Laufferzügel für Rücken und Anlehnung

, Stand: 26.04.2006  Tipp druckenDrucken Symbol Kommentare 2 Kommentare

Laufferzügel sind zu Unrecht ein relativ seltener Hilfszügel, denn sie sind sehr vielseitig einsetzbar. Je nach Verschnallung bringen sie das Pferd dazu den Hals fallen zu lassen oder helfen ihm bei der Aufrichtung. Außerdem sind diese Hilfszügel beim Voltigieren und Longenreiterwettbewerben als einzige Alternative zu Ausbindern erlaubt.

Laufferzügel bestehen aus zwei langen Lederstreifen, die an jeder Seite eine Schnalle haben. Mit jeder lässt sich eine Schlaufe schnallen. Meist ist diese Schlaufe auf einer Seite relativ klein und die Länge lässt sich nur wenig variieren Auf der anderen Seite ist die Schlaufe größer und es stehen mehr Löcher zur Verfügung. Auf dieser Seite wird die Länge angepasst.

Soll das Pferd den Hals fallen lassen und den Rücken aufwölben, verschallen Sie den Laufferzügel wie einen Dreieckszügel. Dazu ziehen Sie den Sattelgurt durch die beiden kleineren Schlaufen und platzieren diese in der Mitte des Pferdebauchs. Von dort aus werden die Laufferzügel zwischen den Vorderbeinen hindurch zum Gebiss gezogen. Fädeln Sie durch jeden der Gebissringe einen der Laufferzügel und verschnallen Sie die Hilfszügel dann seitlich auf Höhe des Buggelenks wieder im Sattelgurt. So verschnallt werden die Hilfszügel kürzer, wenn das Pferd versucht sich herauszuheben. Gleichzeitig kann es sich bis zu einem bestimmten Punkt vorwärts abwärts strecken. Deshalb ist diese Verschnallung gut für junge Pferde und Pferde mit Rückenproblemen geeignet. Allerdings bietet der Laufferzügel so wenig seitlichen Halt und das Pferd kann sich leicht verwerfen.

Laufferzügel eignen sich gut zum Longieren

Wollen Sie mehr seitliche Führung und das Pferd in Richtung Aufrichtung trainieren, ist folgende Verschnallung besser: Schallen Sie die kurze Schlaufe möglichst weit oben ein, zum Beispiel am Sattel in die Öse für den Anfassriemen. Von dort aus wird der Laufferzügel von oben nach unten durch den Gebissring gezogen und dann auf Höhe des Buggelenks wieder in den Sattelgurt geschnallt. Das machen Sie auf beiden Seiten. So hat das Pferd eine deutliche seitliche Führung und wird zu einer höheren Kopfhaltung angeregt. Diese Verschnallung eignet sich nicht für die Lösungsphase. Sie ist erst dann sinnvoll, wenn das Pferd im Rücken schon locker ist und nun vermehrt mit der Hinterhand unter den Schwerpunkt treten soll.

Soll der Laufferzügel wie ein Ausbinder wirken, wandern die beiden Befestigungspunkte näher zusammen. Ein Ende wird auf Höhe des Buggelnks im Sattelgurt befestigt. Von dort aus läuft der Zügel durch den Gebissring und wird dann zwei bis drei Handbreit höher wieder am Sattel oder Longiergurt befestigt. In dieser Form verschnallt darf der Laufferzügel auch in offiziellen Prüfungen, wie Longierabzeichen oder Longenreiterwettbewerben, verwendet werden.

Egal, wie die Verschnallung aussieht, für die Länge gilt immer: Der Laufferzügel muss so lang sein, dass der Nasenrücken des Pferdes in der Senkrechten ist, wenn sich das Maul auf Höhe des Buggelenks befindet.

2 Kommentare

kann mich der vorrednerin nur anschließen:ein absolutes
negativbeispiel für hilfszügel!überhaupt gilt:sog. hilfszügel
sollten nicht dazu dienen reiterliche defizite auszubügeln(wieviele
pferde heutztage "rückenprobleme" haben ist schon erstaunlich)und sie
sollten nur von sehr erfahrenen pferdeleuten zur korrektur eingesetzt
werden!lieber drauf verzichzen, als falsch benutzt.
[fantasia | 01.03.2011] Antworten

Auf dem Bild sieht die Unterhalsmuskulatur des Pferdes aber ziemlich
angespannt aus. Dies ist somit kein schönes Anschauungsobjekt, es
sieht aus als würde das Pferd gegen den Hilfszügel arbeiten und
somit wird gerade die Bildung der "schlechten" Muskulatur gefördert.
[jutta | 16.06.2010] Antworten


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Aktualisiert am: 26.04.2006