Kaufberatung: Einen passenden Sattel kaufen
Ein passender Sattel ist die Grundlage für gutes Reiten. Dabei muss der Sattel nicht nur zum Pferd sondern auch zum Reiter passen. Deshalb sind einige Punkte zu beachten, wenn Sie einen neuen Sattel kaufen.
Passt der Sattel nicht zum Pferd entstehen Druckstellen, Verspannungen in der Muskulatur und Rückenprobleme.
Passt der Sattel nicht zum Reiter, kann dieser nicht richtig sitzen. So blockiert der Reiter dann die Bewegungen des Pferdes im Rücken und kann keine korrekten Hilfen geben.
Um einen wirklich passenden Sattel zu finden und zu kaufen, sollten Sie mehrere Punkte beachten. In diesem Artikel erfahren Sie was wichtig ist und wie Sie den richtigen Sattel für Sie und Ihr Pferd finden.
Den richtigen Verkäufer finden
Um einen passenden Sattel in guter Qualität und mit dem richtigen Service zu bekommen ist der richtige Verkäufer von entscheidender Bedeutung. Versandhandel oder Geschäfte die sich den Sattel nicht auf dem Pferd anschauen sind für den Laien ungeeignet.
Am besten ist es, wenn ein Sattler mit verschiedenen Sattelmodellen zu Ihnen in den Stall kommt. Wenn Sie im Voraus schon beschreiben können, in welche Richtung Sie sich Ihren Sattel vorstellen, kann der Sattler eine passende Auswahl mitbringen.
Diese Sättel sollten Sie dann in allen drei Gangarten auf Ihrem Pferd Probe reiten. So können Sie feststellen, wie Sie und Ihr Pferd mit dem Modell zurechtkommen.
Ideal ist es, wenn der Sattler den Sattel vor Ort an Ihr Pferd anpassen kann. Ansonsten sollte der Verkäufer Ihr Pferd gründlich vermessen. Dazu gehört nicht nur die Breite des Widerristes, sondern auch die Form des Rückens.
Das geht entweder mit einer Skizze auf der die Rückenlinie des Pferdes abgepaust wird. Die bessere Alternative sind mehrere miteinander verbundene Drähte. Diese Konstruktion wird so auf den Rücken gelegt, dass die Drähte an verschiedenen Stellen an den Rücken des Pferdes angeformt werden können. Es gibt auch noch eine Art Nagelbrett bei dem die Stifte bis auf den Rücken absinken und so genau die Form des Rückens abbilden.
Der fertig angepasste Sattel sollte unbedingt noch einmal auf dem Pferd beurteilt und von Ihnen Probe geritten werden.
Spring-, Dressur- oder Vielseitigkeitssattel
Welcher Satteltyp der richtige für Sie ist, hängt von Ihrer Reitweise und dem Einsatzzweck ab.
Ein Dressursattel ist ideal zum Dressurreiten und erleichtert es dem Reiter mit langem Bein zum Treiben zu kommen. Allerdings gibt er nur wenig Halt und behindert den Reiter beim aufstehen. Dadurch ist er zum Springen ungeeignet und macht es schwerer Buckler und plötzliche Sätze auszubalancieren.
Auch für Anfänger ist ein Dressursattel meist ungeeignet. Durch die Pauschen wird ein sehr gestreckter Sitz erzwungen. Das bringt viele Anfänger aus dem Gleichgewicht und macht sie unsicher.
Ein Springsattel ist darauf ausgelegt dem Reiter möglichst viel Halt und Bewegungsfreiheit zu geben. Dadurch wird es möglich den Pferderücken über dem Sprung zu entlasten. Die kurzen Bügel verhindern aber, dass der Reiter tief im Sattel sitzt und das Pferd zwischen Kreuz und Schenkeln behält.
Daher ist ein Springsattel für die Dressurarbeit nicht geeignet. Da der Sattel viel Halt gibt ist er aber für Anfänger, heftige Pferde und das Gelände gut geeignet.
Ein Vielseitigkeitssattel ist ein Mittelding zwischen Dressur und Springsattel. Er gibt genug Freiheit, um tief im Sattel zu sitzen. Gleich zeitig sind die Pauschen so gestaltet, dass auch das Springen möglich ist. Damit ist der Sattel ideal für diejenigen, die beide Disziplinen ein bisschen betreiben und viel ins Gelände gehen.
Wer ernsthaft Dressurreiten oder Springen will, braucht einen speziellen Sattel dafür. Spätestens ab Klasse L ist mit einem Vielseitigkeitssattel nicht mehr viel zu holen.
Die richtige Größe für den Reiter finden
Damit der Reiter perfekt auf dem Pferd sitzen kann, muss der Sattel die richtige Größe für ihn haben. Die entscheidende Größe ist dabei die Sitzfläche. Die meistem Modelle werden mit Sitzflächen zwischen 16 und 18,5 Zoll angeboten. Allerdings messen die Hersteller unterschiedlich und haben auch verschiedene Bezeichnungen für die Größen. Daher muss die passende Größe bei jedem Sattelmodell von neuem ausprobiert werden.
