Kaufberatung: Satteldecke kaufen

Um den Sattel zu schützen ist eine Satteldecke zwischen Sattel und Pferderücken sinnvoll. Die Satteldecke sollte aus einem gut waschbaren, atmungsaktiven Material bestehen. Satteldecken gibt es in verschiedenen Formen und aus unterschiedlichen Materialien.

Allgemein sollte eine Satteldecke den Pferderücken schützen und keine Druckstellen verursachen. Dazu muss sie fest unter dem Sattel liegen und darf nicht rutschen.

Eine Satteldecke muss sich außerdem gut reinigen lassen, da sich vor allem im Sommer schnell Salz- und Schmutz-Krusten auf ihr bilden. Daher sollte eine Satteldecke mindestens einmal pro Woche gegen eine saubere ausgetauscht werden.

Die Satteldecke sollte auch nicht zu dick sein, damit sie die Passform des Sattels nicht ändert. Ist die Satteldecke sehr dick, wird der Sattel schnell zu eng.

Lesen Sie im Anschluss einen kleinen Überblick über die gängigen Formen und Materialen.

Die Form

Die klassische Satteldecke hat die Form des Sattels. Sie wird mit zwei Schlaufen für die Gurtstrippen und zwei Schlaufen, durch die der Sattelgurt geführt wird, befestigt. Satteldecken gibt es in verschiedenen Formen, die sich nach der Sattelart richten, für die sie vorgesehen sind. Diese verschiedenen Formen werden mit Abkürzungen bezeichnet.

SS steht für Springsattel. Hier sind die Seiten sehr kurz, dafür ist an die nach vorne gezogenen Pauschen gedacht.

VSS passt unter einen Vielseitigkeitssattel Schwerpunkt Springen. Hier sind die Seiten etwas länger geschnitten als bei einer SS-Decke.

VSD Satteldecken sind am Sattelblatt lang geschnitten und haben weniger Platz nach vorne für die Pauschen. Sie sind für Vielseitigkeitssättel Schwerpunkt Dressur gedacht.

DS gehört unter Dressursättel. Diese Satteldecken sind seitlich sehr weit nach unten gezogen. Die seitlichen Teile sind gerade geschnitten und stehen so vorne nicht über.

Die Alternative sind Schabracken. Bei dieser Form ist die Vorderkante der Sattelunterlage an die Form des Sattels angepasst, während die Hinterkante rechtwinklig abschließt. Diese Form der Sattelunterlage ist eleganter, das Pferd schwitzt aber mehr damit, weil mehr Fläche bedeckt ist und die Wärme so schlechter abgeleitet werden kann. Eine Schabracke wird genauso befestigt wie eine Satteldecke und es gibt dieselben Größen.

Weitere Formen der Sattelunterlage sind Pads. Das sind große Rechtecke die ohne Befestigung einfach unter den Sattel gelegt werden. Ist der Sattel fest genug angegurtet, liegt das Pad stabil. Es hat den Vorteil, dass es nach dem Reiten einfach vom Sattel getrennt und so gut zum trocknen aufgehängt werden kann.

Für Westernsättel kommen ebenfalls Pads zum Einsatz. Diese sind größer als die normalen Pads und deutlich fester.

Eine altmodische Form der Sattelunterlage ist ein Woilach. Das ist eine rechteckige Decke, die zusammengefaltet und dann unter den Sattel gelegt wird. Sie polstert gut und gleicht auch nicht ganz passende Sättel aus. Allerdings verrutscht diese Konstruktion leicht und führt schnell zu Druckstellen, wenn Falten entstehen.

Die Größe 

Die Satteldecke muss in der Größe möglichst gut zu Sattel und Pferd passen. Sie sollte unter dem kompletten Sattel liegen. Kommt der Sattel auf der KAnte zu Liegen oder steht über, scheuert das unangenehm und kann zu Druckstellen führen.

Gerade bei Ponys und Pferde mit kurzem Rücken ist es wichtig, dass die Satteldecke nicht zu Größ ist. Liegt Die Satteldecke frei im Lendenwirbelbereich auf, kommt es hier zu viel Bewegung und das Scheuert schnell. Oft bilden sich dann auch FAlten in der Satteldecke, die unangenehm drücken. Für das Pferd ist das dann so wie für uns eine verrutschende Socke.

