354 Tipps rss | 26 Nutzer online

So putzen Sie ein Pferd

Ein Pferd sollte täglich gründlich geputzt werden. Das dient nicht nur dazu Schmutz und Staub aus dem Fell zu entfernen, sondern festigt auch die Bindung zum Pferd. Das Putzen ist für das Pferd eine angenehme Massage und hat einen ähnlichen Stellenwert, wie das gegenseitige Kraulen in der Herde.

Beim Putzen fallen außerdem Verletzungen, Schwellungen und kleinere Blessuren auf. So können die Verletzungen rechtzeitig behandelt werden. Auch Veränderungen am Fell und den Hufen bemerken Sie so. Sie können ein Hinweis auf Krankheiten und Unarten wie Scharren oder Scheuern sein.

Das Putzzeug

Die Grundausstattung zum Putzen eines Pferdes besteht aus:

  • einer Kadätsche (weiche Bürste)
  • einer Wurzelbürste (harte Bürste)
  • einem Striegel
  • einem Hufauskratzer
  • zwei Schwämmen oder feuchten Tüchern
  • einem weichen Lappen

Wo putzen?

Zum Putzen sollte das Pferd mit einem Halfter und einem Anbindestrick am Putzplatz oder vor der Box angebunden werden. Ideal ist ein fester Untergrund, der sich nach dem Putzen gut fegen lässt.

In der Box putzen ist ungünstig, da der ganze Dreck sonst auf das Heu und die Einstreu fallen würde. Das Pferd würde dann eventuell seine eigenen Haare mitfressen, was ungesund ist.

Wichtig ist, das das Pferd beim Putzen ruhig stehen kann und nicht von anderen Pferden gezwickt wird.

Das Fell reinigen

Um das Fell an Hals und Körper des Pferdes zu reinigen ist der Streigel das richtige Instument. Fangen Sie an, indem SIe den Striegel in die Kopfwärtige Hand nehmen und das Fell vom Genick abwärts mit festen Kreisen aufrauen. Zwischen durch sollten Sie den Striegel immer mal wieder am Boden auskolpfen und den Dreck und Staub daraus zu entfernen. 

Sind Sie mit der Schulter des Pferdes fertig wechseln Sie den Striegel in die hintere Hand und rauen das Fell auch am restlichen Körper auf. So können Sie immer bequem neben dem Pferd stehen und laufen keine Gefahr getreten zu werden. Striegeln Sie auf diese Weise beide Seiten des Pferdes auf.

Das Striegeln ist gleichzeitig eine Massage für das Pferd. Wie fest Sie dabei aufdrücken hängt vom Pferd und verwendeten Striegel ab. Mit einem Gummistriegel können Sie fester zudrücken als mit einem aud Plastik oder Metall. Das Pferd wird Ihnen schon zeigen was es mag. An stellen wo nur eine dünne Hautschicht die Konchen Überspannt dürfen Sie nur ganz sanft aufdrücken, sonst würden Sie dem Pferd wehtun.

Die Beine putzen

Die Beine dürfen nicht mit dem Striegel bearbeitet werden, da das für das Pferd unangenehm wäre. Stattdessen kommt hier die Wurzelbürste zum Einsatz.

Mit dieser harten Bürste die Beine von innen und außen kräftig abbürsten und alle Verklebungen entfernen. Besonders wichtig sind dabei die Fesselbeugen. Zum Reinigen dieser empfindlichen Stellen eventuell das entsprechende Bein des Pferdes anheben.

Bei den Hinterbeinen die Hacke nicht vergessen. Sie ist oft mit Dreck verklebt. Reinigen Sie so alle vier Beine des Pferdes.

Für Glanz sorgen

Nach dem nun der grobe Dreck auf dem Fell des Pferdes entfernt ist, wird nun der Staub entfernt und das Fell zum glänzen gebracht. Dafür brauchen Sie die Kadätsche (weiche Bürste) und den Striegel.

Sie fangen Wieder am Genick an. Nehmen Sie die Kadätsche in die Kopfwärtige Hnd und den Striegel in die hintere Hand. Bürsten Sie nun mit einem leichten Druck in Wuchsrichtung über das Fell.

