Stangenarbeit: Stangendreieck

Eine einfache, platzsparende und vielseitig nutzbare Variante für die Stangenarbeit ist das Stangendreieck. Mit diesem Aufbau lassen sich Rittigkeit, Gleichgewicht und Wendigkeit trainieren.

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Der Aufbau

Legen Sie drei Stangen so in die Bahn, dass sie ein gleichseitiges Dreieck ergeben. Auf allen Seiten des Dreiecks sollte noch reichlich Platz sein. Ideal ist zum Beispiel ein Zirkelmittelpunkt, da liegen die Stangen anderen Reitern auch nicht im Weg.

Das Stangen-Dreieck als Schemazeichnung
Das Stangen-Dreieck als Schemazeichnung

Mögliche Aufgabenstellungen

Rein und Raus

Reiten Sie gerade auf eine der Stangen zu und biegen Sie das Pferd im Dreieck so, dass Sie gerade über eine der anderen beiden Stangen hinausreiten. Diese Übung lässt sich in allen drei Gangarten reiten – je schneller Sie reiten, desto schwieriger wird es natürlich.

Sie überprüfen damit, ob Ihr Pferd wirklich an den Hilfen ist und in dem Moment abbiegt, in dem Sie das möchten. Eine lange Leitung wird spätestens im Trab bestraft.

Ein Stangendreieck - (Foto: Franziska Goldmann)
Ein Stangendreieck – (Foto: Franziska Goldmann)

Halt

Es klingt leichter als es ist: In das Dreieck hineinreiten und drinnen anhalten. Auch hier geht es um Hilfen die im richtigen Moment ankommen. Viele Pferde werden über Stangen eilig, gerade dann ist es schwierig, direkt nach einer Stange anzuhalten. Je nach Ausbildungsstand ist auch diese Übung sowohl im Schritt und Trab, als auch im Galopp möglich.

Wendemanöver

Reiten Sie in das Dreieck, halten Sie dort an und versuchen Sie Ihr Pferd um 180 oder 360 Grad zu drehen, ohne dass es an eine der Stangen stößt oder darüber tritt. Diese Übung fördert die Aufmerksamkeit und Wendigkeit ihres Pferdes. Außerdem ist es eine gute Übung für Trail-Reiter, die ähnliche Aufgaben oft auf dem Turnier lösen müssen.

Auf die Spitze getrieben

Mit dieser Übung testen Sie, wie gut Sie ihr Pferd einrahmen und wie gut das Auge Ihres Pferdes ist. Reiten Sie genau auf die Mitte der Stange zu und in einer gerade Linie über die Spitze des Dreiecks wieder hinaus. Die Schwierigkeit hierbei ist, dass die meisten Pferde versuchen auszuweichen und seitlich über die Stange zu gehen.

Machbar ist diese Aufgabe in allen drei Gangarten. Versuchen Sie zu variieren und das Dreieck von allen Seiten aus anzureiten. Damit schulen Sie auch Ihr Auge für gerade Linien. Aufgaben dieser Art kommen übrigens auch immer mal wieder in Trail-Parcours auf Westernturnieren vor.

Das Kleeblatt übers Stange-Dreieck
Das Kleeblatt übers Stange-Dreieck

Achter

Bei diesen Übungen geht es um Gleichgewicht und Geraderichtung. Die Achter sind eine Vorübung für das Kleeblatt. Reiten sie gerade in das Dreieck hinein und in einer Linksvolte wieder heraus. Kommen Sie mit der Volte wieder an der geraden Stange an, stellen Sie das Pferd um und hängen Sie eine Rechtsvolte an. So entsteht eine Acht, die Sie beliebig oft wiederholen können. Diese Übung eignet sich gut für Schritt und Trab. Im Galopp ist sie nur etwas für Profis, die den fliegenden Galoppwechsel sehr sicher beherrschen.

Kleeblatt

Die Steigerung der Acht ist das Kleeblatt. Reiten Sie über die Stange hinein und über die Stange links wieder hinaus. Dabei stellen Sie das Pferd um und reiten eine Rechtsvolte um die Spitze. Beim nächsten Überreiten der Stange wird das Pferd im Dreieck links gestellt und es folgt eine Volte um die nächste Spitze. Beim nächten Durchreiten des Dreiecks das Pferd wieder umstellen und eine Volte um die letzte der Spitzen reiten und zum Abschluss gerade wieder aus dem Dreieck heraus.

Bei dieser Übung muss das Pferd sehr gut im Gleichgewicht sein und sich punktgenau umstellen lassen. Im Schritt und Trab sollte das mit Übung für die meisten machbar sein. Im Galopp ist es eine Herausforderung für gute Reiter.

Sie sehen, mit nur drei Stangen lässt sich viel anstellen. Vergessen Sie beim Üben aber nicht, dass die Stangenarbeit von ihnen und Ihrem Pferd viel Konzentration erfordert. Also gilt: lieber öfter mal ein paar Minuten üben als zu lang am Stück. Sonst kann es schnell passieren, dass Sie ihr Pferd überfordern oder Frust aufkommt.

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