Das Material

Satteldecken gibt es aus Baumwolle, Wolle, Samt, Lammfell, Moosgummi, Leder, Filz und Kunststoff.

Baumwoll-Satteldecken eignen sich gut für die tägliche Arbeit. Sie nehmen den Schweiß des Pferdes gut auf und lassen sich problemlos waschen. Daher sind sie auch am häufigsten anzutreffen. Allerdings verwaschen die Farben schnell und das Material wird nach einiger Zeit rau und scheuert durch.

Wolle kam vor allem früher viel zum Einsatz. Ein Woilach bestand traditionell aus einer Wolldecke. Heute findet man Wolle fast nur noch als Oberseite bei Westernpads. Darunter ist meist Filz oder Kunststoff verarbeitet. Wolle hat den Nachteil, dass das Pferd unter der Wolldecke stark schwitzt. Außerdem lassen sich Wolldecken nur schlecht reinigen, das sich die Decke dann leicht verzieht oder eingeht.

Samt ist ein beliebtes Material für Schabracken. Meist ist dabei die Oberfläche einer Baumwoll-Schabracke mit Samt überzogen. Solche Schabracken sehen sehr edel aus und eignen sich gut für Turniere und Vorführungen. Für die tägliche Arbeit sind sie eher ungeeignet, da das Material relativ empfindlich ist und schon nach wenigen Waschgängen einen Teil seiner Schönheit einbüsst. Samtschabracken gehen auch häufig beim Waschen stark ein.

Lamm-Fell ist meist als Polster an der Unterseite der Satteldecke angebracht. Es soll verhindern, dass der Sattel drückt und am Pferderücken reibt. Schaf-Fell ist allerdings relativ dick und kann den Sattel so zu eng werden lassen. Außerdem lässt sich Schaf-Fell nur mit Spezialwaschmitteln reinigen. Das ist relativ aufwendig.

Moosgummi wird meist nur als Applikation auf einer Satteldecke verwendet. Es soll verhindern, dass der Sattel auf der Satteldecke hin und her rutscht und dient als zusätzliches Polster. Dieses Material lässt sich problemlos reinigen und kann auch mit in die Waschmaschine. Allerdings kann es ebenfalls sie Passform des Sattels verändern. Überprüfen Sie die Lage des Sattels also noch einmal, bevor Sie mit einer solchen Decke reiten.

Leder kommt nur selten für Satteldecken zum Einsatz. Das hat seinen Grund. Das Pferd schwitzt stark unter dem Leder und das Leder wird durch den Schweiß schnell hart und brüchig. Leder ist außerdem sehr pflegeintensiv und nur mit großem Aufwand sauber zu halten.

Filz ist ein altmodisches Material für Satteldecken. Es kam früher vor allem wegen seiner guten Polstereigenschaften zum Einsatz. Mittlerweile ist es aber zu kompliziert in der Handhabung, da sich der Filz kaum reinigen lässt und schnell verzieht. Hauptsächlich findet man Filz bei Westernpads, die ohnehin nur in einer Spezialreinigung gesäubert werden können.

Kunststoff ist sehr pflegeleicht da er sich einfach unter dem Wasserhahn abwaschen lässt. Allerdings ist dieses Material relativ fest. Wenn es bricht, ist es nicht mehr einsetzbar, da es dann Scheuerstellen verursacht. Außerdem schwitzen Pferde unter der Kunststoff-Satteldecke sehr stark. Viele Pferde vertragen das nicht und bekommen dann Scheuerstellen und Ausschlag. 

Neopren ist die moderne und angenehmere Alternative zu den Kunststoff-Satteldecken. Das Material ist ebenfalls abwaschbar, ist aber deutlich weicher und passt sich dem Pferderücken besser an. Ausserdem bricht es nicht. Die Pferde schwitzen allerdings immernoch stark unter dem Neopren und viele Pferde vertragen das nicht.

Zusammenfassung

  • Die Satteldecke muss immer zum Sattelmodell passen und stabil unter dem Sattel liegen
  • Die Satteldecke darf die Passform des Sattels nicht nachteilig verändern
  • Die Satteldecke muss sich für eine tägliche Verwendung gut pflegen lassen
  • Das Pferd muss das Material vertragen und es darf nichts scheuern
  • Farbe und Desing müssen zum Pferd passeen – was das heißt, darf jeder selbst entscheiden

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