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Spat-Beschlag: Was macht der Hufschmied bei Spat?

Spat ist eine arthrotische Erkrankung, dass heißt die Veränderungen am Gelenk sind nicht mehr rückgängig zu machen. Deshalb ist hier die richtige Bearbeitung der Hufe von entscheidender Bedeutung. Zum einen kann Spat durch einen falschen Beschlag oder eine falsche Stellung ausgelöst und verschlechtert werden, zum anderen kann eine richtige Bearbeitung der Hufe dem Pferd deutliche Besserung bringen.

Barhuf

Wichtig bei der Behandlung von Spat ist auch die enge Zusammenarbeit von Tierarzt und Hufschmied. Am besten macht man einen Termin mit Tierarzt und Hufschmied gleichzeitig aus, um die notwendigen Maßnahmen direkt am Pferd zu besprechen. Bei diesem Termin sollten auch die Röntgenbilder und anderen Befunde vorliegen. So können Tierarzt und Hufschmied besprechen, wo genau das Problem liegt und wie es sich am besten Entlasten lässt.

Einige Pferde profitieren davon Barfuß zu laufen bei Spat. Ohne Eisen kann der Hufmechanismus frei arbeiten und eine bessere Federfunktion übernehmen. Damit kommen keine so harten Stöße auf das Sprunggelenk. Das funktioniert allerdings nur, wenn Boden und Hufqualität es zulassen - denn dem Pferd ist nicht geholfen, wenn statt dem Spat die abgelaufenen Hufe weh tun.

Die Barhufe werden speziell bearbeitet, um dem Pferd das Abrollen zu erleichtern. Dazu ist die Zehe meist relativ kurz. Zusätzlich kann die Stellung des Hufes verändert werden, um den Druck auf die betroffene Stelle am Gelenk zu verringern.

Kunststoff

Ein Mittelding zwischen Barhuf und Hufeisen ist ein Kunststoffbeschlag. Diese federt besser als Eisen, schützt die Hufe aber vor Abrieb. Der Kunststoffbeschlag lässt sich ebenfalls bearbeiten und an die Bedürfnisse des Pferdes anpassen. Er ist aber nicht so vielseitig einsetzbar wie Hufeisen, bei denen des Schmied viel verändern kann.

Dazu kommen Probleme, die es mit Kunststoffeisen allgemein gibt. Auf bestimmten Böden stoppt das Material relativ stark, was die Gelenke stark belastet. Dreht das Pferd die Hufe beim Aufsetzten, sind Kunststoffeisen ebenfalls problematisch, da das Material dieser Belastung nicht lange standhält und schnell rissig wird.

Hufeisen

Ist das Pferd beschlagen, bekommt es orthopädische Eisen. Wie die aussehen hängt davon ab, was das Pferd braucht. Da Spat nicht gleich Spat ist und jedes Pferd anders, gibt es "den" Spatbeschlag nicht. Was dem Pferd hilft und was eher schadet sollten Tierarzt und Hufschmied nach einer genauen Diagnose absprechen. Auf jedenfall sollten die Kanten des Eisens so abgerundet sein, das das Pferd in alle Richtungen gut abrollen kann. Hier stelle ich ein paar der häufigeren Varianten eines Spatbeschlags vor:

AbrollbeschlagDer Abrollbeschlag

Zurückversetzte Hufeisen mit vorne abgeflachten Eisen sollen es dem Pferd erleichtern gut abzurollen und die Hufe schneller abzuheben. Dadurch kommt weniger Druck auf den Spat. Meist wird gleichzeitig die Zehe relativ kurz gehalten, um diesen Effekt noch zu verstärken.

Dieses Eisen verändert den AbrollpunktZehenrichtung

Eine besonders stark angeschmiedete Zehenrichtung soll das Abrollverhalten verändern. Dabei wird die Achse über die das Pferd abrollt verändert. Dazu wird zum Beispiel auf dreiviertel des Eisens eine strebe aufgeschweißt. Der Abschnitt der freibleibt ist der Abrollpunkt. Das führt dazu, das bestimmte Abschnitte des Sprunggelenks entlastet werden.

Keile und Stege

Einseitiger KeilDie Erhöhung des eines Randes, ob durch Keile oder aufgeschweiste Streben und einseitig breitere Schenkel, die das Einsinken des Hufes bremsen, beeinflussen die Stellung der Gelenke. So wird gezielt eine Seite des Sprunggelenks entlastet.

 

Beidseitig eingebaute Keile oder Stege unter dem Eisen bringen das Pferd in eine Stelzfußstellung und entlasten so die Sehnen, die auf Gelenke und Schleimbeutel drücken.


   Diese Beschläge entlasten die Sehnen

 

Mehr Unterstützung

 Verlängerte Schenkel oder Rundeisen stützen den Huf und ermöglichen es dem Pferd weniger im Sprunggelenk abzuwinkeln. Da gerade die kleinen Stützbewegungen bei Spat schmerzhaft sind profitieren viele Pferde von dieser Hilfestellung.

Eiereisen und verlängerste Schenkel vergrößern die Unterstützungsfläche


Anti-Dreh-BeschlagAnti-Dreh-Beschlag mit Haken

 

Nach Außen gezogene Haken sollen ein Drehen der Hufe beim Aufsetzen verhindern und damit die Belastung im Sprunggelenk verrringern. Diese Eisen sind jedoch recht ausladend und können von anderen Pferden leicht abgetreten werden oder bei Kabbeleien Verletzungen verursachen.

 

 

Das Baukastenprinzip

Die einzelnen hier vorgestellten Bausteine können natürlich auch miteinander kombiniert werden, also zum Beispiel Zehenrichtung plus Keile und lange Schenkel. So kann jedes Pferd seinen Beschlag bekommen. Da der Spat allerdings immer weiter fortschreitet können sich die Bedürfnisse des Pferdes und damit der ideale Beschlag auch ändern. Deshalb sollten Sie das Pferd immer gut beobachten und dem Schmied von Veränderungen berichten.

Die Spezialeisen schützen

Die Spezialeisen bieten dem Pferd oft mehr Platz zum drauftreten oder halten durch den hohen Unterbau nicht so gut wie normale Eisen. Daher ist die Gefahr, dass das Pferd ein Eisen verliert hier höher. Wird das zu einem Problem können speziell angepasste Springglocken helfen. Wie das geht lesen Sie hier: Hufglocken für die Hinterhufe: Springglocken anpassen

Schmerzen beim Beschlagen vermeiden

Gerade bei Spatpferden ist eine regelmäßige Hufbearbeitung wichtig, da Fehlstellungen die Probleme verstärken können. Zusätzlich sollten die Termine nicht zu weit auseinander gelegt werden, da plötzliche Umstellungen, wenn zum Beispiel viel Horn entfernt wird, zu neuen Schüben führen können.

Spat-Pferde finden Hufschmiedbesuche meist nicht so gut, da das lange Hufheben schmerzhaft ist. Sie können Ihrem Pferd den Hufpflege-Termin deutlich erleichtern, indem sie es vorher gründlich bewegen, so dass die Gelenke warm und gut geschmiert sind. So fällt es dem Pferd leichter die Hufe zu heben und sich auszubalancieren. Hat ein Pferd sehr starke Schmerzen ist es auch sinnvoll den Beschlagtermin mit dem Tierarzt abzusprechen und das Pferd zumindest für den Beschlag der Hinterhufe zu sedieren.

Mehr zum Thema Spat erfahren Sie unter: Pferdekrankheiten: Spat

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Aktualisiert am: 09.05.2011

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