Wichtig ist, dasss Sie die Bürste am ende vom Strich mit einer Drehung aus dem Ahndgelenk vom Fell abheben. So befördern Sie den Staub aus dem Fell. Nach jedem Strich streifen Sie die Bürste am Striegel ab. Den Striegel müssen Sie wieder ab und zu ausklopfen.

glätten Sie so das Fell an Hals Schulter und Vorderbein. Danach wechseln Sie die Bürste in die hintere Hand und den Striegel in die kopfwärtige Hand. Bringen Sie nun den Rumpf und die Hinterbeine des Pferdes zum glänzen und wechseln dann auf die andere Seite.

Den Kopf putzen

Zum Putzen des Kopfes lösen Sie als erstes das Halfter und hängen es dem Pferd um den Hals. So kann das Pferd nicht abhauen und das Halfter stört nicht beim putzen.

Reinigen Sie als erstens das Fell am Kopf vorsichtig mit der Kadätsche. Achten Sie dabei auf die Wuchsrichtung des Fells. Die ändert sich besonders auf der Stirn häufig. Besonders wichtig, sind hier die Bereiche, wo später das Zaumzeug liegt. Hier treten oft Verklebungen auf.

Das Waschprogramm

Um die Empfindlichen Sinnesorgane am Pferdekopf zu pflegen, nehmen Sie einen feuchten Schwamm und reinigen zuerst die Augen und dann die Nüstern. Statt einem Schwamm können Sie auch ein Lotiontuch für Babys verwenden und es anschließend entsorgen.

Etwa einmal Pro Woche, sollten Sie mit dem zweiten Schwamm  After und Euter oder Schlauch reinigen.

Sie sollten die Schwämme so wählen, dass Sie sie nicht verwechseln. Sie sollten immer denselben Schwamm für die Augen verwenden. Verwechslungen könnten zu Infektionen führen.

Anschließend legen Sie das Halfter wieder richtig an.

Die Hufe auskratzen

Jetzt werden noch die Hufe gereinigt. Dazu heben Sie den Huf des Pferdes anfahren mit dem Hufauskratzer durch die Strahlfurchen. Dabei fällt schon der meiste Dreck aus dem Huf. Ist noch Dreck übrig entfernen Sie diesen.

Seien Sie vorsichtig am Strahl selbst. Hier ist das Horn weich und mit Nerven versorgt. Diesen Bereich sollten Sie nur ganz vorsichtig mit dem Hufauskratzer bearbeiten. Der Rest des Hufes ist relativ unempfindlich.

Es ist wichtig, dass Sie allen Dreck aus den Strahlfurchen entfernen, da der sonst anfängt zu faulen.

Ist der grobe Dreck entfernt, bürsten Sie den Huf entweder mit der Bürste am Hufauskratzer oder der Wurzelbürste aus.

Hat das Pferd Hufeisen, kontrollieren Sie beim Hufauskratzen, ob die Eisen noch fest sitzen und sich kein Steinchen darunter verklemmt hat.

Mähne und Schweif pflegen

Jetzt fehlt nur noch das Langhaar. Ist die Mähne kurz, reicht es, sie mit der Wurzelbürste oder einer Haarbürste durchzukämmen.

Ist die Mähne lang, sollten Sie sie verlesen oder mit Schweifspray einsprühen und dann bürsten. Es reicht, die Mähne ein bis zweimal pro Woche einzusprühen. Das Spray macht die Mähne glatt und erleichtert so das Bürsten.

Das gleiche gilt für den Schweif. Auch hier gilt: entweder verlesen oder Schweifspray und bürsten.

Zum Verlesen nehmen Sie den ganzen Schweif in die Hand und ziehen jeweils zwei bis drei Haare aus diesem Bündel heraus. So trennen Sie die Haare voneinander, ohne sie auszureißen. Diese Prozedur erfordert etwas Geduld, führt aber zu einem lockeren, ordentlichen Schweif.

Die Alternative sind Schweifspray und Bürste. Auch hier reicht es, den Schweif ein bis zwei Mal pro Woche einzusprühen. Beim Brüsten gehen Sie von unten nach oben vor, das schont die Haare. Wickeln Sie den Schweif um Ihre Hand und Bürsten Sie zuerst die Spitzen. Sind die getrennt lassen Sie den Schweif los und bürsten Ihn von oben nach unten durch. So reißen Sie weniger Haare aus.

