Lederreitstiefel einlaufen

Jeder der sich schon einmal neue Lederreitstiefel gekauft hat, kennt das Problem. Die neuen Stiefel sind noch ganz steif und damit tierisch unbequem. Neben Blasen an den Füßen gibt es auch noch blaue Flecken und Scheuerstellen in der Kniekehle. Der Grund hierfür ist das noch steife Leder. Sind die Stiefel eingetragen, bilden sich am Fußgelenk Lauffalten und der Schaft rutscht dadurch etwas nach unten.

Durch die Wärme und die Bewegung beim Eintragen wird das Leder auch weicher und passt sich perfekt ans Bein an. Daher kommt auch das Sprichwort “ Ich fühle mich wie in fremden Schuhen/Stiefeln”, wenn man sich in einer Situation nicht ganz wohl fühlt.

Das Einlaufen ist auf jeden Fall lästig und lässt sich auch nicht vermeiden. Allerdings helfen ein paar Tipps, die Einlaufphase angenehmer zu gestalten.

  • Fersenkeile schonen die Kniekehlen: Investieren Sie für die ersten paar Wochen ein paar Euro in ein Paar Fersenkeile. Diese Schuheinlagen sind etwa einen Zentimeter hoch und werden in die Fersen der Stiefel gelegt. So stoßen die Schäfte nicht mehr bei jeder Bewegung in der Kniekehle an. Haben sich die Lauffalten gebildet können Sie die Keile wieder entfernen.
  • Nylonstrümpfe und Talkumpuder verhindern Blasen: Das noch steife Leder reibt am Fuß und am Bein. Ein Paar Nylonstrümpfe das Sie über Socken und Reithose ziehen, vermindert diese Reibung. Talkumpuder oder Babypunder machen das Leder ebenfalls glatt und vermindern die Reibung. Strümpfe und Puder erleichtern auch das An- und Ausziehen der Stiefel.
  • Blasen schützen: Haben sich dennoch Blasen gebildet, schützen Sie die am besten, indem Sie ein Stück Pflasterklebeband darüber kleben – die Version ohne Stoffauflage. So wird die Reibung aufgefangen und weiteres Scheuern verhindert. Normale Pflaster rollen sich meistens auf und führen dann zu noch mehr Blasen.
  • Regelmäßig fetten macht das Leder weicher: Regelmäßiges Einfetten der Stiefel mit Lederfett macht die Stiefel schneller weich. Doch Achtung: An manchen Stellen wie dem Schaft soll das Leder hart bleiben, da die Stiefel sonst schnell unansehnlich werden. Fetten Sie daher vor allem die Stellen ein, die nachgeben sollen, zum Beispiel die Lauffalten. Bei ganz harten Stiefeln kann man die Stellen auch vorsichtig mit Sattelseife behandeln, das weicht das Leder ebenfalls auf.
  • Einlaufen: richtig weich und bequem werden die Stiefel nur durch Tragen. Dazu sollten Sie die Stiefel zu Anfang erst einmal einlaufen oder auf gemütliche Schrittausritten tragen, denn solang das Leder steif ist, haben Sie kein Gefühl fürs Pferd. Es hat sich bewährt, die neuen Stiefel zunächst für ein paar Stunden im Haus zu tragen und dann erst damit zum Pferd zu gehen. Ganz Harte tragen ihre Stiefel beim Radfahren ein – aber gerade bei Dressurstiefeln kann das sehr schmerzhaft sein.
  • Aufstieghilfe und Dressurbügel: Die ersten Ritte mit den neuen Stiefeln können unangenehm werden. Achten Sie darauf, dass eine Aufstiegshilfe da ist zum Aufsteigen, denn Sie werden das Bein kaum hochgenug bekommen. Die ersten Ritte sollten Sie unbedingt mit langen Dressurbügeln machen, da der Schaft sonst in der Kniekehle drückt und der steife Stiefel am Sprunggelenk reibt.

Zum Thema Stiefel einlaufen kursieren die wildesten Thesen, etwa die Stiefel mit nasser Zeitung ausstopfen oder hineinpinkeln. Beides schadet dem Leder, lassen Sie also die Finger davon. Die Tipps stammen aus einer Zeit in der das Leder noch nicht so hochwertig gegerbt war, wie heute und durch Austrocknen hart und rissig wurde. Modernes Leder trocknet nicht so schnell aus und wird am besten nur mit fetten und wachsen gepflegt.

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Letzte Aktualisierung am 9.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API