Schnittverletzung, Rissverletzung, Platzwunde: Vorsicht beim Desinfizieren
Pferde verletzen sich immer wieder, sei es beim Raufen auf der Koppel, wenn sie erschrecken oder bei einem Sturz. Dabei kann es auch immer wieder zu klaffenden Wunden kommen. Sind diese Wunden länger als 3 cm, ist die Haut komplett durchtrennt oder hängen Hautlappen weg, sollten Sie bei der Erstversorgung vorsichtig sein. Diese Wunden sind ein Fall für den Tierarzt und müssen eventuell genäht werden, damit sie sauber heilen können.
Entdecken Sie eine solche Wunde, sollten Sie rasch den Tierarzt rufen, da eine Wunde nur maximal 6-8 Stunden alt sein darf, wenn sie genäht werden soll. Ansonsten sind die Wundränder schon zu sehr angetrocknet und würden nicht mehr richtig heilen.
Sie selber sollten die Wunde möglichst in Ruhe lassen. Ist die Wunde stark verschmutzt, sollten Sie sie höchstens mit möglichst sauberem, klarem Wasser abspülen, um sie besser beurteilen zu können. Auf Desinfektionsmittel, Salben und ähnliches sollten Sie verzichten, da alles was in die Wunde kommt das Nähen erschwert oder unmöglich macht.
Droht Schmutz in die Wunde zu kommen oder sind sehr viele Fliegen unterwegs, können sie die Wunde zum Schutz lose steril abdecken.
Das Nähen von Wunden ist sinnvoll, da dadurch die Wundränder sauber aneinander liegen und die Wundheilung deutlich schneller von statten geht. Offene klaffende Wunden brauchen sehr lange, bis sich das Gewebe von unten her nachgebildet hat. Zudem entstehen bei dieser langsamen Heilung oft große Narben, die das Pferd später eventuell behindern.
Die auseinander gezogenen Wundränder reißen zudem gerne immer wieder auf und bilden so einen idealen Nährboden für Bakterien und andere Keime. Deshalb kommt es schnell zu einem Infekt der mit einem Einschuss oder einer Phlegmone endet. Daher ist hier eine Tierärztliche Versorgung gleich am Anfang meist günstiger als die Behandlung des Infekts hinterher.
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