Die Leistungsklassen: Was bedeuten sie und wie bekommt man sie

Wer Turnier reiten will, braucht eine Leistungsklasse. Die Leistungsklasse sagt aus, in welchen Prüfungen ein Reiter starten darf und hilft dem Veranstalter eines Turniers das Starterfeld richtig einzuordnen.

Die Leistungsklasse steht im Reitausweis, den jeder Reiter bei der FN beantragen muss, wenn er Turniere der Kategorien B oder A reiten will. Für die Kategorie C ist kein Reitausweis notwendig.

Die Leistungsklassen gehen von sechs bis eins, wobei die Leistungsklasse eins die höchste ist, die fast nur Profis erreichen können. Dazu kommt noch die Leistungsklasse null, die Reiter ohne Reitausweis erhalten. Ein Reiter kann für die Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit jeweils unterschiedliche Leistungsklassen haben.

Bei den Ausschreibungen für jedes Turnier ist festgehalten, welche Reiter mit welchen Leistungsklassen überhaupt zugelassen sind. Oft sind zum Beispiel Reiter mit den Leistungsklassen 0 bis 5 nur aus der näheren Umgebung zugelassen, während Reiter mit einer höheren Leistungsklasse aus dem gesamten Bundesland anreisen dürfen.

Zusätzlich steht bei jeder Prüfung explizit dabei, mit welcher Leistungsklasse man daran teilnehmen darf. Oft sind Prüfungen auch an Hand der Leistungsklasse gehandicapt. So dürfen Reiter mit einer schlechten Leistungsklasse häufig nur mit schon platzierten Pferden starten oder Reiter mit einer guten Leistungsklasse dürfen nur unplatzierte Pferde reiten.

Zu Anfang hat jeder Reiter die Leistungsklasse 0. Das heißt er besitzt keinen Reitausweis und darf daher nur auf Turnieren der Kategorie C starten. Dort kann er Führzügelklassen, Reiterwettbewerbe und E-Dressur und E-Springen reiten.

Wer die Leistungsklasse 6 haben will, muss das kleine Reitabzeichen (DRA Klasse IV) ablegen. In der Prüfung müssen Sie eine E-Dressur und ein E-Springen reiten. Zusätzlich wird theoretisches Wissen abgefragt. Haben Sie das Abzeichen bestanden, können Sie bei der FN einen Reitausweis mit den Leistungsklassen D6 für die Dressur, S6 für das Springen und V6 für die Vielseitigkeit beantragen. Damit können Sie an Prüfungen der Klassen E und A teilnehmen.

Wollen Sie die Leistungsklasse 5, müssen wieder ein Reitabzeichen ablegen. Diesmal das Deutsche Reitabzeichen der Klasse III oder bronzene Abzeichen. Machen Sie das allgemeine Reitabzeichen, sind neben der Theorie ein A-Springen und eine A-Dressur gefordert.

Das DRA III können Sie aber auch disziplinspezifisch machen. Dann müssen Sie nur eine L-Dressur oder ein L-Springen reiten. Haben Sie das Abzeichen, müssen Sie noch eine Lizenzprüfung reiten. Das heißt: Wollen Sie die Leistungsklasse D5, müssen Sie eine A-Dressur mit einer Wertnote von 5,0 oder besser reiten und sich das vom Richter bestätigen lassen.

Für die Leistungsklasse S5 müssen Sie ein Stilspringen der Klasse A mit mindestens 5,0 reiten und für die V5 muss es ein Stilgeländeritt sein. Mit dem Abzeichen und der Lizenzprüfung können Sie dann den Reitausweis mit der Leistungsklasse 5 beantragen. Wer sein DRA III disziplinspezifisch gemacht hat, bekommt auch nur in dieser Disziplin die Leistungsklasse 5. Mit Leistungsklasse 5 dürfen Sie A und L reiten.

Die Leistungsklasse 4 ermöglicht es Ihnen, L und M-Prüfungen zu reiten. Auch A-Dressuren und A-Springen sind teilweise für Reiter mit der Leistungsklasse 4 offen. Die Leistungsklasse 4 können Sie sich entweder erreiten oder über das Reitabzeichen der Klasse II bekommen.