Kleine zierliche Reiter brauchen eine kleine Sitzfläche, damit der Sattel ihnen Halt gibt und sie nicht vor dem Schwerpunkt sitzen.
Korpulente Reiter und solche mit langen Beinen benötigen mehr Platz im Sattel, damit Sie nicht in der Hüfte blockiert werden.
Gerade bei Sätteln mit einem hohen Hinterzwiesel und einer tiefen Sitzfläche ist es wichtig, den Sattel groß genug zu kaufen. Ist die Sitzfläche zu klein, zwingt sie den Reiter in den Stuhlsitz. In der Folge bekommen Pferd und Reiter bei jedem Trabtritt und Galoppsprung einen Schlag in den Rücken. Auf Dauer führt das zu Rückenschmerzen bei beiden.
Um zu ermitteln ob ein Sattel zu Ihnen passt, reiten Sie ihn in allen Gangarten. Rutschen Sie dabei bewusst nach vorne und hinten. Ist das nicht möglich, ist der Sattel zu eng. Kommen Sie mit dem Bein nicht an die Pauschen, wenn Sie an der tiefsten Stelle sitzen oder schwimmen Sie ohne halt im Sattel herum ist er zu groß.
Mehr dazu finden Sie unter: Sattel kaufen: Die richtige Größe für den Reiter
Die richtigen Pauschen
Die ideale Form der Pauschen ist Geschmacksache, hängt aber auch von der Figur des Reiters ab. Daher gibt es einige Tipps, die Ihnen bei der Suche nach Ihrem Sattel zu helfen.
Reiter mit kräftigen Oberschenkeln tun sich meist schwer, wenn die Pauschen zu dick sind. Die Pauschen blockieren dann das Bein und überstrecken es. So wird die Hüfte steif und der Sitz unruhig. Besser sind in diesem Fall Sättel mit wenig Pauschen oder mit kurzen Pauschen.
Reiter mit schlanken Beinen kommen sich in Sätteln mit wenig Pauschen oft verloren vor. Hier darf es ruhig etwas mehr Pausche sein.
Viele Springsättel haben auch hinter dem Oberschenkel noch eine Pausche. Die gibt zusätzlichen Halt. Die Pausche behindert aber auch die Bewegungen des Beins und stört oft beim Angaloppieren. Auch bei großen Sätzen kann diese Pausche schmerzhaft werden.
Es gibt zwei Arten, die Pauschen am Sattel zu befestigen. Entweder die Wülste sitzen am untern Sattelblatt und sind damit direkt am Baum befestigt. Das ist stabiler, die Pauschen lassen sich aber schlechter verändern.
Die Alternative ist, die Pauschen am oberen Sattelblatt zu befestigen. Hier sind die Pauschen flexibler und lassen sich vom Sattler leichter ändern.
Die richtige Größe für das Pferd
Ob ein Sattel einem Pferd passt, sollte ein Profi beurteilen. Hier bekommen Sie einige Anhaltspunkte anhand derer Sie die Passform selbst noch einmal überprüfen können.
Der Sattel muss in der Kammer weit genug sein. Liegt der Sattel auf dem Pferd sollte auf jeder Seite noch etwa ein Finger zwischen Sattel und Widerrist passen. Nach oben sollte etwa vier Finger hoch Platz sein.
Passt der Sattel vorne stellen Sie sich hinter das Pferd. Sie sollten zwischen den beiden Sattelpolstern das Licht von Vorne durchschimmern sehen. Achten Sie darauf, dass der Sattel gerade liegt und nicht zu einer Seite herunterhängt.
Als Nächstes prüfen Sie, ob die Sattelpolster auf der ganzen Länge aufliegen. Dazu heben Sie auf jeder Seite das Sattelblatt vorsichtig an und prüfen mit der flachen Hand die Lage des Polsters. Es darf nirgends Luft zwischen Polster und Rücken sein.
Zuletzt prüfen Sie ob genügend Platz zwischen Schulterblatt und Pausche sein. Zwischen Knochen und Sattel sollte etwa eine Handbreit Platz sein.
Mehr dazu: Sattellage prüfen
Hallo, habe Sattel zur Probe gekauft, unter der Bedingung, dass er,
falls er nicht passen sollte, zurückgegeben werden kann. Nun wurde der
Sattel dabei leicht beschädigt (ca. 0,75 cm Riss am Hinterzwiesel).
VErsicherung und Sattler sagen, Sattell wäre mien Eigentum, könnte ich
mit machen, was ich will. Der Sattel passt nicht! Hat jemand Erfahrung
mit solchem Fall?
[debby | 01.06.2011]
Antworten
Hallo, danke für die guten Infos.
Für mich leider ein wenig zu spät.
Ich habe von einem unabhängigem Profi eine
Sattelprüfung machen lassen und hatte danach
"in Wort und Bild", was ich meinem Pferd zugemutet
habe. Zum Glück konnte ich den Sattel noch
umpolstern lassen.
Ich kann jedem Reiter/in nur Raten, für den Sattel
öfter einmal eine Sattelprüfung durchführen zu lassen. Es kostet ich
die Welt und spart Tierarztkosten.
[Anne Schulz | 09.02.2011]
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