Stangensalat 3: Die Gasse

, Stand: 28.03.2012  Tipp druckenDrucken

Stangen bereichern die Dressurarbeit. Das muss auch nicht immer mit einem hohen Aufwand, beim Aufbauen und viel Platz verbunden sein Die Stangengasse ist schnell aufgebaut und stört je nach Platzierung auch andere Reiter kaum.

Der Aufbau

Für die Gasse brauchen Sie lediglich zwei Stangen. Die Stangen platzieren Sie parallel zueinander am besten links und rechts von der Mittellinie. Wie groß der Abstand zwischen den Stangen ist, hängt vom Ausbildungsstand des Pferdes ab.

Je näher die Stangen nebeneinander liegen, desto schwieriger werden einige der Übungen. Der Abstand sollte mindestens 50 cm betragen. Für die meisten Pferde ist ein Abstand von einem Meter ein guter Wert. Bei steifen oder jungen Pferden und solchen mit schlechtem Gleichgewicht sollten Sie mit 1,20 m oder sogar noch mehr Abstand starten.

So kann die Gasse aussehen

Die Übungen

Geradeaus

Reiten Sie einfach gerade aus durch die von den Stangen gebildete Gasse. Das klingt einfach, birgt aber einige Tücken. Zum einen müssen Sie die Gasse erst einmal treffen. Dazu gehört nicht nur das richtige Abwenden, sondern auch, das Pferd auf der Spur zu halten. Viele Pferde neigen dazu, dem Hindernis am Boden einfach auszuweichen, statt konzentriert zwischen den Stangen durch zu gehen.

Das Durchreiten der Gasse selbst ist im Schritt noch relativ einfach, in Trab oder sogar Galopp ist es schon schwieriger. Hier lässt sich überprüfen, ob das Pferd tatsächlich geradeaus geht oder schwankt.

Still gestanden

Eine Weiterentwicklung von Geradeaus ist die ganze Parade zum Halten genau zwischen den Stangen. Das erfordert noch präziseres Reiten.

Die Schwierigkeit liegt nicht nur darin, genau am Punkt anzuhalten, sondern auch darin, das Pferd gerade zu halten. Viele Pferde neigen dazu, bei der ganzen Parade schief zu werden und nicht gleichmäßig auf allen vier Füßen zu stehen. Durch die Stangen wird das Pferd in der Spur gehalten.

Für Dressur-Reiter ist diese Übung übrigens sehr gut geeignet, um die Grußaufstellung zu trainieren. Dazu werden die Stangen auf Höhe von X platziert und das Pferd korrekt dazwischen angehalten.

Richtig umstellen mit Hilfe der Stangengasse

Richtig umstellen

Sowohl beim Aus dem Zirkel wechseln als bei den halben Volten ist eine Pferdelänge geradeaus zwischen den beiden Bögen gefordert. Ob das auch wirklich klappt, können Sie mit Hilfe der Stangengasse überprüfen.

Für das aus dem Zirkel wechseln legen Sie die Stangen auf Höhe von X parallel zur EB-Linie, für die halben Volten parallel zur Mittellinie. Die halben Volten lassen sich auch zu Achtern kombinieren. Das ist je nach Tempo sehr anspruchsvoll.

Eine besondere Schwierigkeit beinhaltet diese Übung im Galopp. Reiten Sie einen fliegenden Wechsel zwischen den Stangen, muss das Pferd dabei schnurgerade bleiben. Da das vielen Pferden sehr schwer fällt, sollten Sie den Abstand der Stangen zu Anfang etwas größer wählen.

Für die Serienwechsel kann man mehrere Gassen entlang der Diagonalen legen, um die Wechsel besser in der Spur zu halten.

Quer drüber

Man kann die Gasse nicht nur zum Duchreiten nutzen, sondern auch als Schritt- oder Trabstangen verwenden oder als Mini-Oxer im Galopp.

Da die Abstände nicht stimmen, muss sich das Pferd dabei konzentrieren und die Schrittlänge anpassen. Die Gasse kann so nicht nur gerade überwunden werden, sondern auch schräg, was die Aufgabe für das Pferd nocheinmal schwieriger macht. Die Aufgaben lassen sich mit Zirkeln und Volten kombinieren oder dienen als Teil einer Dressuraufgabe.

Vertrauensbeweis: Rückwärts durch die Gasse

Vorwärts durch die Stangengasse zu reiten ist schon eine Aufgabe, die für manche Pferde schwierig ist. Verlangen wir von unserem Pferd, rückwärts durch die Gasse zu gehen, erwarten wir viel Vertrauen von unserem Pferd.

Da die Stangen aus dem Blickfeld des Pferdes verschwinden, sobald das Pferd rückwärts darauf zugeht, muss es sich ganz auf die Führung des Reiters verlassen, um nicht auf die Stangen zu treten. Fehlt dem Pferd dieses Vertrauen, wird es dem Hindernis am Boden lieber ausweichen.

Daher sollten Sie diese Übung langsam aufbauen. Reiten Sie zuerst im Schritt zwischen die Stangen und halten dort an. Wenn das Pferd ruhig steht, lassen Sie es Rückwärts wieder zwischen den Stangen heraus gehen.

Nach und nach halten Sie immer später an und verlängern so die Strecken, die das Pferd zwischen den Stangen rückwärts geht. Die höchste Schwierigkeitsstufe ist es dann, rückwärts zwischen die Stangen einzufädeln.

Für Westernreiter: Seitwärts drüber

Natürlich kann man nicht nur vorwärts und rückwärts durch die Stangen reiten und quer drüber, sondern auch seitwärts durch. Diese Übung wird in Trailparcours immer wieder verlangt.

Das Pferd soll dabei mit den Vorderbeinen oder Hinterbeinen zwischen den Stangen vom einen Ende der Stange bis zum anderen Ende seitwärts treten.

Diese Übung sollten Sie wieder langsam aufbauen. Reiten Sie auf die Mitte der Stangen zu und halten in der richtigen Position an. Von von hier aus lassen Sie das Pferd seitwärts treten. So versteht das Pferd einfacher, was Sie von ihm wollen und das oft schwierige Einfädeln fällt erst einmal weg.

Hinweis

Wie bei allen Übungen mit Stangen gilt auch hier: Weniger ist oft mehr. Halten Sie die Übungseinheiten kurz und machen Sie oft Pausen, um Ihr Pferd nicht zu überfordern.

Will eine Übung mal so gar nicht klappen, brechen Sie die Übung ab und machen erst einmal etwas ganz anderes. Fragen Sie zum Beispiel einfache Lektionen ab, die sicher klappen und probieren Sie es später noch einmal in Ruhe.

Oft hilft auch eine Denkpause, in der das Pferd erst einmal entspannen kann. Ohne Stress sind die meisten Übungen viel einfacher zu bewältigen.


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Aktualisiert am: 28.03.2012
Bildnachweis: Grafik fgo