Pferd im Hänger: Pferde richtig verladen, so klappt der Transport

Viele Pferde steigen nicht gerne in den Pferdehänger ein, besonders, wenn sie nur selten transportiert werden. Im Notfall ist es aber wichtig, dass ein Pferd sich problemlos verladen lässt, damit es zum Beispiel bei einer Kolik schnell in die Klinik gefahren werden kann. Daher sollte das Verladen regelmäßig geübt werden.

Hier einige Tipps, wie das Verladen leichter fällt.

Erste Regel: Ruhig bleiben

Je mehr Aufregung rund um das Pferd herscht, desto mehr regt sich auch das Pferd auf. Und dann steigt es erst recht nicht ein.

Also: Nicht mehr als 2, maximal 3 Personen sind am Hänger.

Zweite Regel: Vertrauen haben

Wenn der Pferdeführer fest davon überzeugt ist, dass sein Pferd ihm problemlos in den Hänger folgt, flößt er seinem Pferd Vertrauen ein. Das wirkt oft Wunder.

Offener Pferdehänger - (Foto: Martin Goldmann)
Offener Pferdehänger – (Foto: Martin Goldmann)

Dritte Regel: Zuckerbrot statt Peitsche

Es ist wichtig, das Pferd nach jedem Verladen ausgibig zu loben und mit etwas Futter zu belohnen. Dardurch wird der Hänger für das Pferd zu einem angenehmen Ort. Wenn man das Pferd mit Gewalt und Prügeln in den Hänger zwingt, wird es sich beim nächsten mal nur noch mehr wehren, da es schon auf die Prügel wartet.

Vierte Regel: Ruhig und langsam fahren

Wichtig ist, mit dem Pferd im Hänger ruhig und sehr langsam zu fahren, besonders in den Kurven. Das Pferd sieht die Kurven nicht und muss überraschend auf engem Raum die Schwankungen des Hängers ausbalancieren. Das ist ein bisschen wie Acherbahn fahren mit geschlossenen Augen. Also bitte: Langsam um Kurven fahren, Schlaglöchern rechtzeitig ausweichen und sanft bremsen und beschleunigen.

Die Hängertür öffnen bringt Licht

Gerade wer sein Pferd nur selten transportiert, hat oft Probleme mit dem Verladen in den Pferdehänger. Oft liegt das auch an kleinen Fehlern, die es dem Pferd schwer machen, in den unbekannten Hänger einzusteigen.

Öffnen Sie zum Beispiel immer die vordere Tür des Hängers. So kann Licht in den Hänger fallen. Ist der Hänger heller und freundlicher, wirkt er nicht mehr wie eine dunkle, bedrohliche Höhle. Viele Pferde steigen dann lieber ein.

Hat der Hänger eine Innenbeleuchtung, schalten Sie das Licht am Zugfahrzeug ein. Damit aktivieren Sie auch die Innenbeleuchtung des Hängers. Das ist besonders dann wichtig, wenn Sie bei Dunkelheit verladen. Das Pferd kann so den Untergrund besser beurteilen und verliert einen Teil seiner Unsicherheit.

Richtige Ausrüstung für den Transport

Besonders bei Pferden, die selten transportiert werden, sollten Sie die Beine schützen. Am Wichtigsten sind dabei die Fessel- und Karpalgelenke, sowie der Kronrand. Wenn Sie Transportgamaschen kaufen, achten Sie darauf, dass diese Bereiche sicher eingepackt sind. Die Gamaschen sollten schön fest sein und innen weich gepolstert.

Wer sich keine extra Transportgamaschen kaufen will, kann das Pferd auch an allen vier Beinen mit dicken Bandagierunterlagen und Wollbandagen einbandagieren. Die Unterlagen sollten dann aber so groß sein, dass unten und oben noch ein Stück übersteht und Karpalgelenk und Kronrand schützen. Zusätzlich empfehlen sich Sprungglocken.

Bei kühlem Wetter sollten Sie dem Pferd eine Decke auflegen, da viele Pferde auf dem Hänger vor Aufregung schwitzen und anschließend frieren.

Hier noch ein paar Tipps für die Härtefälle

  • Wenn möglich den Hänger möglichst nahe parallel zu einer Wand parken, so kann das Pferd nur zu einer Seite ausweichen.
  • Gerade auf den Hänger zu gehen.
  • Die freien Seiten mit einer am Hänger festgebundenen Longe abgrenzen, die ein Helfer hält. Ist das Pferd im Breich der Longe, diese hinter dem Pferd herumführen, so dass es auch nach hinten eine Grenze spürt. Eventuell kann man auch sanft an der Longe ziehen, um das Pferd zum Gehen aufzufordern.
  • Das Licht des Zugfahrzeugs anschalten, damit auch die Innenbeleuchtung des Hängers brennt. Der Hänger wirkt dann nicht so beängstigend auf das Pferd.
  • Das Pferd mit einer Karotte locken, dabei aber nicht anschauen.
  • Hat der Hänger hinten eine Plane diese ganz hochschlagen und eventuell auf das Dachlegen, so dass das Pferd nicht mit den Ohren daranstoßen kann. Viele Pferde geraten dabei nähmlich in Panik.
  • Ein erfahrenes Pferd zuerst verladen, um dem zweiten Pferd die Angst zu nehmen.
  • Die Rampe muss sicher aufliegen und darf nicht Wackeln.
  • Eventuell ist es möglich den Hänger so an eine Steigung zu parken, dass die Rampe nicht so steil ist.
  • Ruhe bewahren und stur bleiben. Die meisten Pferde sind nicht sehr geduldig und kommen irgendwann mit wenn man stur am Strick zieht und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Fohlen sicher transportieren

Sollen Fohlen in einem Pferdehänger transportiert werden, gibt es einige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

Transportieren Sie Stute und Fohlen gemeinsam, verwenden Sie am besten einen 1 ½ oder 2 Pferdehänger ohne Mittelwand. Die Mittelwand ist gefährlich, da die Stute dann kaum Platz hat sich zu bewegen und das Fohlen versehentlich einklemmen kann.

Ist das Fohlen das Transportieren nicht gewöhnt, sollten Sie es auf keinen Fall im Hänger anbinden. Wenn es in Panik gerät könnte es sich sonst selber erdrosseln.

Schließen Sie hinten die Klappe und das Rollo oder die obere Klappe darüber. Fohlen sind so gelenkig, das sie ansonsten über die Rückwand springen könnten. Wer häufig Fohlen transportiert, kann sich auch ein spezielles Fohlengitter für die Heckklappe kaufen.

Falls sich die vordere Ausstiegsluke von innen öffnen lässt, sollten Sie sie absperren. Fohlen sind neugierig und nagen vieles an. So könnte das Fohlen die Tür versehentlich öffnen.

Fahren Sie besonders vorsichtig, da Fohlen noch nicht so stabil auf Ihren Beinen stehen wie erwachsene Pferde. Also sanft bremsen und anfahren und besonders langsam um die Kurven fahren.

Mehr zum Thema erfahren Sie unter: Fohlen im Pferdehänger transportieren

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