Unter Anlehnung versteht man in der Dressur eine weiche, elastische Zügelverbindung zwischen Pferdemaul und Reiterhand. Wichtig ist dabei, dass das Pferd die Anlehnung sucht. Das heißt das Pferd dehnt den Hals soweit nach Vorne-Unten, bis eine konstante Zügelverbindung entsteht.

So hilft die Anlehnung dem Pferd

Durch diese Anlehnung fällt es dem Pferd leichter sein Gleichgewicht unter dem Reiter zu finden. Die Anlehnung darf allerdings nie durch ein Ziehen des Reiters zustande kommen. Dann gehen nämlich Takt und Losgelassenheit verloren. Das Pferd schwingt nicht mehr durch den Rücken und tritt mit den Hinterbeinen nicht mehr energisch mit.

Die Anlehnung erreichen Sie durch vorwärts Reiten, mit sanften, einfühlsamen treibenden Hilfen. Merken Sie, dass das Pferd das Gebiss sucht, geben Sie ihm über den Zügel einen sanften Widerstand, so dass es an das Gebiss herantreten kann. Die Verbindung ist mehr ein Gegenhalten als ein Ziehen. Das Pferd darf sich dabei weder auf den Zügel legen, noch sich herausheben. Was Sie vorne Gegenhalten, müssen Sie immer durch treibende Hilfen ausgleichen, sonst ist der Takt gefährdet.

Eine Folge der Anlehnung ist die Beizäumung. Hinter diesem Begriff versteckt sich, was landläufig als am Zügel gehen bekannt ist. Das Pferd biegt seinen Hals so, dass das Genick der höchste Punkt ist und die Nasenlinie kurz vor der Senkrechten oder in der Senkrechten ist.

Wichtig ist dabei, dass das Genick der höchste Punkt ist. Kommt das Pferd mit der Nase hinter die Senkrechte oder das Genick ist nicht mehr der höchste Punkt, fehlen die treibenden Hilfen von Hinten oder die Zügeleinwirkung ist zu stark.

Bei der Ausbildung sollten Sie darauf achten, dass die Anlehnung immer erhalten bleibt. Besondere Gefahrenstellen sind hier die Übergänge. Oft stimmt hier das Zusammenspiel der Hilfen nicht, so dass sich das Pferd heraushebt und die Anlehnung verloren geht. Wie sie die Übergänge richtig reiten lesen Sie hier:

Bei der Anlehnung kann einiges Schief gehen. Wie solche Fehler aussehern und was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier:

Fehler in der Anlehnung

In der Dressur soll das Pferd am Zügel gehen. Das heißt das Pferd biegt den Hals so, dass der Nasenrücken in der Senkrechten ist und das Genick den höchsten Punkt bildet.

Da es nicht ganz einfach ist ein Pferd mit der korrekten Beizäumung zu reiten, gibt es verschiedene Anlehnungsfehler. Hier eine Zusammenstellung der Fehler und ihrer Ursachen.

So soll die Anlehnung aussehen. Das Pferd ist mit der Nase leicht vor der Senkrechten und das Genick ist der höchste Punkt. Der Hals des Pferdes ist aufgewölbt und der obere Halsmuskel ist deutlich zu sehen.

Der Zügel bildet eine feine Verbindung zum Pferdemaul, ohne das Pferd in Form zu zwingen. Der leichte Schaum am Maul zeigt, dass das Pferd zufrieden auf dem Gebiss kaut.

Keine Anlehnung

Hier ist keine Spur von Anlehnung zu erkennen. Die Nase ist deutlich vor der Senkrechten und der Zügel wirkt massiv zurück.

Die Falten an der Ganasche zeigen, dass das Pferd hier zusammengezogen ist und sich gegen den Zügel wehrt. Die deutlich sichtbare Unterhalsmuskulatur macht deutlich, dass dieses Pferd nicht über den Rücken tritt.

In dieser Haltung ist das Pferd nicht losgelassen und hat auch keine Anlehnung. Der Reiter hat es schwer mit seinen Hilfen durchzukommen. Um Abhilfe zu schaffen muss das Zusammenspiel der Hilfen verbessert werden.

Auf den Zügel legen

Dieses Pferd legt sich auf den Zügel. Das heißt es trägt Kopf und Hals nicht selber, sonder stützt dieses Gewicht auf der Reiterhand ab.

