Staub im Stall vermeiden
Viele Pferde reagieren empfindlich auf Staub in der Luft. Oft sind Husten und eine laufende Nase die Folge. Kommt eine Infektion oder eine Vorschädigung, wie Dämpfigkeit oder Stauballergie hinzu, kann die Staubbelastung für das Pferd zum Problem werden. Daher hier ein paar Tipps, wie Sie die Staubbelastung senken können:
Ideal ist die Haltung in einem Offenstall oder in einer Außenbox, da hier die Luft besser zirkulieren kann und sich nicht so viel Staub in der Luft sammelt.
Vermeiden Sie Boxen und Koppeln direkt am Reitplatz oder viel befahrenen Straßen. Hier liegt immer mehr Staub in der Luft.
Wenn Ihr Pferd in einer Innenbox steht, sollte der Stall gut belüftet und zugfrei sein. Ein Blick auf die weiter oben gelegenen Gitter verrät meist, wie viel Staub in der Luft liegt.
Achten Sie darauf, dass Halle und Reitplatz regelmäßig gesprengt werden, damit der Boden nicht zu sehr staubt. Ein Blick auf die Bande verrät meist, wie es mit dem Staub steht.
Während des Einstreuens und Heufütterns sollten die Pferde nicht in der Box stehen, da hierbei der meiste Staub aufgewirbelt wird.
Die Stallgasse sollte vor dem Fegen angefeuchtet werden, um den feinen Staub zu binden.
Heu und Stroh sollten nach Möglichkeit außerhalb des Stalls aufgeschüttelt werden. Da hierbei der meiste Staub anfällt.
Achten Sie auf nicht zu kurz gemähtes Heu und Stroh, da sich sonst zu viel Erde mit in den Ballen befindet.
Bei qualitativ hochwertigem Heu und Stroh ist die Staubbelastung deutlich geringer.
Bei empfindlichen Pferden kann es sich lohnen, sie von Stroh auf staubfreie Sägespäne umzustellen.
In Extremfällen hat sich eine Einstreu aus Torf bewährt. Diese ist jedoch sehr teuer und nicht besonders umweltfreundlich, da für die Torfgewinnung Moore zerstört werden. Das Pferd hat in Torfboxen jedoch so gut wie keine Staubbelastung.
Auch Hafer und Pellets sollten hochwertig sein und möglichst Staubarm gelagert werden.
Das Heu vor dem Füttern abwaschen und feucht füttern, reduziert den Staub.
Eventuell kann die Fütterung von Heu auf Gras-Sillage oder Heulage umgestellt werden. Diese Produkte enthalten mehr Feuchtigkeit und stauben daher kaum.
Auch das Kraftfutter kann vor dem Füttern gewaschen und angefeuchtet werden, wenn das Pferd es dann noch frisst.
Vermeiden Sie es, auf staubigen Wegen und Plätzen zu reiten. Lieber mal einen Tag aussetzen.
Meiden Sie bei Ausritten Felder, auf denen gerade geerntet wird. Dort herrscht im wahrsten sinne des Wortes dicke Luft.
An sehr heißen Tagen, bei trockenem Boden, sollten sehr staubempfindliche Pferde nur in den Nacht und Morgenstunden auf die Koppel, danach staubt der Boden zu sehr.
Putzen Sie Ihr Pferd nicht in der Box und nach Möglichkeit im Freien, damit es den dabei aufgewirbelten Staub nicht gleich wieder einatmet.
Die hier gemachten Vorschläge gehen zum Teil sehr weit. Nicht alle Punkte lassen sich in jedem Stall umsetzen und nicht alles ist bei jedem Pferd nötig. Lesen Sie sich die Punkte durch und wägen Sie ab, was sich bei Ihnen mit geringem Aufwand umsetzen lässt.
Fangen Sie mit einigen allgemeinen Maßnahmen an und nehmen Sie weitere hinzu, wenn der gewünschte Erfolg ausbleibt. In akuten Fällen kann man auch umgekehrt vorgehen: Erst jeglichen Staub vermeiden, bis sich der Zustand des Pferdes gebessert hat und dann den Aufwand Stück für Stück wieder reduzieren.
Allgemein gilt: Die Hauptbelastungen kommen aus der Stallluft, dem Raufutter oder der Einstreu und dem Untergrund beim Reiten.
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