Folgende Platzierungen brauchen Sie um die Leistungsklasse 4 aufgrund von Erfolgen zu bekommen. Für die Leistungsklasse D4 oder S4 brauchen Sie entweder eine M-Platzierung oder drei L-Platzierungen in der jeweiligen Disziplin. Alternativ geht auch eine Platzierung in einer S-Vielseitigkeit oder bei einem CIC*** oder drei Platzierungen in M-Vielseitigkeiten oder bei CIC**. Für die Leistungsklasse V4 reichen drei Platzierungen in A-Vielseitigkeiten oder einer L-Prüfung beziehungsweise einem CIC* oder CCI*. Auch wer Pferdewirt-Reiten oder Trainer A ist, erhält automatisch die Leistungsklasse 4.

Wer S reiten will, braucht die Leistungsklasse 3. Die bekommen Sie, wenn Sie das Reitabzeichen Klasse I oder das Goldene Reitabzeichen haben. Auch Pferdewirtschaftsmeister Schwerpunkt Reitausbildung erhalten die LK 3. Wer sich die Leistungsklasse 3 in der Dressur oder im Springen erreiten will, braucht eine S-Platzierung oder drei M-Platzierungen. In der Vielseitigkeit brauchen Sie zwei Platzierungen in M-Geländeritten oder bei CCI*. Alternativ reicht auch eine Platzierung in einer M-Vielseitigkeit oder bei einem CIC**.

Wer die Leistungsklasse 2 hat, hat entweder das Reitabzeichen in Gold oder viele Platzierungen. Für die LK D2 braucht man drei Platzierungen unter den ersten fünf in der Klasse S oder drei Platzierungen unter den ersten drei in M/A-Dressuren und eine S-Platzierung unter den ersten fünf.

Für die LK S2 sind sechs S-Platzierungen oder sechs Platzierungen unter den ersten drei in M/A-Springen und drei S-Platzierungen nötig.

Für die LK V2 sind zwei Platzierungen unter den ersten drei in einem CIC** oder eine Platzierungen in einem CCI**, CIC*** oder einer S-Vielseitigkeit nötig.

Wer die Leistungsklasse 1 hat, reitet wirklich gut und hat viele Erfolge. In der Dressur sind dafür zwanzig S-Platzierungen unter den ersten drei und fünf Platzierungen unter den ersten fünf in Grand Prix, Grand Prix Spezial oder Grand Prix Kür nötig. Es reichen aber auch zehn Platzierungen unter den ersten fünf in Grand Prix Prüfungen.

Im Springen brauchen Sie zwanzig Platzierungen unter den ersten drei in S*-Springen und zehn Platzierungen unter den ersten fünf in S**-Springen. Wer weniger reiten will, kommt auch mit einer Platzierung unter den ersten fünf bei einem Großen Preis bei einem CSI*** einem CSI*** oder einem CSI***** aus.

In der Vielseitigkeit brauchen Sie drei Platzierungen in bei einem CIC*** oder eine Platzierung bei einer GVS einem CCI*** oder CCI****.

Bei der Anrechung der Erfolge zählen allerdings nur die letzten beiden Jahre. Frühere Erfolge verfallen. Wollen Sie sich in eine höhere Leistungsklasse einstufen lassen, müssen Sie der FN nachweisen, dass Sie die dafür nötigen Qualifikationen haben. Das geht entweder mit einer Kopie der entsprechenden Urkunde oder mit Angaben, wo und wann Sie die entsprechenden Platzierungen erritten haben. Dann können Sie sich auch innerhalb einer Saison hoch stufen lassen.

Sich zurück stufen zu lassen ist schwieriger. Wollen Sie eine niedrigere Leistungsklasse als die FN für Sie auf dem Antrag für den Reitausweis ermittelt hat, müssen Sie zur neuen Saison einen neuen Reitausweis beantragen. Sie erhalten dann automatisch die Leistungsklasse 6.

 

Eine Genaue Übersicht von der FN, was man man für welche Leistungsklasse braucht, kann man hier kostenlos herunterladen.

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