Passt der Sattel? Genügend Widerristfreiheit
Druckstellen und offene Scheuerstellen vom Sattel sind für das Pferd sehr unangenehm und können es auf Dauer unreitbar machen. Daher gilt es, solche für das Pferd sehr schmerzhaften Verletzungen zu vermeiden. Wie oft hier etwas schiefgeht, zeigen die weißen Haare die viele Pferde nach einem Satteldruck am Widerrist zurückbehalten haben.
Warum der Widerrist so empfindlich ist
Besonders am Widerrist verursachen Sättel häufig Scheuerstellen, da hier kein natürliches Polster aus Muskeln oder Fett vorhanden ist. Der Widerrist wird von den Dornfortsätzen vom 3. bis zum 8. Brustwirbel gebildet, die besonders lang und in der Rückenkontur deutlich zu erkennen sind. Die Dornfortsätze sind durch Bänder verbunden und lediglich von einer dünnen Hautschicht überspannt.
Da der Druck unmittelbar auf die empfindliche Knochenhaut und die Bänder wirkt, ist das Pferd hier besonders schmerzempfindlich. Die Empfindlichkeit ist etwa vergleichbar mit dem Handrücken des Menschen. Drücken Sie hier fest mit dem Daumen drauf und bewegen den Daumen etwas hin und her - so können Sie nachvollziehen, wie sich ein drückender Sattel für das Pferd anfühlt.
Um solche Druckstellen zu vermeiden, ist es wichtig, dass der Sattel so auf dem Pferd liegt, dass kein Druck auf den Widerrist kommt. Die Rücken- und Schultermuskulatur des Pferdes sollen den Reiter tragen, nicht der Knochen.
Genügend Platz für den Widerrist
Liegt der Sattel in der richtigen Position auf dem Pferd, sollte nach oben hin drei bis vier Finger hoch Platz sein zwischen dem Widerrist und der Unterkante des Vorderzwiesels. Auch seitlich neben dem Widerrist sollte jeweils zwei bis drei Finger Platz haben.
Achten Sie auch darauf, dass der Widerrist in seiner ganzen Länge genügend Platz hat. Schauen Sie von vorne in die Lücke zwischen Widerrist und Sattel. Die Unterseite des Sattels sollte an keiner Stelle auf der Wirbelsäule aufliegen, sondern überall mindestens zwei Fingerbreit Luft lassen.
Überprüfen Sie die Widerristfreiheit auf jeden Fall noch einmal, wenn Sie im Sattel sitzen. Selbst unter Belastung sollten hier mindestens ein Fingerbreit Platz sein - zwei Fingerbreit wären besser, sonnst kann es sein, dass das Pferd die Sattelkante auf den Widerrist bekommt, wenn Sie sich einmal ruckartig bewegen.
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