Pferd heftig: Mehr Kontrolle mit der Führkette

Manche Pferde sind beim Führen ziemlich heftig, wollen losrennen oder sich losreißen. Besonders wenn das Pferd nach Verletzungen längere Zeit im Schritt geführt werden muss kommt das häufiger vor. Eine Führkette ist dann eine gute Möglichkeit, etwas mehr Kontrolle über das Pferd zu bekommen. Denn rennt das Pferd los und reißt sich los, kann es nicht nur sich selbst verletzen, sondern auch Passanten umrennen oder Unfälle verursachen.

So wird die Führkette eingehakt
So wird die Führkette eingehakt

Damit eine Führkette richtig wirken kann, muss sie korrekt eingehakt werden. Bei einem heftigen Pferd ist es am sinnvollsten, die Kette unter dem Kinn einzuhängen. Dabei wird die Kette von außen nach innen durch den Ring links von Nasenriemen gezogen. Danach führen Sie die Kette unter dem Kinn des Pferdes hindurch und ziehen sie von innen nach außen durch den Ring rechts vom Nasenriemen. Den Karabiner am Ende der Kette hängen Sie in die Öse zwischen Kette und Strick ein. Ziehen Sie jetzt am Strick, zieht sich die Kette zusammen und übt Druck auf Kinn und Nasenriemen aus. So lassen sich die meisten Pferde ganz gut bändigen.

Häufig ist auch zu sehen, dass die Führkette über die Nase geführt wird. Diese Art eine Führkette einzuhängen stammt von Linda Tellington-Jones und ist für die Bodenarbeit gedacht. Die Führkette soll die Kommandos für das Pferd eindeutiger und leichter verständlich machen. Bei heftigen Pferden ist diese Verschnallung eher unpraktisch, da weniger Druck entsteht und das Halfter verrutschen kann, wenn das Pferd heftig am Strick zieht. Manche Pferde reagieren dann panisch, wenn das Halfter über das Auge rutscht. Diese Verschnallung ist also eher für die Bodenarbeit in der Halle oder auf dem Platz geeignet oder bei sehr braven Pferden.

Um die Führkette so einzuhaken, führen Sie sie durch den Ring links vom Nasenriemen, wickeln Sie einmal um den Nasenriemen, damit die Kette nicht rutscht. Danach führen Sie die Kette durch den Ring rechts vom Nasenriemen und haken sie auf der rechten Seite in den Ring ein, an dem auch der Kehlriemen befestigt ist.

Oft wird die Führkette auch von links nach rechts unter dem Kinn durchgeführt und einfach in den Ring rechts vom Nasenriemen eingehakt. Das ist jedoch gefährlich, da zum einen das Halfter sehr schnell verrutscht. Zum anderen entsteht durch den langen Karabiner eine Hebelwirkung auf den Unterkiefer des Pferdes. Das ist für das Pferd sehr schmerzhaft. Viele Pferde reagieren deshalb mit Kopfschlagen oder reißen sich erst recht los.

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Letzte Aktualisierung am 22.11.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

7 Gedanken zu “Pferd heftig: Mehr Kontrolle mit der Führkette

  1. Hallo!
    Echt super Seite =)
    Habe mir vor ca. 2Monaten einen Hafi gekauft.
    Sollte vorher Deckhengst werden kam aber dann zum Schlachter und dann zu mir.
    Er kennt garnichts,und ich bin dabei ihm etwas beizubringen.
    Leider gibt es nicht viele Sachen im Internet wo drin steht was man alles so bei der Bodenarbeit machen kann =(
    Einreiten will ich ihn erst wenn er Vertrauen und alles hat.
    Zum Thema Führkette:
    Ich führe meinen nur mit Führkette da er manchmal etwas zu aufgeregt ist (wurde am 25.6.07 kastriert und hat noch ein paar Hengstmanieren) ich mache aber die Kette durchs Maul,denn anders reagiert er nicht und es wurde mir gesagt das es im Moment besser so wäre.

  2. Wichtig ist, dass du jeden Tag was machst mit dem Hafi, spazieren gehen, Bodenarbeit, usw.
    Ein Haflinger gehört auch unbedingt in einen Offenstall, da kann er sich nach Belieben bewegen und sieht bzw. hört viel, dadurch verliert er an Schreckhaftigkeit! Du solltest ihm beim Spazierengehen mit der Kette aber keine Schmerzen zufügen, sonst verbindet er Spazierengehen immer mit Schmerzen und hat Angst. Nimm auch eine Gerte mit und klopfe ihm auf die Brust, wenn er losrennen will. Besser wäre, wenn du nicht alleine mit ihm gehst, auf beiden Seiten jemand und ohne Kette nur mit Gerte wäre super.

  3. Führkette son qatsch mit der kette machen die meisten menschen mit ihrem pferd ein großen fehler mann muss mit ihnen reden ihre grenzen setzen mit sanften metoden dem pferd mit na kette zu führen das es auf sie hört tut ihnen mehr weh als wen sie schläge von der gerte bekommen alsio wer immer das leben inberufen hatt dem sollte man selbst mal eine kette um die nase machen

  4. Fast ganz deiner Meinung Fabio.

    Die einzige akzeptable Verschnallung bei heftigen Pferden ist die unterm Unterkiefer.
    Über die Nase: Habt ihr schonmal einen der beiden Nasenbeinknochen gesehen? Da ist so manche Kette fast dicker.

    Und schon garnicht durchs Maul, oh oh oh, was manche Pferde unter uns leiden müssen, nur weil uns irgendjemand mal erzählt hat, das das geht.

