Reiterlexikon: Der Hufschlag

Der Begriff Hufschlag ist zweideutig. Zum Einen ist damit das Hufgeräusch eines Pferdes zum Anderen ein bestimmter Bereich der Reitbahn. Wir erklären Euch, was es mit beiden Varianten auf sich hat.

Das Geräusch

Den Hufschlag beurteilt man vor allem auf hartem Boden. Das Hufgeräusch hilft zum Beispiel dabei, Fehlstellungen und Lahmheiten zu erkennen. Klingt das Aufsetzten eines Beines anders als der Rest, deutet das auf ein Problem hin.

Ein fehlendes Eisen fällt zum Beispiel durch ein dumpfes Hufgeräusch auf. Klappert es hohl, ist meistens ein Eisen locker.

Ein falsches Aufsetzen des Hufes kann sich zum Beispiel durch ein zweigeteiltes Klappern äußern. Ein kaum merkliches Schonen, weil das Bein irgendwie zwickt, resultiert in einem leiseren Hufschlag. Es lohnt sich also zu lauschen, wenn man das Pferd über die Stallgasse führt.

Spuren im Sand

Häufiger findet man den Begriff Hufschlag im Zusammenhang mit dem Dressurreiten. Hier wird auf Hufschlägen und in Hufschlagfiguren geritten. Als Hufschlag bezeichnet man dabei die Spur in der das Pferd läuft.

Bei der Ganzen Bahn und auch auf dem Zirkel werden diese Hufschläge von Außen nach Innen durchnummeriert. Ein Hufschlag ist dabei etwa 1,5m breit, also so breit, dass ein Pferd mit Reiter gut durchpasst. Wer auf dem 2. Hufschlag reitet, lässt also 1,5 m Platz zur Bande, wer auf dem dritten Hufschlag reitet hält 3 m Abstand.

Der 1., 2. und 3. Hufschlag - (Foto: FGoldmann)
Der 1., 2. und 3. Hufschlag – (Foto: FGoldmann)

Wichtig sind diese weiter innen gelegenen Hufschläge vor allem im Bezug auf die Bahnregeln. Die Äußeren Hufschläge sind für die schnelleren Reiter reserviert. Wer Schritt reitet tut dies auf dem 2. oder 3. Hufschlag, um andere nicht auszubremsen. Weicht ein Reiter einem entgegenkommenden Reiter aus, tut er dies auf den 2. Hufschlag. Auch Halten und Rückwärtsrichten sollte man nicht auf dem 1. Hufschlag üben, wenn noch andere in der Bahn reiten.

Der 2. Hufschlag wird auch als Überprüfung der Rittigkeit genutzt. Funktioniert das Geradeausreiten und Abwenden auch ohne die Begrenzung der Bande? Wenn nicht, ist das Pferd nicht ausreichend mit den äußeren Hilfen begrenzt. Dann sollte man das üben.

Wird in einer Halle oder auf einem Platz sehr häufig derselbe Weg geritten, ist dieser als Rille im Boden erkennbar. Meistens ist das der 1.Hufschlag auf der ganzen Bahn. Wer also den Hufschlag recht oder schaufelt, gleicht diese Rille aus, indem er den durch die Pferdehufe nach außen und innen geworfenen Sand wieder zurückbefördert. Das ist wichtig, damit die Pferde eine ebene Fläche zum laufen haben und keine Berg-und-Tal-Bahn.

Übrigens: Fügt man zwei Buchstaben ein und macht Hufbeschlag daraus, ist wieder etwas ganz Anderes gemeint. Als Hufbeschlag bezeichnet man das Bearbeiten der Hufe und das Aufnageln von Hufeisen. 

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