Kissing Spines: Wenn dem Pferd der Rücken schmerzt
Rückenschmerzen sind eine Art Zivilisationskrankheit bei Reitpferden. Viele Pferde haben verspannte Muskeln, reagieren heftig, wenn man über den Rücken streicht oder wehren sich beim Reiten.
Rückenschmerzen können viele Ursachen haben zum Beispiel Verspannungen, blockierte Wirbel, Zerrungen oder Kissing Spines.
Kissing Spines sind dabei eine der gefürchtetsten Diagnosen. Daher hier einige Informationen zu dieser recht verbreiteten Erkrankung.
Bei Kissing Spines berühren sich die Dornfortsätze der Wirbel und reiben aneinander. Dadurch entstehen für das Pferd sehr schmerzhafte Entzündungen. In extremen Fällen können sich die Dornfortsätze auch überkreuzen oder sogar zusammenwachsen.
Besonders gefährdet für diese Erkrankung sind Pferde mit Senkrücken und wenig Rückenmuskulatur. Wenn die Kissing Spines auftreten, dann meist in der Sattellage, da hier die Dornfortsätze am längsten sind.
Symptome sind meist ein empfindlicher Rücken, Sattelzwang, Schwierigkeiten beim Biegen des Pferdes und unklare Lahmheiten in der Hinterhand. Wer vorsichtig nachfühlt, kann die Dornfortsätze am Rücken des Pferdes tasten. Hinweise auf Kissing Spines sind engere Abstände zwischen einzelnen Wirbeln und Schmerzen an den Dornfortsätzen. Wirkliche Sicherheit, wie die Dornfortsätze aussehen, geben aber nur Röntgenbilder vom Rücken.
Kissing Spines können sich entweder über längeren Zeitraum entwickeln oder Folge einer anderen Verletzung sein. Zerrt sich das Pferd zum Beispiel einen Rückenmuskel, verliert es in der Regenerationsphase viel Rückenmuskulatur. In der Folge kann die Wirbelsäule am Rücken absinken und es kommt zu Kissing Spines.
Behandelt werden Kissing Spines meist mit Entzündungshemmer und Muskeltraining. Die Entzündungshemmer werden entweder mit dem Futter verabreicht oder direkt an die betroffenen Stellen gespritzt. Es reicht allerdings nicht die Entzündung zu bekämpfen, solange die Ursache also die Reibung zwischen den Dornfortsätzen bestehen bleibt. Daher muss die Muskulatur des Rückens wieder aufgebaut werden.
Beim Muskelaufbau helfen Schmerzmittel und eventuell Anabolika oder Futterzusätze, die die Muskulatur stärken. Danach folgt ein konsequentes Training. Longieren, Cavalettiarbeit, konsequentes Dressurreiten und Springgymnastik helfen die Muskulatur im Rücken aufzubauen. Wichtig bei diesem Training ist, dass das Pferd den Rücken immer wieder aufwölbt und nicht mit weg gedrücktem Rücken läuft. Das Vorwärts-Abwärtsreiten sollte sich immer wieder mit kurzen Phasen der Versammlung abwechseln.
Hatte ein Pferd einmal einen Kissing Spines Vorfall, sollte es immer fit gehalten werden. Ein passender Sattel, der die Wirbelsäule frei lässt, ist für ein Pferd mit Kissing Spines sehr wichtig. Regelmäßiges und richtiges Longieren hält den Rücken locker und konsequents Training erhält die Muskulatur. Solange die Muskulatur kräftig genug ausgeprägt ist, lässt sich ein Pferd mit leichten bis mittleren Kissing Spines meist problemlos reiten.
Ist die Entzündung sehr stark oder die Knochen haben sich bereits verändert, sieht die Prognose meist nicht ganz so gut aus. In solchen Fällen ist es wichtig, mit dem Tierarzt genau zu erörtern, ob das Pferd wieder schmerzfrei geritten werden kann. Sind die Dornfortsätze zusammengewachsen, lassen sie sich eventuell durch eine OP trennen. Die Erfolgsaussichten eines solchen Eingriffs hängen aber stark von den Vorraussetzungen des einzelnen Pferdes ab.
Hat ein Pferd starke Schmerzen, die sich auch durch eine Behandlung nicht bessern, sollten Sie genau darüber nachdenken, was Sie mit dem Pferd machen wollen. Denn stellen Sie das Pferd auf die Koppel verliert es noch mehr Muskeln und das Problem kann sich noch verstärken. In einem solchen Fall kann es die beste und letzte Lösung sein, das Pferd zu erlösen. Denn ein Leben bei dem jeder Schritt schmerzt, macht kein Pferd glücklich.