Dadurch entsteht ein starker Zug auf dem Zügel, der feine Hilfen vom Reiter unmöglich macht. Um den durch diesen Zug entstehenden Druck im Maul auszuweichen, öffnet das Pferd das Maul. In der Fachsprache nennt man das Sperren.

Abhilfe schafft in diesem Fall nur, das Pferd mit energischen Hilfen vorwärts zu treiben und ihm die Stütze der Hand zu entziehen. Nur durch konsequentes vorwärts-abwärts Reiten kann wieder eine feine Verbindung hergestellt werden. Besonders energisches Weitertreiben ist hier gefragt.

Lassen Sie sich nicht auf einen Kampf ein, sondern korriegieren Sie diesen Fehler immer sofort.

Herausheben

Hier hebt sich das Pferd heraus. In einem Übergang passen die Hilfen nicht zusammen oder irgendetwas hat die Aufmerksamkeit des Pferdes erregt und schon ist die Anlehnung flöten.

In einer solchen Situation hilft nur weitertreiben und mit einer halben Parade die Anlehnung wieder einzufordern. Bloßes Ziehen am Zügel ist hier kontraproduktiv, da dann die Losgelassenheit weiter gestört wird. Je ruhiger der Reiter reagiert, desto schneller ist das Pferd auch wieder aufmerksam.

Konsequentes weiterreiten hilft bei guckigen Pferden mehr als heftige, unkontrollierte Reaktionen. Die machen dem Pferd nur noch mehr Angst. Ignorieren Sie Stellen an denen Ihr Pferd schaut einfach und stellen Sie es davor vermehrt nach innen. Oft hilft es auch mit dem Pferd zu reden oder ihm etwas vorzupfeifen.

Einrollen

Dieses Bild ist leider immer häufiger zu sehen. das Pferd geht deutlich hinter dem Zügel und hat sich aufgerollt. Dieser Fehler entsteht, wenn zu starker Zug auf den Zügel kommt, der nicht durch entsprechende treibende Hilfen ausgeglichen wird.

Das Pferd zieht dabei nur den Hals zusammen und tritt in der folge nicht mehr über den Rücken. Die Hinterhand geht verloren und tritt nicht mehr energisch genug mit.

Abhilfe schafft auch hier nur vorwärts-abwärts Reiten und die Losgelassenheit und den Zug nach vorne wiederherzustellen. Daraus kann dann die Beizäumung neu aufgebaut werden.

Geht ein Pferd längerfristig hinter dem Zügel, kann das auch gesundheitliche Folgen haben. Das Nackenband wird überdehnt und die Schleimbeutel darunter können sich entzünden.

Falscher Knick

Dieses Pferd hat einen Ausbildungsfehler, den man falschen Knick nennt. Das Pferd geht dabei zwar mit der Nase in der Senkrechten, das Genick bildet aber nicht den höchsten Punkt.

Dieser liegt weiter hinten, zwischen dem zweiten und dritten Halswirbel. In dieser Haltung gibt das Pferd den Rücken nicht her und tritt nur ungenügend von hinten mit.

Einen falschen Knick zu korrigieren ist schwierig und langwierig, da das Pferd die korrekte Anlehnung nur schwer findet. Der Weg führt auch hier über das vorwärts-abwärts Reiten und eine feine Zügelverbindung. Ganz wichtig ist dabei die Vorwärts-Tendenz, um die Hinterbeine zur Mitarbeit anzuregen und auf eine korrekte Versammlung hinzuarbeiten.



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@Isabel: Es ist sehr schwer Tipps zu geben, ohne das Pferd zu sehen. Die Ursache für die fehlende Anlehnung können so vielfältig sein, dass es sinnvoll ist, über eine gewisse Zeit mit einem Bereiter oder Reitlehrer zusammenzuarbeiten. Am sinnvollsten Wäre meiner Meinung nach eine Kombination aus Unterricht und Beritt. Wenn der Reitlehrer dein Pferd ab und zu reitet, kann er dir genau sagen, wo das Problem liegt und dir dann im Unterricht vermitteln, wie die Lösungen aussehen.
[Franziska (www.tipps-zum-pferd.de) | 11.09.2014] Antworten

Hallo ich habe vor zwei Monaten ein Pferd aus dem Schulbetrieb gekauft. Er ist 7 Jahre alt und sehr brav, geländesicher und lernwillig. Der Kleine ist bisher bis E ausgebildet. Leider auch total verritten. Er trägt den Kopf immer oben und zeigt keine Spur von Anlehnung. Ich habe es schon mit allen Tricks und Tipps probiert, doch nichts ha geholfen. :( Ich überlege ob ich eine Bereitein bitten soll ihn zu reiten, doch ich würde es lieber selber hinbekommen um das Vertrauen zu stärken Kann mir hier vielleicht jemand helfen? Danke schon einmal im Vorraus LG
[Isabel | 11.09.2014] Antworten

