Wie behandelt der Tierarzt Spat?
Knochenbildender Spat
Spat wird im akuten Schub meist mit entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten, wie Phenylbutazon und Meloxicam behandelt. Die Mittel können über das Futter verabreicht oder gespritzt werden. Sie nehmen dem Pferd die Schmerzen und bringen die Schwellung zum abklingen, daher schwächen sich die Symptome ab oder verschwinden ganz während der Behandlung. Da aber nichts an der Ursache geändert wird, können die Symptome nach der Behandlung jederzeit wieder auftreten. Die längerfristige Behandlung des Pferdes mit diesen Mitteln ist allerdings so eine Sache, da sie Leber, Nieren und Magen schädigen, wenn sie immer gegeben werden.
Als ursächliche Behandlung können kortisonhaltige Präparate zum Einsatz kommen, die direkt ins Gelenk gespritzt werden. Durch die Präparate soll eine Entzündung hervorgerufen werden. Diese führt zu einer schnelleren Verknöcherung des Spats. Damit soll erreicht werden, dass das Gelenk steif wird und somit schmerzfrei. Wichtig ist es, hierbei den Erfolg zu kontrollieren und eventuell nach ein paar Wochen noch einmal nachzuspritzen. Diese Therapie eignet sich eher für die späteren Stadien, wenn die Verknöcherung des Gelenkspaltes schon eingesetzt hat. Das Risiko ist, dass Bakterien über die Spritze oder Stichkanal ins Gelenk gelangen und zu einer für das Pferd sehr schmerzhaften, eitrigen Entzündung führen. Absolute Hygiene ist daher Pflicht.
Es gibt verschiedene durchblutungsfördernde Einreibungen, die die Entzündung ebenfalls beschleunigen sollen. Der Plan ist, den Spat früher zum Abklingen zu bringen. Diese Mittel werden regelmäßig von außen auf das Gelenk gerieben. Bei dieser Behandlung ist das Infektionsrisiko nicht da, allerdings dauert sie auch länger. Zusätzlich reagieren viele Pferde mit der Haut auf die scharfen Mittel und verlieren ihr Fell oder bekommen Hautausschläge.
Ist das Gelenk noch beweglich und der Gelenkspalt noch offen hilft es oft, den Knorpel mit Hyaloron-Säure zu unterstützen. Hyaloron-Säure kann ebenfalls ins Gelenk gespritzt werden und verbessert dort die Nährstoffversorgung des Knorpels. Damit soll die Entzündung bekämpft werden und die Beweglichkeit des Gelenks wird verbessert. Auch hierbei besteht die Gefahr, dass Bakterien ins Gelenk gelangen und eine Entzündung verursachen. Daher ist es wichtig für Sauberkeit zu sorgen.
Helfen diese relativ einfachen Maßnahmen nicht, besteht noch die Möglichkeit, das Pferd in einer Klinik operieren zu lassen. Wie alle Operationen ist das teuer und birgt viele Risiken. Die Operationen können den Spat nicht beseitigen sondern lediglich die Symptome lindern oder die Verknöcherung beschleunigen. Hier die gängigsten Operationstechniken:
Das Gelenk versteifen: Dies kann auf verschiedene Arten geschehen. Bei einer Operationsmethode wird der Knorpel abgeschabt, um so die Arthrose zu beschleunigen. Ähnlich funktionieren Injektionen mit knorpelzerstörenden Substanzen. Bei der dritten Methode werden die Gelenkflächen angebohrt, um so die Entzündung zu forcieren. Alle diese Operationen sind jedoch relativ aufwendig und schmerzhaft für das Pferd. Da der Erfolg nicht garantiert werden kann, sind sie umstritten.
Ist der Schleimbeutel die Ursache für die Lahmheit, ist eine Tenotomie eine Möglichkeit. Bei dieser Operation, wird die so genannte Spatsehne durchtrennt und so der Schleimbeutel entlastet. Als Spatsehne bezeichnet man die mediale Endsehne des M. tibialis cranialis, die am Os tarsale I und II und am medialen Griffelbeinköpfchen ansetzt. Diese Sehne drückt auf den sogenannten Spat-Schleimbeutel und kann ihn reizen.
Osteolytischer Spat
Bei Ostheolytischem Spat kommen andere Behandlungsmethoden zum Einsatz, da hier ja der Knochenabbau gebremst werden soll. Auf jeden Fall sollten Sie versuchen herauszufinden woher der Knochenschwund kommt und die Ursache, falls Sie noch besteht, abstellen.
In akuten Schüben kommen auch hier Schmerzmittel und Entzündungshemmer zum Einsatz. Sie dämpfen die Entzündung und die Schmerzen und machen dem Pferd so das Leben leichter.
Häufig verschreiben Tierärzte bei dieser Spatform Medikamente gegen Ostheoporose für den Menschen. Sie sollen den Knochenabbau verhindern und den Knochen mit allen Nährstoffen versorgen, die nötig sind um wieder fest zu werden. Da diese Medikamente relativ lange gegeben werden müssen, ist diese Therapie relativ teuer.
Eine Therapie, auf die viele schwören, deren genaue Wirkung aber noch nicht nachgewiesen ist, ist die Stoßwellentherapie. Dabei wird die betroffene Stelle mit einer besonders starken Form von Ultraschall beschossen. Dadurch soll eine Zunahme der Knochendichte erreicht werden. Dazu kommt eine Schmerzlinderung für etwa eine Woche. Die Behandlung wird meist mehrfach wiederholt. Auch hier ist der Kostenfaktor meist recht hoch - besprechen Sie vorher mit dem Tierarzt was eine bestrahlung kostet.
Eine weitere Möglichkeit ist das Medikament Tildren. Es stammt ebenfalls aus der Behandlung von Menschen gegen Ostheoporose. Tildren hemmt die knochenabbauenden Zellen und steigert die Kalziumaufnahme. Es wird vom Tierarzt entweder per Infusion oder über mehrere Tage als Spritzenkur verabreicht. In seltenen Fällen kann es nach der Verabreichung von Tildren zu leichten Koliksymptomen kommen.
Mehr zum Thema Spat erfahren Sie unter: Pferdekrankheiten: Spat
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