    Kopf einschalten und auf sich selbst projektzieren

  5. Mit einer Kette durchs Maul kannst du AUCH gewaltigen Schaden an den Zähnen anrichten: Meiner hat grade alle 4 Hengstzähne gezogen kriegen müssen, weil die Vorbesitzer die Kette durchs Maul gezogen haben. Resultat: abgebrochene Zahnwurzeln.

  6. Hallo ich finde auch, man sollte ohne kette probieren das zu meistern.Wenn das Pferd sich los reisst hast du sowieso keinen halten mehr, dann los lassen, abwarten und wieder langsam anbinden. Immer wieder üben, bis es versteht, das man Ihn nichts böses will.

  7. @kerstin:
    Das sehe ich auch so.

    Wir haben auch ein Problem mit unserem jungen Tinkermix aus schlechter Haltung.
    Er ist jetzt knappe 4 Jahre alt,natürlich noch ungeritten und war komplett verängstigt,als wir ihn vor ein paar Monaten bekamen.
    Aufhalftern,Annähern,Striegeln,Hufengeben…Das mußte alles in kleinen Schritten gelernt werden.
    Da er fix Vertrauen fasste und schnell lernt,konnten wir stetig weitere Schritte mit ihm machen.
    Die Platzarbeit gestalten wir in Freiarbeit und mit verbaler und nonverbaler Kommunikation,worauf er naturgemäß sehr gut anspricht.
    Spaziergänge draussen waren nach viel Bodenarbeit und Antischreckparcouren kein Problem,obwohl er sich,als wir ihn uns angesehen hatten,zweimal losriss und das wohl auch gut für sich als Lösung seiner Probleme und zum Druckablassen angewöhnt hatte.
    Leider hatte er sich bei einen unserer Spaziergänge erschrocken und verfiel sofort in das alte Muster.
    Er riss sich los und donnerte davon.
    Zum Glück hatten wir ihn soweit schon gut konditioniert,sodass er schnell wieder zu uns zurückgaloppierte und Schutz suchte.
    Wir haben weder Führungsprobleme(er läuft brav und ruhig hinter uns)noch Kommunikationsprobleme-hier ist es so geartet,das er sich in wilder Angst/Kurzschluß losreisst,erstmal rennt und dann wieder zu uns zurück kommt.Es scheint ein antrainierter Schutzmechanismus zu sein,der sofort greift,wenn die Panik zu groß wird.
    Leider riss er sich bereits mehrfach los und es ist natürlich wahnsinnig gefährlich.
    Wir haben bereits auch schon wirklich gut gemeinte Ratschläge erhalten und uns wurde ein Führkette ans Herz gelegt,die wir aber nicht benutzten.
    Ich habe mich dann sehr lange mit möglichen Vorbeugungsmaßnahmen beschäftigt ohne Zuhilfenahme von Erziehungshilfen.
    Er reisst sich ja auch nicht grundsätzlich los,wenn er sich erschreckt,sondern nur,wenn es für ihn ganz besonders unerträglich ist.
    Kleine Sprünge/Sätze nach vorne bei kleineren Schrecksituationen können mein Mann und ich gut abfedern und ihn sofort beruhigen.
    Aber es gibt diese einige wenigen Male,wo er sofort in fullspeed losfegte-explosionsartig.
    Nach meinen Recherchen fand ich eine simple Methode,die sehr gut greift:Wir beobachten ihn und lassen sein Mi8mikspiel nicht eine Sekunde aus den Augen.Bei den ersten Anzeichen von Unsicherheit(festmachen,starren,großmachen,stehenbleiben,Kopf drehen und fixieren)zupfen wir leicht an dem Führstrick und sprechen mit ihm.Dreht er dann den Kopf,das Ohr,sein Auge zu uns und widmet seine Aufmerksamkeit uns,dann wird er belohnt(mit Leckerlies und verbal).Dadurch haben wir ihm erklärt:Hör mal Schätzelein,diverse Monster übernehmen wir und Du bleibst einfach ruhig hinter uns.
    Bislang klappt das sehr gut.
    Für den Notfall gibt es einen speziellen Griff und eine gute Hebelwirkung:Springt er nach vorne,dreht man ihn(seinen Kopf)blitzschnell mit dem Ellenbogen abgestützt an seinem Hals und das Gewicht des Menschens nach unten verlagert nach links(der PÜferdekopf ist nun seitlich nach unten gezogen).Das muß natürlich blitzartig passieren,damit er nicht soviel Speed holen kann.Das Pferd läuft nun ein paar Schritte in einer Volte und kommt zum stehen.Danach wird er in seine sichere Komfortzone hinter uns verbracht und wir schauen uns sein Monster in Ruhe zusammen an.
    Neben täglicher Boden/Führarbeit und dem wöchendlichen Antischreckparcour ist es immens wichtig,das das Pferd komplett ausgelastet und artgerecht gehalten wird.
    Energiestau können wir nicht gebrauchen und eine reine Boxenhaltung ist schlichtweg tierschutzrelevant genauso wie das Schlagen!
    Unser Pferd steht in Offenstallhaltung und mit Artgenossen zusammen.
    Wir haben noch einen langen Weg vor uns.Gerade weil er zu explosionsartigen Entladungen seiner Energien neigt,aber wir arbeiten weiter daran.
    Über weitere Tipps im Umgang würde ich mich sehr freuen und ich hoffe,das einigen Usern unsere Tipps auch weiterhelfen können.

    Liebe Grüße Steffi

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