Dressur: Wie entsteht Schwung?

Der Schwung ist Punkt vier der Ausbildungsskala. Doch viele können sich unter diesem Begriff nicht viel vorstellen. Schwung ist die energische Übertragung der Kraft aus der Hinterhand auf die Vorwärts-Aufwärts-Bewegung.

Schwung kann nur in den schwunghaften Gangarten Trab und Galopp entstehen, da der Schwung eng mit der Schwebephase zusammenhängt. Da der Schritt keine Schwebephase hat, kann hier kein Schwung entstehen.

Laut den FN-Richtlinien soll ein Pferd, das mit Schwung läuft, das Bein direkt nach dem Abfußen vorwärts aufwärts bewegen. Der so entstehende Bewegungsimpuls wird über einen schwingenden Rücken auf das ganze Pferd übertragen.

Geht ein Pferd losgelassen und mit Schwung, ist es für den Reiter sehr bequem zu sitzen, da es den Reiter in der Bewegung mitnimmt. Die Bewegung ist weich und harmonisch. Die bei vielen Reitern unbeliebten Stöße im Trab sind deutlich vermindert.

Ob Schwung entstehen kann, hat viel mit dem Tempo zu tun. Reiten Sie das Pferd unter seinem Grundtempo treten die Hinterbeine nicht genügend mit und es kann keinen Schwung entwickeln. Reiten Sie zu schnell wird das Pferd eilig. Statt langer schwingender Tritte macht es dann viele kurze. Es entsteht ein Nähmaschinen Trab oder Galopp.

Damit Ihr Pferd Schwung entwickelt, müssen Sie es also vorwärts reiten und gut an den treibenden Hilfen haben. Voraussetzungen für den Schwung ist ein losgelassenes Pferd, das taktmäßig in einer feinen Anlehnung läuft. Haben Sie dieses Ziel erreicht, können Sie über viele Tempowechsel innerhalb von Trab und Galopp den Schwung entwickeln. Dabei verstärken Sie die Schubkraft aus der Hinterhand und verfeinern die Reaktion Ihres Pferdes auf die vorwärtstreibenden Hilfen.

Ziel ist es, dass der Bewegungsimpuls des Pferdes aus der Hinterhand kommt und nach vorne-oben gerichtet ist. Das Pferd soll also größere und höhere Schritte machen. Das Pferd vermittelt dabei den Eindruck, es würde bergauf laufen.

Am Anfang ist es am leichtesten, den Schwung im Leichttraben zu entwickeln, da der Reiter hier den Takt gut steuern kann. Üben Sie im Leichttraben immer wieder, das Pferd vermehrt vorwärts zu reiten und danach wieder einzufangen. Sie werden relativ schnell feststellen, dass sich beim Zulegen die Schwebephase verlängert. Das ist der erste Schritt in Richtung Schwung. Anschließend sollten Sie diese Übung im Galopp wiederholen. Ziel ist hier ein rollender nach oben gerichteter Galoppsprung, bei dem Sie die Aufwärtsbewegung deutlich spüren.

Die meisten Schwierigkeiten bereitet die Schwungentwicklung vielen Reitern im Trab-Aussitzen. Hier bringt der veränderte Bewegungsrhythmus den Reiter aus dem Gleichgewicht und der stört dadurch wiederum das Pferd. Versuchen Sie bewusst entspannt zu sitzen und sich vom Pferd in der Bewegung mitnehmen zu lassen.

Damit die so erzielten Erfolge nicht gleich wieder zu Nichte gemacht werden, sollten Sie die Schwungentwicklung langsam aufbauen. Zu Anfang reichen jeweils ein paar Trabtritte oder Galoppsprünge. Unterschätzen Sie dabei nicht, wie anstrengend es für Ihr Pferd ist, dieses neue Bewegungsmuster umzusetzen. Also reiten Sie lieber öfter kurze Stücke mit Schwung.

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Letzte Aktualisierung am 19.01.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API