Darauf sollten Sie achten, wenn Sie eine Reitschule suchen

Wer anfangen will zu Reiten, hat es nicht leicht, die richtige Reitschule zu finden. Das Umfeld ist aber wichtig, um Spaß am Reiten zu bekommen und etwas zu lernen. Nicht nur der Reitlehrer spielt dabei eine Rolle, sondern auch das Schulpferd und die Mitschüler. Deshalb hier einige Tipps, die Ihnen bei der Auswahl der richtigen Reitschule helfen sollen.

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Die Wunsch-Reitschule

Was ein Kind von einem Reiterhof erwartet ist meistens etwas ganz anderes , als sich ein Erwachsener Anfänger erhofft. Auch schon etwas erfahrenere Reiter haben Ihre eingenen Vorstellungen, daher gibt es nicht die eine Traum-Reitschule, sondern jeder muss für sich selbst entscheiden, was er möchte und wo er sich wohlfühlt.

Kinder brauchen vor allem eine freundliche Umgebung, die sie mehr spielerisch und ohne Druck an das Reiten heranführt. Erwachsene, die mit dem Reiten anfangen und eine Reitschule suchen, brauchen einen guten Reitlehrer, mit dem sie sich verstehen und der Ihnen zusammen mit dem Schulpferd ermöglicht, Ängste und Unsicherheiten zu überwinden.

Fortgeschrittene Reiter wollen etwas lernen und mehr als nur stumpf im Kreis rumreiten. Hier ist ein abwechslungsreiches Angebot auf guten Schulpferden und mit guten Reitlehrern wichtig.

Eine gut gepflegte Reitanlage
Eine gut gepflegte Reitanlage

Kinder als Reitanfänger

Wenn Kinder mit dem Reiten anfangen, geht es hauptsächlich um den Spaß an der Sache. Die meisten Kinder wollen mit den Pferden und Ponys zusammen sein und Spaß mit ihren Freunden haben. Der Gedanke, möglichst schnell perfekt Reiten zu lernen spielt meist keine Rolle.

Hier einige Punkte die wichtig sind:

  • Dürfen die Kinder sich auch vor und nach der Stunde auf dem Hof aufhalten und die Pferde putzen?
  • Gibt es genügend kleine Pferde oder Ponys für die Kinder? (Großpferde machen vielen Kindern Angst und sind für sie nur schwer zu steuern.)
  • Sind die Pferde brav und ausgeglichen? (Beißende und tretende Pferde machen Angst und sind für Anfänger ungeeignet.)
  • Laufen die Stunden geordnet ab? (Bocken die Schulpferde im Unterricht oder lassen sich von den Schülern nicht steuern, ist von dieser Reitschule abzuraten.)
  • Sind die Pferde gut gepflegt? (Nicht zu dünn, keine ausgebrochenen Hufe, glänzendes Fell, ordentliche Mähne und Schweif.)
  • Hat der Reitlehrer/die Reitlehrerin einen freundlichen Umgangston?
  • Gibt es Longenstunden für Anfänger?
  • Sind viele Gleichaltrige am Hof?
  • Gibt es Ferienkurse oder Zeltlager für die Kinder?
  • Kommt das Kind zur Not auch mal alleine zum Stall? (Bus, Bahn oder Fahrrad)

Haben Sie diese Fragen alle mit Ja beantwortet, sind schon einmal die wichtigsten Vorraussetzungen für viel Reitvergnügen Ihres Kindes gegeben.

Erwachsene Reitanfänger

Erwachsene Reitanfänger haben ganz spezielle Anforderungen an eine Reitschule. Bei ihnen steht meist die Angst vor heftigen Pferden und die Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung im Vordergrund. Deshalb sollten Sie bei der Auswahl einer Reitschule genau hinschauen, bevor Sie sich durch den falschen Unterricht den Spaß am Reiten gleich wieder verderben.

Hier einige Fragen, die Ihnen bei der Entscheidung helfen sollen:

  • Gibt es in der Reitschule noch mehr erwachsene Anfänger?
  • Gibt es spezielle Stunden für Erwachsene? (Hausfrauenstunden am Vormittag oder Abendstunden)
  • Gibt es Einzelstunden?
  • Sind ausreichend brave Schulpferde vorhanden?
  • Ist Ihnen der Reitlehrer/die Reitlehrerin sympathisch?
  • Sind Pferde und Anlage gut gepflegt?
  • Wird im Unterricht auf Ihre Probleme und Ängste eingegangen?

