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Passt der Sattel? Die Sattellänge

Das Pferd ist ein Reittier - bietet aber nicht unendlich viel Platz zum darauf reiten. Je nach Größe und Körperbau des Pferdes ist der Platz für den Sattel mehr oder weniger begrenzt.

Wo darf der Sattel liegen?

Der Sattel findet seinen Platz auf der Wirbelsäule und dem Brustkorb des Pferdes. Die vordere Begrenzung bildet dabei das Schulterblatt, die hintere die letzte Rippe.

Das Schulterblatt können Sie tasten, wenn Sie vom Widerrist aus nach unten fahren. Dort treffen Sie auf eine halbmondförmige deutlich tastbare Struktur. Das ist der Knorpel an der Oberkante des Schulterblattes. Hier darf der Sattel nicht liegen, da es sonst zu Schäden am Schulterblatt kommen kann.

Skelett des Pferdes in der Sattellage

Die hintere Begrenzung bildet die letzte Rippe. Diese finden Sie, wenn Sie den Brustkorb auf halber Höhe entlang fahren, etwa eine Handbreit vor dem Hüfthöcker. Danach wird die Bauchwand deutlich weicher und eindrückbar. Verfolgen Sie die Rippe nun nach oben bis zur Wirbelsäule.

Die Alternative, um die letzte Rippe zu finden ist, sich am Fell zu orientieren. An der Flanke zeigt die Wuchsrichtung nach hinten. im Lendenbereich zeigt die Wuchsrichtung auf Grund des Wirbels vor dem Hinterbein nach vorne. Suchen Sie die Linie, an der diese beiden Fellstrukturen zusammenstoßen und verfolgen Sie diese nach oben bis zur Wirbelsäule. Das ist fast immer der Ansatz der letzten Rippe.

Bei sehr dicken Pferden ist es oft schwer, die Strukturen zu tasten. Dennnoch ist es auch hier wichtig, die Grenzen zu beachten. Bitten Sie zur Not einen erfahrenen Pfedemenschen, Tierarzt oder Pferdephysiotherapeuten um Hilfe.

Wenn der Sattel zu lang ist

Ist der Sattel zu kurz, bereitet das mehr dem Reiter als dem Pferd Probleme. Nur die verringerte Auflagefläche ist nicht ideal. Ist der Sattel dagegen zu lang, hat das schmerzhafte Folgen für das Pferd.

Im Lendenbereich hinter der letzten Rippe liegen für das Pferd wichtige und schmerzempfindliche Strukturen: Milz, Nieren Darm und bei Stuten auch die Eierstöcke. Da hier die Rippen den Druck nicht verteilen, kann der Sattel durch die Muskulatur direkt auf diese Strukturen drücken.

Das ist dann zum Teil sehr schmerzhaft für das Pferd. Die Folge ist ein Festmachen des Rückens. Zum Teil ziehen die Pferde den Rücken krampfhaft nach oben, um den Druck zu entgehen und überlasten dabei nicht nur die Bauchmuskulatur, sondern schränken auch ihre Atmung ein. Die Folge ist ein triebiges, festes und nicht leistungsfähiges Pferd.

Manche Pferde wehren sich auch mit Bocken oder Treten mit dem Hinterbein gegen den unangenehmen Druck.

Der zweite Effekt tritt auf, weil die Wirbelsäule des Pferd im Lendenbereich viel mehr Bewegungen macht, als in der relativ starren Brustwirbelsäule. Liegt der Sattel im Lendenbereich auf, wird er bei jedem Schritt des Pferdes nach vorne gestoßen und liegt dann wieder auf dem empfindlichen Schulterblatt.

Wie beurteile ich die Länge?

Suchen Sie wie oben beschrieben die Grenzstrukturen bei Ihrem Pferd und zeichnen Sie diese mit Hilfe von Kreide auf dem Fell an. Legen Sie den Sattel nun auf den Hals und schieben Sie ihn so weit nach hinten, dass er hinter dem Schulterblatt liegt.

Begrenzungen der Sattellage

Schauen Sie nun nach, ob die Sattelpolster über die letzte Rippe hinaus ragen. Ist das der Fall, ist der Sattel zu lang. Bei stark nach oben geschnittenen Polstern achten Sie auf die Auflagefläche. Bitten Sie zusätzlich noch jemanden, die Auflagefläche zu überprüfen, wenn Sie im Sattel sitzen. Manchmal verändert sich die Lage durch das Reitergewicht deutlich.

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Aktualisiert am: 03.05.2011

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