Hilfe aus der Futterkrippe: Zusatzfuttermittel bei Spat
Neben der Behandlung durch den Tierarzt kann man dem Spatpferd mit einer Reihe von Zusatzfuttermitteln und Kräutern unterstützen. Der Einsatz dieser Mittel sollte jedoch gut überdacht und geplant erfolgen. Wer nach dem Motto "Viel hilft viel" wahrlos Mittelchen in sein Pferd reinstopft, kann mehr Schaden anrichten als er hilft. Auf jeden Fall sollten Sie jedes der Zusatzmittel mit dem Tierarzt absprechen.
Welches Zusatzfuttermittel das passende für Ihr Pferd ist, hängt davon ab, in welchem Stadium die Spaterkrankung ist und welche Ziele Sie mit dem Zufüttern erreichen wollen. In diesem Artikel ist Spat in drei Phasen unterteilt: Der akute Schub, wenn das Gelenk dick und geschwollen ist und das Pferd stark lahmt. Das Frühstadium, wenn die Gelenkspalte noch frei sind und das Pferd nur etwas klamm geht und das Spätstadium, wenn der Knorpel schon weitgehend zerstört ist und die Gelenke dabei sind zu verknöchern.
Im akuten Schub
Im akuten Schub geht es darum Entzündungssymptome und Schmerzen zu lindern.
Prädestiniert ist hier Ingwer als Zusatzfuttermittel. Die darin enthaltenen Scharfstoffe wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Ingwer wirkt auch schon nach ein paar Tagen, somit sollte schnell eine Besserung zu sehen sein. die benötigte Tagesdosis liegt zwischen 20 und 60 Gramm. Sie sollte bei 3-5 Gramm beginnend langsam gesteigert werden. Mehr zu Ingwer als Zusatzfutter erfahren Sie unter: Ingwer für Pferde: Entzündungshemmer aus der Natur.
Bei akuten Beschwerden kann auch Teufelskralle sinnvoll eingesetzt werden. Dieses Kraut aus dem südlichen Afrika wirkt entzündungshemmend und schützt den Knorpel. Allerdings setzt die Wirkung der Teufelskralle deutlich langsamer ein, als beim Ingwer. Mit 2-4 Wochen ist zu rechnen, bevor sich die erste Besserung zeigt. Die nötige Tagesdosis liegt bei 20-30g. Mehr zu Wirkung und Einsatz von Teufelskralle finden Sie unter: Teufelskralle: Hilfe aus der Natur bei Arthrose.
Auch Weidenrinde ist in Akutphasen bei starken Schmerzen gut einzusetzen. Die in der Rinde enthaltene Salicylsäure ist eng mit dem in Aspirin enthaltenen Stoff Acetylsalicylsäure verwandt. Die Weidenrinde wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Man verfüttert sie am besten mit etwas Wasser eingeweicht. Die Dosis liegt bei 20-30g der getrockneten Rinde am Tag.
Aus diesem Angebot sollten Sie sich ein oder maximal zwei Komponenten aussuchen und den Kräutern eine gewisse Zeit geben um zu wirken. Tritt die gewünschte Wirkung nicht ein, können Sie wechseln.
Zusätzlich lässt sich der durch die Entzündung belastete Organismus mit verschiedenen Kräutern anregen und so die Entgiftung beschleunigen. Mariendistel regt die Leber an, Brennessel verbessert die Ausleitung von Giftstoffen über die Nieren und Löwenzahn sorgt dafür das die Giftstoffe schneller über die Galle entsorgt werden.
Neben den Einzelkräutern gibt es auch häufig vorgefertigte Mischungen. Trauen Sie es sich nicht zu, selber eine gute Mischung für Ihr Pferd zu finden, können Sie sich auch an einen erfahrenen Phytotherapeuten oder Tierheilpraktiker wenden.
In der Frühphase
In der Frühphase bieten sich verschiedene Wirkstoffe an, die entzündungshemmend sind und Versorgung und Qualität des Gelenkknorpels verbessern.
Der Klassiker in dieser Phase und von vielen Tierärzten verordnet ist die Teufelskralle. Sie bremst die Entzündung aus und hemmt die Enzyme, die den Knorpel schädigen. Es gibt dieses Kraut in verschiedenen Zubereitungen von flüssig über Stücke bis zu Pellets - zum Teil auch in Kombination mit anderen Kräutern. Mehr dazu erfahren Sie unter: Teufelskralle: Hilfe aus der Natur bei Arthrose.
GSM oder Grünlippmuschel-Extrakt wird häufig als Wundermittel gegen Arthrose und Spat angepriesen. Der Muschelextrakt hat mittlerweile auch in Studien bewiesen, dass er die Ernährung des Knorpels verbessert und eine entzündungshemmende Wirkung hat. Da das Pulver keine Nebenwirkungen hat, lässt es sich problemlos auch über längere Zeit verfüttern. Negativ sind allerdings der hohe Preis und der fischige Geruch, den viele Pferde nicht mögen. Mehr zu GSM finden Sie im folgenden Beitrag: GSM oder Grünlippmuschel: Natürliche Hilfe bei Arthrose und Gelenkproblemen.