Hallo ich bin alicja mir gefallen pferde sehr ich habe leider kein eigenes pferd . Ich reite auf einem reiterhof und reite ein deutsches reitpferd es ist mit das grösste dort. Ich reite jetzt schon drei jahre lang und bin jeden tag auf dem reiterhof. Meine frage an euch. Was muss ich tun das es meinen pferd gut bei mir geht ? Ich würde mich auf die antwort sehr freun.
[Alicja Dräger | 22.08.2014] Antworten

@Lexie: Wenn deine Stute schön in der Anlehnung geht versuche doch mal ihr das vorwärts abwärts unterzuschieben. Versammele Sie etwas in der Ecke und lass sie danach an der langen Seite etwas länger. Die meisten Pferde nehmen das abstrecken nach ein paar Wiederholungen sehr schön an. Klappt das Abdehnen eine lange Seite lang gut, versuche es auf den Mittelzirkel hinüberzuretten.
Wichtig ist auch, dass du dein Pferd nicht zu weit nach unten reitest . Das Maul soll etwa 1-2 Handbreit unterhalb des Buggelenks sein. Ist der Kopf zu tief kann der Rücken nicht mehr richtig arbeiten und es besteht die Gefahr das sich das Pferd im Trab selber ans Kinn tritt.
Manchen Pferden wird auch schwindlig, wenn sie den Kopf zu tief tragen. Vielleicht ist ja eines davon die Ursache, warum sich deine Stute plötzlich so gegen das Vorwärtsabwärts reiten währt. Wir haben auch noch einen extra Artikel zu dem Thema auf der Seite
[Franziska (www.tipps-zum-pferd.de) | 15.08.2013] Antworten

Hallo Pferdefreunde!
Ich bin das erste Mal hier und habe sogleich schon eine Frage und hoffe sehr, dass ihr mir vielleicht bei meinem Problem weiterhelfen könnt.
Ich habe eine Stute, die ich für einem Monat in einem Berittstall hatte. Leider wurde sie krank und wir konnten an dem Gelernten nicht weiter anknüpfen und mussten sozusagen wieder fast von vorn anfangen.
Jezt ist sie vollkommen genesen und wir haben mit Bodenarbeit und Longe, sowie mit Reiten begonnen um Vertrauen und Muskeln aufzubauen. Das V/A reiten hat die letzten 2 Wochen soweit gut geklappt, aber seit einer Pause von 3 Tagen, die wir eingelegt haben, mag sie gar nicht mehr V/A gehen, sie zieht mir regelrecht die Zügel aus der Hand, indem sie ihren Kopf auf den Boden stürmisch zubewegt, dabei aber teilweise ruhig weiterläuft und ein anderes Mal dabei wieder schneller wird. Ich bin schon der Meinung gewesen, vielleicht zu fest in der Hand zu sein, oder sie zu wenig abzuspielen, aber meine Freundin meint, dass dem nicht so ist und ich ihr das nicht durchgehen lassen dürfte. Was mir auffällt ist, dass sie eher in Anlehnung geht, dabei ruhig kaut und schön von hinten nach vorn durchtritt, oder aber sie wie eine eins rennt. Aber ersteres hilft mir dabei auch nicht sie V/A zu dehnen, was ja sooo wichtig für sie ist. Also was kann ich tun um meine Stute in V/A Dehnungshaltung zu bringen, sie dabeizubehalten und mir nicht die Zügel aus der Hand reissen zu lassen? Im Moment habe ich für mich beschlossen sie nur im Schritt zu reiten, mit vielen Biegungen etc und sie mit einem Dreieckszügel zu longieren. Vielleicht fällt euch noch etwas ein, bin um jede Hilfe und jeden Rat dankbar.
Dazu muss ich sagen, meine Reitlehrerin ist im Moment leider unpässlich, daher wende ich mich hoffnungsvoll an euch.
Vielen Dank für eure Hilfe!

[Lexie | 14.08.2013] Antworten

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Aktualisiert am: 14.05.2015

 

Mehr dazu:

Vorwärts-Abwärts reiten: Was bringt es und wie geht es

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