jugendliche sollten den Stall idealer weise mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können, um nicht vom Fahrdienst der Eltern abhängig zu sein. Das führt nämlich oft zu Streitereien.

Wer schon motorisiert ist, hat es leichter bei der Stallsuche. Aber auch hier sollte der Stall gut zu erreichen sein. Länger als eine halbe Stunde sollte die Fahrt in eine Richtung nicht dauern.

Halle oder nicht?

Wer Turniere reiten will, sollte auf jeden Fall einen Stall mit Reithalle auswählen. Wer Dressur reitet, sollte darauf achten, das die Halle mindestens Turniermaß, also 20x40m, hat. Nur so lassen sich die Dressuraufgaben ernsthaft üben.

Wer Springen will, sollte darauf achten, dass ausreichend Hindernismaterial vorhanden ist. Die Ständer und Stangen sollten mindestens für fünf Hindernisse reichen.

Reiten Sie Ihr Pferd auch im Winter regelmäßig, ist eine Halle bequemer. Gehen Sie hauptsächlich ins Gelände und das Pferd bekommt bei schlechtem Wetter frei, können Sie auf eine Halle verzichten.

Wie sieht es mit Reitunterricht aus?

Reitställe die auch Reitunterricht auf Schulpferden anbieten, haben meist einen eigenen Reitlehrer. Da dieser das Sagen auf dem Hof hat ist es meist untersagt bei anderen Reitlehrern Unterricht zu nehmen.

Passt der Reitlehrer zum eigenen Stil und zu den Anforderungen an den Unterricht hat dieses Arrangement den Vorteil, dass der Reitlehrer fast immer da ist und auch einmal spontan helfen kann.

Ist kein Reitlehrer auf dem Hof sollten Sie sich erkundigen, ob regelmäßig jemand kommt der Unterricht erteilt oder ob Sie ihren eigenen mobilen Reitlehrer mitbringen dürfen. Auf jeden Fall sollten Sie diesen Punkt klären bevor Sie und Ihr Pferd einziehen, wenn Sie Wert auf Unterricht legen.

Die unterschiedlichen Ansichten der Reitlehrer und Hofbetreiber sorgen oft für böses Blut. Fragen Sie also nach wie der Unterricht geregelt ist. In manchen Ställen müssen Reitstunden vorher mit dem Hofbetreiber abgeklärt werden oder der Stallbetreiber verlangt einen kleinen Betrag pro Reitstunde in seiner Halle, wenn diese von einem fremden Reitlehrer gehalten wird.

Wie sollte der Hof aussehen

Wenn Sie auf der Suche nach einem Stall sind, schauen Sie sich den Hof und die dort eingestellten Pferde genau an.

Ist die Anlage gepflegt?

Liegen Unrat und Müll herum? Ist der Stall sauber? Sind die Wege eine reine Schlammschlacht? Eine ungepflegte und dreckige Anlage spricht für einen gleichgültigen Betreiber. Dieselbe Einstellung wird er auch Ihrem Pferd gegenüber haben.

Sind die Koppeln ordentlich eingezäunt, nicht zu schlammig oder mit Unkraut überwuchert? Sind die Koppeln mit Stacheldraht eingezäunt, sollten Sie diesen Stall von Ihrer Liste streichen, da hier wenig Pferdeverstand herrscht und die Verletzungsgefahr viel zu groß ist.

Riecht es im Stall nach Mist und Ammoniak? Wenn Ja spricht das nicht unbedingt für saubere Boxen. Wie die Boxen aussehen sollten lesen Sie im folgenden Tipp:

Sind die Pferde in den Boxen und auf den Weiden gut genährt und haben glänzendes Fell? Wenn Ja spricht das für den Stall. Viele ungepflegte oder verletzte Pferde sprechen gegen die Anlage.

Werden Reithalle und Plätze regelmäßig gepflegt und abgeschleppt. Wenn nicht wird der Boden schnell schlecht und Ihr Pferd kann sich leicht verletzen.

Achten Sie darauf, ob Sie freundlich empfangen werden. Sind die zukünftigen Stallkollegen freundlich und hilfsbereit ist das schon einmal positiv.

Wenn Sie Wert auf eine gute Stallgemeinschaft legen, ist eine Reiterklause oder ein Stübchen von Vorteil. Ein volles schwarzes Brett spricht ebenfalls für ein reges Stallleben.

Lassen Sie sich nicht durch eine schöne neue Anlage blenden. Oft geht es den Pferden in einer gut geführten älteren Anlage besser als in einem neuen Stall in dem noch nichts klappt. Bei der Stallauswahl sollten Sie auf Ihr Gefühl hören. Ist Ihnen eine Anlage unsympathisch, sollten Sie sich für einen anderen Stall entscheiden.

Meist ist es sinnvoller etwas weiter zu fahren, wenn sich Ihr Pferd und Sie in dem Stall wohler fühlen. Denn Sie müssen Ihr Pferd meist 22 Stunden am Tag dem Stallbetreiber anvertrauen können. Fühlen Sie sich dabei unsicher oder die Atmosphäre auf dem Hof stimmt nicht, vergeht Ihnen schnell der Spaß am Reiten.

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Letzte Aktualisierung am 19.01.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API