Auch zusätzlicher Schwefel im Futter, vor allem in seiner organischen Form MSM kann die Bänder und Knorpel beim Kampf mit dem Spat unterstützen. Schwefel wird in größeren Mengen in der Molekularstruktur von Knorpel und Bändern gebraucht. Allerdings ist Schwefel recht schwierig in der Handhabung, da es schnell zu unerwünschten Wirkungen kommen kann. Die Gabe ist oft sehr effektiv - sollte jedoch nicht länger als drei Monate dauern. Mehr dazu erfahren Sie im folgenden Beitrag: Gutes Bindegewebe durch Schwefel: MSM für Pferde sinnvoll einsetzen.
Eine weiteres Präparat, mit dem man den Spat bremsen kann, ist Gelantine Hydrolysat. Dieses verbessert die Ernährung des Knorpels und auch die Knochendichte. Es eignet sich somit auch besonders für den osteolytischen Spat. Beim Einkauf sollten Sie darauf achten, dass es das kurzkettigere Gelantine Hydrolysat ist und nicht normale Gelatine, die vom Pferdedarm deutlich schlechter aufgenommen wird. Zusätzlich sollte es sich um ein chemisch hergestelltes Produkt handeln, da bei der aus Tierabfällen hergestellten Gelatine immernoch die Gefahr von BSE und anderen übertragbaren Krankheiten besteht. Die Tagesdosis liegt zwischen 30g und 50g am Tag für ein 500kg-Pferd.
Von den hier vorgeschlagenen Produkten sollten Sie sich für eines entscheiden und Ihr Pferd damit füttern. Treten dabei nicht die gewünschten Ergebnisse auf können Sie wechseln oder ein weiteres Produkt hinzufüttern. Sie sollten allerdings nicht mehr als zwei Wirkstoffe kombinieren. Viele der Produkte können nicht dauerhaft gefüttert werden. Daher lässt sich recht gut ein Rhythmus aus wechselnden "Kuren" finden.
Auf die Dauerfütterung von Ingwer sollten Sie in der Frühphase verzichten, da die enthaltenen Wirkstoffe auf Dauer die Flüssigkeitsversorgung im Knorpel bremsen können.
Die Spätphase
In der Spätphase soll der Gelenkspalt möglichst schnell verknöchern und damit für das Pferd schmerzfrei werden. Hier ist es also nicht mehr sinnvoll, den Knorpel zu schützen. Vielmehr geht es darum dem Pferd die Schmerzen zu nehmen und die übermäßige Entzündung einzudämmen.
Prädestiniert ist deshalb Ingwer als Zusatzfutter. Die Scharfstoffe wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Zusätzlich können sie den Knorpel austrocknen, da sie Flüssigkeit aus dem Gelenk ziehen. Die nötige Tagesdosis liegt meist bei 20-60g, also relativ hoch. Mehr zu Ingwer als Zusatzfutter und Hinweise zum Einkauf und Fütterung finden Sie unter: Ingwer für Pferde: Entzündungshemmer aus der Natur.
Als Alternative zum Ingwer kann in der Spätphase auch Teufelskralle gegeben werden. Hier setzt man vorallem auf die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung. Die knopelschützende Wirkung der Teufelskralle ist allerdings nicht ganz ideal. Mehr zur Teufelskralle finden Sie unter: Teufelskralle: Hilfe aus der Natur bei Arthrose.
Zusammenfassung
Mit Zusatzfuttermittlen lassen sich gute Erfolge im Kampf gegen dan Spat erzielen. Allerdings sollte man sein Pferd immer mit Hirn und Verstand füttern. Es ist wichtig die Wirkungen der einzelnen Präparate im Kopf zu haben und diese passend zu Phase und dem Gesamtzustand des Pferdes einzusetzten. Zusätzlich sollten Sie Ihre Zusatzmittel immer mit dem behandelnden Tierarzt absprechen, damit sich nichts mit seiner Behandlung beißt.
Sie sollten auch nicht nach dem Motto "Viel hilft viel" in einen Pülverchenwahn verfallen. Mehr als ein bis zwei Präparate gleichzeitig sind selten sinnvoll. Es ist besser hin und wieder zu wechseln, um Nebenwirkungen und Gewöhnungeffekte zu vermeiden. Bei jeder neuen Dose oder Packung des Zusatzfutters sollten Sie auch noch einmal kritisch überprüfen, ob es für Ihr Pferd noch passend ist.
Mehr zum Thema Spat finden Sie unter: Pferdekrankheiten: Spat
- GSM oder Grünlippmuschel: Natürliche Hilfe bei Arthrose und Gelenkproblemen
- Teufelskralle: Hilfe aus der Natur bei Arthrose
- Ingwer für Pferde: Entzündungshemmer aus der Natur
- Gutes Bindegewebe durch Schwefel: MSM für Pferde sinnvoll einsetzen
- Blutegel - Schmerzlindernd, entzündungshemmend und entstauend
Hinweis






