Spat vorbeugen: Was Sie tun können, damit das Pferd gesund bleibt
Um einer späteren Spaterkrankung vorzubeugen ist die richtige Aufzucht von Fohlen enorm wichtig. Neben viel Bewegung ist eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen entscheidend für die Knochenqualität. Dazu kommt, das Fohlen nicht zu viel Kaftfutter bekommen sollen, damit sie nicht zu schnell wachsen und sich stabile Knochen bilden können.
Belastung langsam steigern
Später ist ein altersgerechter und schonender Einsatz des Pferdes wichtig. Das Pferd braucht ausreichend Zeit, um sich an die geforderten Belastungen anzupassen. Plötzliche Überbelastung kann zu Schäden an den Gelenken führen. Daher ist es wichtig, ein Pferd konsequent und aufbauend zu trainieren.
Wer mit seinem Pferd zum Beispiel anfangen möchte zu springen, sollte zuerst viele niedrige Sprünge machen, um dem Pferd Sicherheit zu geben und den Gelenken und Bändern Zeit, sich an die Belastung anzupassen. Erst danach sollte die Höhe langsam gesteigert werden.
Ähnliches gilt für lange Ritte. Vier oder fünf Stunden am Stück überlasten ein untrainiertes Pferd. Kennt das Pferd regelmäßige ein- bis zweistündige Ritte, ist ein Tagesritt meist kein Problem.
Ruhepausen einhalten
Anstrengendes Training und Wettkämpfe hinterlassen beim Pferd genauso Spuren, wie lange Ritte. Der Körper des Pferdes kann diese kleinen Verletzungen problemlos regenerieren, wenn er Zeit dazu bekommt.
Folgen die hohen Belastungen zu dicht aufeinander sind die alten Verletzungen noch nicht repariert, wenn schon neue dazukommen - so kommt es im Laufe der Zeit zu Verschleißerscheinungen. Daher sollten auf harte Trainingsphasen immer wieder ruhigere Phasen folgen, in denen die Regeneration im Vordergrund steht.
Das tut übrigens nicht nur den Gelenken gut, sondern auch der Psyche des Pferdes. So sollten zum Beispiel auf ein anstrengendes Turnierwochenende zwei oder drei Tage mit Ausritten, Koppelgang und nur lockerem Training folgen. Dabei gilt - je größer die Belastung, desto länger die Erholungsphase.
Verletzungen Auskurieren
Hat sich das Pferd verletzt, sollte es ausreichend Zeit bekommen, um sich davon zu erholen. Beginnt man zu früh wieder mit dem Training, können sich die Strukturen nicht komplett regenerieren und es kann zu vermehrtem Verschleiß kommen.
Nach einer längeren Verletzungspause sollte ein Pferd langsam wieder aufgebaut werden, da die Anpassungen von Muskeln und Gelenken an eine Belastung schnell verloren gehen.
Fehlstellungen möglichst früh korrigieren
Pferde haben oft kleinere Fehlstellungen. Diese sollten möglichst schon im Fohlenalter korrigiert werden. Auch bei älteren Pferden sollte man eine Fehlstellung nicht hinnehmen, sondern versuchen diese schonend zu korrigieren, da Fehlstellungen meist zu Überbelastungen in bestimmten Gelenkbereichen führen. Oft lässt sich durch gezieltes Training und passende Hufbearbeitung viel verbessern.
Ausreichende Mineralversorgung über das Futter
Nicht nur in der Entwicklung ist es wichtig, das Pferde ausreichend mit Mineralien versorgt werden. Auch später nutzt der Körper die Knochen als Quelle für bestimmte Mineralien, wenn er sie wo anders dringend braucht. Daher kann Mineralienmangel zu einer schlechten Konchenqualität und Arthrose führen.
Deshalb lohnt es sich, hin und wieder im Blutbild prüfen zu lassen, ob alle Spurenelemente ausreichend vorhanden sind. Gerade bei älteren Pferde ist die Aufnahme dieser wichtigen Stoffe oft gestört, so das sie deutlich größere Mengen benötigen, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen.
Das Gewicht halten
Bei Pferden gilt genauso wie beim Menschen: Jedes Kilo Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich. Gerade in den schwunghaften Gangarten und beim Springen müssen die Knochen dem Vielfachen des Körpergewichtes standhalten. 50 kg mehr oder weniger machen da einen großen Unterschied.
Bei Pferden mit Untergewicht stimmt Nährstoffhaushalt nicht und der Körper nutzt die Knochen als Energie und Mineralienquelle. Die so angegriffenen Knochen verschleißen viel schneller.
Die Haltung
Wie bei fast allen Dingen rund ums Pferd, spielt die Haltung auch bei der Entstehung von Spat eine Rolle. Das Pferd ist darauf ausgelegt, sich den Großteil des Tages zu bewegen. Die Knorpel der Gelenke sind darauf angewiesen, das das Gelenk immerwieder belastet und entlastet wird, um eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherzustellen.
Denn nur so gelangt die Gelenkschmiere die den Knorpel mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt auch in die tieferen Knorpelschichten. Steht das Pferd aber den Großteil des Tages in einer kleinen Box oder einem Ständer findet diese wichtige Versorgung des Knorpels nicht statt und der schlechtversorgte Knorpel wird schneller geschädigt.
Spat lässt sich nicht immer verhindern, man kann aber als Pferdebesitzer Rahmenbedingungen schaffen, die es sehr viel unwahrscheinlicher machen, dass das Pferd an dieser schmerzhaften Krankheit erkrankt.
Mehr zum Thema Spat erfahren Sie unter: Pferdekrankheiten: Spat
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