Das Pferd waschen – so geht’s

Gerade im Sommer tut es Pferden gut, nach dem Reiten den Schweiß aus dem Fell gewaschen zu bekommen. Damit die Dusche für das Pferd wirklich angenehm ist, sollten Sie aber beim Pferd waschen ein paar Regeln beachten.

Verschwitzter Macy nach Ausritt - (Foto: Franziska Goldmann)
Verschwitzter Macy nach Ausritt – (Foto: Franziska Goldmann)
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Wann darf man ein Pferd waschen?

Ab etwa 20°C können Sie Ihr Pferd problemlos abwaschen, solange es zugfrei, am besten in der Sonne trocknen kann. Bei sehr heißen Temperaturen kann man auf das Abziehen verzichten, dann kühlt das verdunstende Wasser das Pferd zusätzlich.

Ist es zu kühl oder windig, schützt eine Abschwitzdecke das Pferd vor dem Auskühlen und transportiert gleichzeitig die Feuchtigkeit nach außen. Stalldecken oder Baumwolldecken, haben auf einem nassen Pferd nichts zu suchen, da sie sich mit Wasser vollsaugen und für das Pferd unangenehm schwer und kalt werden.

Ist es kälter als 15 Grad sollten Sie ihr Pferd nur im Notfall waschen. Warmes Wasser und eine Decke zum Trocknen sind dann Pflicht. Die Decke sollten Sie übrigens regelmäßig wechseln, wenn sie feucht ist. Die Alternative ist ein Solarium,am besten mit integriertem Fön. Das dauert aber auch seine Zeit, bis das Pferd wieder Trocken ist.

Wo das Pferd waschen?

Die meisten Ställe haben einen Waschplatz mit einem Schlauch, an dem sich die Pferde waschen lassen. Der sollte gut befestigt sein und einen Wasserablauf haben, so dass sich keine Pfützen bilden. Idealerweise wird der Schlauch durch einen Galgen geführt, so dass das Pferd nicht darauf steigen kann.

Waschen Sie das Pferd wenn möglich nicht mit eiskaltem Wasser, da das zu Verspannungen und Kreislaufproblemen führen kann. Die meisten Pferde mögen auch keine eiskalten Duschen und fangen dann das zappeln an. Ideal ist lauwarmes Wasser, das Sie als leicht kühl empfinden, wenn Sie es sich über die Hand laufen lassen. Führt man den Schauch zum Beispiel unter dem Misthaufen durch, wird das Wasser schon mal angewärmt.

Haben Sie keinen Schlauch zum Waschen, können Sie auch einen Eimer und einen Schwamm verwenden.

Das Pferd sollte sicher angebunden und ruhig am Waschplatz stehen.

Trakehner Winnie trinkt aus dem Wasserschlauch - kann nicht jedes Pferd - (Foto: Franziska Goldmann)
Trakehner Winnie trinkt aus dem Wasserschlauch – kann nicht jedes Pferd – (Foto: Franziska Goldmann)

Wie das Pferd abspritzen?

Fangen Sie an den Beinen mit dem Abspritzen an. Waschen Sie zuerst gründlich die Beine von unten nach oben ab. Dabei kühlen Sie das Pferd langsam ab und vermeiden Kreislaufprobleme.

Danach fahren Sie mit dem Hals und der Sattellage fort. Machen sie das Fell mit einem weichen Wasserstrahl nass.

Die Nierengegend und die Kruppe sollten Sie nur bei wirklich heißem Wetter abwaschen, da sich viele Pferde im Rücken verspannen, wenn sie hier frieren.

Den Kopf sollten Sie nicht mit einem Schlauch waschen, sondern, falls es nötig ist, auf einen Schwamm zurückgreifen. Das Wasser im Gesicht ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch zu Augenentzündungen führen. Außerdem kann Wasser, das in die Ohren gelangt, zu Gleichgewichtsstörungen führen.

Nach dem Sie das Fell auf beiden Seiten mit einem weichen Strahl nass gemacht haben, sollten Sie das Fell noch einmal mit einem etwas festeren Strahl ausspülen, um Dreck und Schweiß wirklich zu entfernen.

Nach dem Waschen, ziehen Sie das Wasser mit einem Schweißmesser aus dem Fell. So trocknet das Pferd schneller.

Gerte als Schweißmesser-Ersatz

Haben Sie mal kein Schweißmesser zu Hand, wollen aber trotzdem nach dem Waschen das Wasser aus dem Fell Ihres Pferdes entfernen, können Sie eine Gerte als Ersatz verwenden.

Suchen Sie sich eine biegsame Dressurgerte. Fassen Sie diese an beiden Enden und biegen sie leicht. Mit diesem gebogenen Teil können Sie nun über das Fell fahren und so das Wasser herausstreichen.

Eine Gerte ist nicht ganz so effektiv, wie ein Schweißmesser, erfüllt aber auch Ihren Zweck.

Tipp: Verwenden Sie keine zu harten Gerten, da diese beim Abziehen leicht brechen.

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