Hallo erstmal,
ich habe eine Reitbeteiligung auf einem 9-jährigen Ex-Traberwallach.Er
ist eigentlich sehr liebenswürdig aber wenn man ihn reitet buckelt er
sehr viel und er stolpert auch sehr häufig.Ich mache mir jetzt sorgen,
dass er Kissing Spines haben könnte weil die Besitzerin selbst noch
sehr unerfahren und jung ist und auch nicht die Mittel an Geld hat
eine großartige Behandlung durch zu führen.Noch dazu kommt, dass
dieses Pferd sehr eigenwillig ist und er sich nicht longieren lässt,
denn Dabei würde man seine eigene Gesundheit aufs Spiel setzten.Ich
weiß selber, dass das keine guten Vorraussetzungen sind aber hat
Jemand einen Rat wie man erstmal herrausfinden kann ob es die besagte
Krankheit ist und wie man sie eventuell bekämpfen kann?Ich wäre sehr
dankbar für Tipps und Kommentare :)
[Kiki S. | 01.11.2011]
Antworten
Hallo,
ich habe eine frage ich reite ein Pferd das sehrwahrscheinlich
kissing Spines hat. (ARABER)
nun habe ich gehört das wäre bei Arabern normal!
ich kann es einfach nicht glauben.
Nun ist meine Fragen ist das Bei Arabern normal oder nicht.
lg
[Sarah | 17.07.2011]
Antworten
ich traf auf ein Pferd was mich besonders angezogen hat.
Vollbluttyp und traumhaft im Umgang. Man bot mir an mit dem Pferd zu
arbeiten. Ich war überglücklich mit diesem Pferd zeit verbringen zu
dürfen,
bis mir gesagt wurde dass der Wallach namens Wonder verkauft werden
soll.
Weil die Bodenarbeit usw so gut zwischen uns geklappt hat wollte ich
mich auch aufs Pferd setzen. Aber sobald man sich draufsetzt will er
nur noch rennen. Keiner weiß was er hat. Die Besitzer sagen dass
Tierarzt un Osteophatin
gesagt haben er seie gesund. Nachdem ich mir gedanken gemacht habe bin
ich auf die Idee gekommen dass er von der Rennbahn kommen könnte. Wenn
es der Fall ist, ist er ein Galloper.
Der Wallach ist 9jährig laut Besitzerin und wie gesagt gesund, aber
rötgenbilder gäbe es keine aktuellen.
Ich will dieses pferd unbeingt rettern, aber auch ich habe Angst das
es sich um ein schweren fall kissing spines handelt. Wenn das
losrennen psychisch ist wüsste ich ja dass man daran auf jeden fall
arbeiten kann, aber wenns kissing spine ist was ja schon heftig ist
dann wird er warschl. gar nicht mehr reitbar sein. Ich mein es scheint
bei ihm wirklich schlimm zu sein, weil er sich sonst niemals so
gegenüber dem menschen verhält.
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen,
[Cristina | 14.06.2011]
Antworten
Hallo
mein 13 jähriger Hannoveraner Wallach hat auch Kissing Spines was wir
aber erst nach dem Kauf festgestellt haben.Er hatte es schon Jahre
lang ist aber nie richtig behandelt worden.wurde jahrelang nur auf
Turniere gefahren und die Gesundheit war den Vorbesitzern egal. Mit
ihm sah es anfangs auch nicht gut aus. Beim reiten hat er sich nich
biegen und stellen gelassen aber durch viel Training hat es dann auch
irgendwann geklappt. Er geht L und M springen und sein rücken ist
durch viel longieren, Dressur , akkupunktur und spritzen wieder viel
besser geworden. Mit ihm hatte und habe ich viel Spaß und seine
Krankheit bemerkt man fast gar nicht außer beim satteln. Er ist super
fit springt super gerne.
[Johanna Borger | 18.05.2010]
Antworten
Hallo Tanja,
die Ursache für das Verhalten deines Pferdes wird der unpassende
Sattel sein. Eventuell hat er sich dadurch eine schmerzhafte
Muskelentzündung oder Druckstelle geholt. Vielleicht hat er sich aber
auch nur den Schmerz gemerkt und will es nun gar nicht mehr drauf
ankommen lassen das es weh tut. Du solltest checken lassen ob der
Rücken in Ordnung ist und wenn keine aktuelle schmerzquelle mhr da ist
musst du mit viel Geduld sein Vertrauen in den Sattel zurückgewinnen.
[Franziska (www.tipps-zum-pferd.de) | 19.12.2009]
Antworten
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