Strahlfäule vermeiden und behandeln

Strahlfäule ist eine bakterielle Infektion des Hufhorns. Meist tritt Strahlfäule in den Strahlfurchen auf. Die Bakterien zersetzen das Hufhorn. Dabei entstehen ein schmieriger schwarzer Belag und ein ekliger Gestank, der an faule Eier erinnert. Wird die Strahlfäule oder Huffäule nicht rechtzeitig behandelt, können die Bakterien durchblutetes Gewebe erreichen. In diesem Fall kommt es zu einer Sepsis, die für das Pferd lebensbedrohlich werden kann.

Deshalb sollten Sie immer darauf achten, dass die Hufe Ihres Pferdes in Ordnung sind. Strahlfäule ist eine Folge von zu feuchtem Untergrund. Durch ständige Nässe wird das Horn so aufgeweicht, dass der natürliche Schutzmechanismus des Hufes außer Kraft gesetzt wird und die Bakterien eindringen können.

In schlecht gemisteten Ställen beschleunigt der Ammoniak im Mist und Urin diesen Vorgang.

Daher ist der erste Schritt zur Strahlfäule-Behandlung, für einen trockenen Untergrund zu sorgen. Die Box sollte täglich gründlich gemistet werden und nach Möglichkeit mindestens einmal zusätzlich abgeäpfelt werden. Bei einer Strohbox sollten Sägespäne unter dem Stroh verteilt werden, da diese die Feuchtigkeit besser binden. Bei einer Spänebox sollte genügend trockene Einstreu vorhanden sein, dass auch nach dem Wasser lassen kein Sumpf entsteht.

Kommt das Pferd auf die Weide oder den Paddock, sollten Sie diese regelmäßig von Pferdeäpfeln befreien und schlammige Stellen absperren.

Um die Huffäule in den Griff zu bekommen sollten Sie die Hufe täglich gründlich reinigen. Dabei ist wichtig, dass Sie allen Dreck und Mist mit dem Hufauskratzer aus den Strahlfurchen entfernen. Anschließend reinigen Sie den Huf mit einer feuchten Bürste und etwas Seife. Auf diese Weise entfernen Sie möglichst alle Verschmutzungen.

Anschließend behandeln Sie die von der Fäule betroffenen Stellen mit einem Desinfektionsmittel. Besonders beliebt für diesen Zweck ist 5 prozentiger Jodoformäther aus der Apotheke. Dieses Mittel ist ziemlich ätzend und tötet damit die Bakterien schnell ab. Sie sollten den Äther aber nicht auf die Finger bekommen.

Ist die mittlere Stahlfurche sehr tief geworden, siedeln sich hier immer wieder Bakterien an. Hier sollten Sie ein mit Desinfektionsmittel getränktes Wattepad hineinstopfen. Meist passt ein halbes oder sogar ganzes Wattepad so in den Spalt, das es von Außen nicht mehr zu sehen ist. Ist das der Fall, sollten Sie die Watte im Spalt lassen und jeden Tag erneuern. So können sich keine neuen Bakterien in der Furche ansiedeln und die Furche wächst im Laufe der Zeit wieder zu.

Haben Sie die Strahlfäule erfolgreich behandelt, bleiben immer noch die von den Bakterien verursachten Löcher und Taschen im Horn zurück. Diese müssen Sie bis zum nächsten Hufschmied-Termin gründlich pflegen, damit die Strahlfäule nicht wiederkommt. Der Schmied wird dann die betroffenen Stellen einfach wegschneiden, so dass der Huf wieder eine glatte widerstandsfähige Oberfläche hat.

Bekommen Sie die Strahlfäule über mehrere Wochen hinweg nicht in den Griff oder ist sie soweit fortgeschritten, dass der Schmied die befallenen Bereiche nicht komplett entfernen kann, sollten Sie sich vom Tierarzt ein Mittel gegen die Strahlfäule geben lassen. Der Tierarzt kann hochwirksame Sprays und Salben verordnen, die das Problem meist schnell lösen.

Der weit verbreitete Rat, die Strahlfäule mit Hufteer zu behandeln, ist gefährlich. Der Hufteer schließt die Bakterien nämlich luftdicht ein, so dass diese sich ganz besonders Wohlfühlen. Unter der Teerschicht erreichen Sie die Bakterien dann auch nicht mehr mit anderen Mittel. Das gleiche gilt übrigens auch für Huffett und Huföl. Also Finger weg vom Hufteer und Huffett bei Strahlfäule.

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Letzte Aktualisierung am 23.10.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API