Pferd: Sicher und entspannt scheren
Scheren ist für Pferd und Besitzer Stress. Die Schermaschine macht unbekannte Geräusche und das Pferd muss relativ lang möglichst still stehen. Damit das Scheren nicht zur Tortour wird sollten Sie einige Tipps beherzigen.
Legen Sie alles bereit, was Sie brauchen: Schermaschine, Öl für die Schermaschine, ein Verlängerungskabel und eine Bürste.
Planen Sie genügend Zeit ein. Ein Pferd komplett zu scheren dauert etwa 3 Stunden. Haben Sie wenig Übung, das Pferd zappelt oder Sie verwenden eine kleine Schermaschine, können es leicht auch mal 4 oder 5 Stunden werden. Daher sollten Sie sich an dem Tag nicht mehr allzu viel vornehmen.
Ziehen Sie die richtige Kleidung an. Die abgeschorenen Haare hängen sich in den meisten Stoffen fest und jucken dann ganz fürchterlich. Daher sollten Sie als oberste Schicht möglichst glatte Kleidung tragen. Ideal ist Ballonseide. Ziehen Sie einen Jogging-Anzug aus Ballonseide über Ihre normale Kleidung, wenn Sie das Pferd scheren. So bleiben kaum Haare hängen und Sie müssen sich nicht ständig kratzen. Gänzlich ungeeignet sind Fleece- oder Woll-Pullis.
Das Pferd sollte zum Scheren sauber und trocken sein. Feuchtes oder verklebtes Fell lässt sich nur schwer scheren. Also sollten Sie das Pferd vor dem Scheren zumindest grob putzen. Sand und Dreck können der Schermaschine schaden und die Messer stumpf werden lassen.
Gewöhnen Sie das Pferd in Ruhe an das Geräusch der Schermaschine. Zeigen Sie dem Pferd das Gerät und schalten Sie es zuerst in einiger Entfernung vom Pferd an und kommen Sie dann immer näher. Geschickt ist, wenn ein Helfer das Pferd dabei ablenkt und zum Beispiel mit Leckerli füttert. So lernt das Pferd, dass das Geräusch der Schermaschine nichts Schlimmes ist.
Wird das Pferd trotzdem nervös von dem Geräusch, stellen Sie ein Radio auf und lassen es mit relativ lauter Musik laufen. Die meisten Pferde nehmen dann das Geräusch der Schermaschine nicht mehr wahr und bleiben ruhig. Bei ganz empfindlichen Pferden kann man auch zu einer kleineren und leiseren Hundeschermaschine greifen, dann dauert das Scheren aber noch länger.
Achten Sie immer darauf, dass das Pferd auf keinen Fall auf das Kabel treten kann. Denn die Kombination aus Hufeisen und Strom kann für das Pferd unangenehme Folgen haben. Legen Sie das Kabel also nach Möglichkeit hoch und führen Sie es von der Schermaschine aus erst einmal über Ihre Schulter. So hat das Kabel immer einen gewissen Abstand zum Pferd. Wenn Sie das Kabel einmal um den Arm wickeln ist das recht stabil und Sie können gut arbeiten.
Eine Alternative ist ein Gürtel, an dem Sie das Kabel mit einem großen Karabiner befestigen. So haben Sie die Hände frei und das Kabel ist trotzdem weg vom Boden.
Gewöhnen Sie das Pferd langsam an die Berührung der Schermaschine. Fahren Sie am besten zuerst mit der Hand über die Stelle, bevor Sie die Schermaschine ansetzen. So ist das Pferd schon auf eine Berührung vorbereitet. Achtung: Viele Pferde sind am Bauch kitzlig. Hier sollten Sie besonders vorsichtig scheren.
Scheren Sie immer in gleichmäßigen möglichst langen Bahnen gegen die Wuchsrichtung des Fells. Die Bahnen sollten sich um mindestens einen Zentimeter überlappen, da sonst Kanten stehen bleiben. Stehen gebliebene Fellstreifen und Flecken, können Sie in einem zweiten Durchgang entfernen.
Lässt sich ein Abschnitt nur schwer scheren, sollten Sie den Winkel der Messer ändern. Oft ist das Fell an dieser Stelle feiner oder fester und macht der Maschine so zu schaffen.
Sorgen Sie für Ablenkung. Die meisten Pferde stehen nicht gerne lange still. Es ist hilfreich, wenn ein Helfer den Kopf des Pferdes festhält, solange Sie Kopf und Hals scheren. Das sollten Sie als Erstes erledigen, solange das Pferd noch einigermaßen ruhig steht. Fangen Sie hinten am Hals an und arbeiten Sie sich nach vorne vor. So kann sich das Pferd auch an das Geräusch gewöhnen.
Sind Kopf und Hals geschoren, können Sie dem Pferd ein gefülltes Heunetz hinhängen. Beim fressen bleiben die meisten Pferde brav stehen.
Während des Scherens sollten Sie immer wieder die Schermaschine ölen und die losen Haare vom Pferd bürsten. Das erleichtert die Arbeit deutlich.
Vergessen Sie nicht das Pferd immer wieder zu loben und mit ihm zu sprechen. Das beruhigt das Pferd und erleichtert Ihnen so die Arbeit.
Anregungen, wie Sie Ihr Pferd scheren können finden Sie hier: .
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