Haben Sie diese Fragen alle mit Ja beantwortet können Sie einen Versuch starten. Ob die Zusammenarbeit mit einem Reitlehrer funktioniert, zeigt sich meist schon nach ein paar Stunden. Fühlen Sie sich nicht ernst genommen oder überfordert, äußern Sie das deutlich.

Ängste herunterschlucken oder sich unterbuttern lassen bringt nichts, da Sie so auf Dauer immer verkrampfter werden und den Spaß an den Pferden verlieren. Ändert sich nichts, nachdem Sie das Problem angesprochen haben, sollten Sie den Stall oder den Reitlehrer wechseln.

Fortgeschrittene Reiter

Wer schon etwas Reiten kann, ist in vielen Reitschulen schlicht unterfordert. Oft wird nur Anfängerunterricht auf schlecht ausgebildeten Pferden angeboten. Hier hat man keine Chancen die Feinheiten der Dressur oder korrektes Parcoursspringen zu erlernen.

Deshalb sollten Sie sich auf die Suche nach einer Reitschule machen, die Ihren Bedürfnissen entgegen kommt. Eventuell bietet sich auch eine Reitbeteiligung in einem Privatstall mit Unterricht an.

Hier sind einige Kriterien an denen Sie einen geeigneten Stall erkennen:

  • Sind Pferde und Anlage gepflegt?
  • Sind eine Halle und Außenplätze im Turniermaß vorhanden? (Mindestens 20x40m oder 20x60m)
  • Gibt es einen Reitlehrer, der auch selbst erfolgreich auf Turnier reitet oder geritten ist?
  • Werden Reitabzeichen-Lehrgänge oder andere Spezial-Kurse angeboten?
  • Sind genügend gut ausgebildete Schulpferde vorhanden? (Für Dressurunterricht sollte das Pferd mindestens die Lektionen der Klasse L beherrschen.)
  • Gibt es Springunterricht, auch für höhere Klassen?
  • Werden auch Ausritte angeboten?
  • Gibt es die Möglichkeit an Turnieren teilzunehmen?
  • Gibt es Einzelstunden?
  • Sind die Gruppenstunden nach Leistungsniveau unterteilt?

Auf der Suche nach einem Stall sollten Sie sich die verschiedenen Anlagen ausführlich anschauen und beim Reitlehrer oder Betreiber genau nachfragen.

Es ist ein gutes Zeichen, wenn es im Stall Privatreiter gibt, die regelmäßig Turniere besuchen. Gibt es Lehrgänge auch für die Reitabzeichen der Klasse III und II, deutet das darauf hin, dass die Schulpferde zumindest bis zur Klasse L ausgebildet sind. Hier haben Sie die Chance noch etwas vom Pferd zu lernen.

Lassen Sie sich dabei nicht von relativ alten Schulpferden abschrecken. Solange sie gesund sind, sind diese alten Pferde oft gute Lehrmeister.

Mein Kommentar

Welche Reitschule die richtige ist, ist häufig ein viel disskutiertes Thema unter Reitern. Das liegt daran, dass jeder etwas anderes möchte. Der eine Wünscht sich familiäre Atmosphäre und lange Ausritte, der andere möchte feines Dressurreiten lernen und gefordert werden.

Mir persönlich ist es wichtig, dass es den Schulpferden gut geht und ein respektvoller, fairer Umgang mit dem Pferd vermittelt wird. Ob hinterher Feld-Wald-Wiesenreiter, Hobby-Cowboys oder Parcoursstars herauskommen ist mir persönlich egal. Jeder soll auf seine persönliche Art Spaß mit dem Pferd haben – solange das Pferd auch Spaß an der Sache hat.

Viele Reitschulen, gerade in Ballungsgebieten oder Ferienregionen sind leider mehr auf schnellen Durchlauf als auf Qualität ausgelegt. Hier werden die Pferde oft aus finanziellen Gründen in engen dunklen Ställen gehalten und sehen nie oder nur selten eine Koppel. Die Stunden oder Ausritte sind Massenveranstaltungen, bei denen möglichst viele Reiter gleichzeitig abgefertigt werden.

Solche Ställe sollte man nicht unterstützen, auch nicht aus Mitleid – denn darauf setzen die Betreiber zum Teil sogar gezielt. Fast überall lassen sich mittlerweile auch pferdegerechte Alternativen finden. Die sind aber eventuell teurer und etwas weiter weg.

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