Der Feinschliff

Zum Abschluss des Putzens nehmen Sie den Lappen und wischen damit das ganze Pferd noch einmal mit dem Strich ab. So entfernen Sie Staub und lose Haare, die sich beim Putzen wieder auf das Fell gelegt haben.

Nach dieser Prozedur ist das Pferd sauber und hat keine Dreckkrusten mehr im Felldie beim Reiten scheuern könnten. Rechnen Sie für das tägliche Putzen des Pferdes 15 bis 20 Minuten ein.

Sie sollten beim Putzen nicht huddeln sonder die gemeinsame Zeit mit dem Pferd genießen. Ihr Pferd wird es Ihnen danken und die Prozedur vertrauensvoll genießen.

Mehr zum Thema



Aktualisiert am: 24.06.2011

Ihr Kommentar:


Name:


Kommentare 0 bis 5 von 14 Kommentaren   |< < >> >|

Super! Hat funktioniert!Und mein pferd hat mehr vertrauen zu mir
gewonnen als es sonst noch hatte!Danke,gerne wieder!
[Krümelmonster | 11.12.2011]
Antworten


Erst mit dem Gummistriegel (Kadäsche), dann mit einer Nicht zu weichen
und nicht zu harten Wurzelbürste. :)
Und dann eventuell noch mit einer ganz weichen, da geht meistens noch
viiieeeeeeeel Staub mit weg. dann würde ich Mähne, Schopf und Schweif
machen, Hufe auskratzen und dann Augen, Nüstern, After und
Eutern/Schlauch.
Hoffe ich konnte dir helfen :)
[Julee | 18.11.2010]
Antworten


Hallo Theresa,
es kann viele Ursachen haben warum deine stute so empfindlich am
Bauch, zum Beispiel gesundheitliche wie eine Prellung, eine
Euterentzündung oder einen schmerzhaften Ausschlag.
Manche Stuten werden auch sehr empfindlich am Bauch, wenn sie trächtig
sind.
Ist das Problem plötzlich aufgetreten würde ich mal die
gesundheitlichen Aspekte abklären lassen.
Besteht das Problem schon länger kann die Stute auch einfach Kitzlig
sein. In dem Fall musst du sie quasi "abhärten". Ich würde mit eine
Wurzelbürste und recht festem Druck putzen und einfach mal nicht auf
das Theater eingehen. Eventuell kann dir deine Reitlehrerin ja mal
beim Putzen helfen und schauen ob sie einen Grund für das Verhalten
von deiner Stute findet
[Franziska (tipps-zumpferd.de) | 27.01.2010]
Antworten


hallo, auhc ich habe eine frage zum thema putzen. meine araberstute,
lässt sich nicht mehr unter dem bauch putzen, sie schert zur seite aus
oder schlägt aus. sie steht in einem offenstall, ehißt sie ist immer
schmutzig am bauch. meine reitlehrerin meinte ich würde ihr weh tun,
dann probiert ich es mit einem sehr weichen gummistriegel, auch auf
den reagiert sie so. nicht mal mit kardätsche kann man den bauch
richtig berühren und nach den sattelgurt schlägt sie wenn sie die
bewegung spürt, sattelzwang wurde bereits ausgeschllossen, sie geht
auch gut, nur das mit dem bach.ich kann sie doch nicht dreckig lassen,
dann kriegt sie erst recht satteldruck oder so was. kann es sein dass
sie kitzlig ist? wie bekommt man das in den griff?
danke
teresa
[teresa meiyland | 27.01.2010]
Antworten


Hi,
in welcher reihenfolge muss man ein Pferd putzen?
-Eisenstriegel
-Gummistriegel
-Massagebürste
-Würzelbürste
-Mähnenbürste
-Kardäsche
-Hufkratzer
-Mähnenkamm
IST WICHTIG BRAUCHE BIS MORGEN!
[Laura | 24.09.2009]
Antworten


Kommentare 0 bis 5 von 14 Kommentaren   |< < >> >|
Hinweis

Copyright © tipps-zum-pferd.de 1999-2012   | Tippscout 5.0