Dressur: Fehler in der Anlehnung

, Stand: 12.08.2014  Tipp druckenDrucken Symbol Kommentare 26 Kommentare

In der Dressur soll das Pferd am Zügel gehen. Das heißt das Pferd biegt den Hals so, dass der Nasenrücken in der Senkrechten ist und das Genick den höchsten Punkt bildet.

Da es nicht ganz einfach ist ein Pferd mit der korrekten Beizäumung zu reiten, gibt es verschiedene Anlehnungsfehler. Hier eine Zusammenstellung der Fehler und ihrer Ursachen.

Die korrekte Anlehnung

So soll die Anlehnung aussehen. Das Pferd ist mit der Nase leicht vor der Senkrechten und das Genick ist der höchste Punkt. Der Hals des Pferdes ist aufgewölbt und der obere Halsmuskel ist deutlich zu sehen.

Der Zügel bildet eine feine Verbindung zum Pferdemaul, ohne das Pferd in Form zu zwingen. Der leichte Schaum am Maul zeigt, dass das Pferd zufrieden auf dem Gebiss kaut.

Keine Anlehnung

Hier ist eine Anlehnung nicht zu erkennen

Hier ist keine Spur von Anlehnung zu erkennen. Die Nase ist deutlich vor der Senkrechten und der Zügel wirkt massiv zurück.

Die Falten an der Ganasche zeigen, dass das Pferd hier zusammengezogen ist und sich gegen den Zügel wehrt. Die deutlich sichtbare Unterhalsmuskulatur macht deutlich, dass dieses Pferd nicht über den Rücken tritt.

In dieser Haltung ist das Pferd nicht losgelassen und hat auch keine Anlehnung. Der Reiter hat es schwer mit seinen Hilfen durchzukommen. Um Abhilfe zu schaffen muss das Zusammenspiel der Hilfen verbessert werden.

Auf den Zügel legen

Das Pferd hängt auf dem Zügel

Dieses Pferd legt sich auf den Zügel. Das heißt es trägt Kopf und Hals nicht selber, sonder stützt dieses Gewicht auf der Reiterhand ab.

Dadurch entsteht ein starker Zug auf dem Zügel, der feine Hilfen vom Reiter unmöglich macht. Um den durch diesen Zug entstehenden Druck im Maul auszuweichen, öffnet das Pferd das Maul. In der Fachsprache nennt man das Sperren.

Abhilfe schafft in diesem Fall nur, das Pferd mit energischen Hilfen vorwärts zu treiben und ihm die Stütze der Hand zu entziehen. Nur durch konsequentes vorwärts-abwärts Reiten kann wieder eine feine Verbindung hergestellt werden. Besonders energisches Weitertreiben ist hier gefragt.

Lassen Sie sich nicht auf einen Kampf ein, sondern korriegieren Sie diesen Fehler immer sofort.

Herrausheben

Dieses Pferd hebt sich raus

Hier hebt sich das Pferd heraus. In einem Übergang passen die Hilfen nicht zusammen oder irgendetwas hat die Aufmerksamkeit des Pferdes erregt und schon ist die Anlehnung flöten.

In einer solchen Situation hilft nur weitertreiben und mit einer halben Parade die Anlehnung wieder einzufordern. Bloßes Ziehen am Zügel ist hier kontraproduktiv, da dann die Losgelassenheit weiter gestört wird. Je ruhiger der Reiter reagiert, desto schneller ist das Pferd auch wieder aufmerksam.

Konsequentes weiterreiten hilft bei guckigen Pferden mehr als heftige, unkontrollierte Reaktionen. Die machen dem Pferd nur noch mehr Angst. Ignorieren Sie Stellen an denen Ihr Pferd schaut einfach und stellen Sie es davor vermehrt nach innen. Oft hilft es auch mit dem Pferd zu reden oder ihm etwas vorzupfeifen.

Einrollen

Dieses Pferd ist aufgerollt

Dieses Bild ist leider immer häufiger zu sehen. das Pferd geht deutlich hinter dem Zügel und hat sich aufgerollt. Dieser Fehler entsteht, wenn zu starker Zug auf den Zügel kommt, der nicht durch entsprechende treibende Hilfen ausgeglichen wird.

Das Pferd zieht dabei nur den Hals zusammen und tritt in der folge nicht mehr über den Rücken. Die Hinterhand geht verloren und tritt nicht mehr energisch genug mit.

Abhilfe schafft auch hier nur vorwärts-abwärts Reiten und die Losgelassenheit und den Zug nach vorne wiederherzustellen. Daraus kann dann die Beizäumung neu aufgebaut werden.

Geht ein Pferd längerfristig hinter dem Zügel, kann das auch gesundheitliche Folgen haben. Das Nackenband wird überdehnt und die Schleimbeutel darunter können sich entzünden.

Falscher Knick

So sieht ein falscher Knick aus

Dieses Pferd hat einen Ausbildungsfehler, den man falschen Knick nennt. Das Pferd geht dabei zwar mit der Nase in der Senkrechten, das Genick bildet aber nicht den höchsten Punkt.

Dieser liegt weiter hinten, zwischen dem zweiten und dritten Halswirbel. In dieser Haltung gibt das Pferd den Rücken nicht her und tritt nur ungenügend von hinten mit.

Einen falschen Knick zu korrigieren ist schwierig und langwierig, da das Pferd die korrekte Anlehnung nur schwer findet. Der Weg führt auch hier über das vorwärts-abwärts Reiten und eine feine Zügelverbindung. Ganz wichtig ist dabei die Vorwärts-Tendenz, um die Hinterbeine zur Mitarbeit anzuregen und auf eine korrekte Versammlung hinzuarbeiten.

 

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@Isabel: Es ist sehr schwer Tipps zu geben, ohne das Pferd zu sehen.
Die Ursache für die fehlende Anlehnung können so vielfältig sein,
dass es sinnvoll ist, über eine gewisse Zeit mit einem Bereiter oder
Reitlehrer zusammenzuarbeiten. Am sinnvollsten Wäre meiner Meinung
nach eine Kombination aus Unterricht und Beritt. Wenn der Reitlehrer
dein Pferd ab und zu reitet, kann er dir genau sagen, wo das Problem
liegt und dir dann im Unterricht vermitteln, wie die Lösungen
aussehen.
[Franziska (www.tipps-zum-pferd.de) | 11.09.2014] Antworten

Hallo ich habe vor zwei Monaten ein Pferd aus dem Schulbetrieb
gekauft. Er ist 7 Jahre alt und sehr brav, geländesicher und
lernwillig. Der Kleine ist bisher bis E ausgebildet. Leider auch total
verritten. Er trägt den Kopf immer oben und zeigt keine Spur von
Anlehnung. Ich habe es schon mit allen Tricks und Tipps probiert, doch
nichts ha geholfen. :( Ich überlege ob ich eine Bereitein bitten
soll ihn zu reiten, doch ich würde es lieber selber hinbekommen um
das Vertrauen zu stärken Kann mir hier vielleicht jemand helfen?
Danke schon einmal im Vorraus LG
[Isabel | 11.09.2014] Antworten

@Lexie: Wenn deine Stute schön in der Anlehnung geht versuche doch
mal ihr das vorwärts abwärts unterzuschieben. Versammele Sie etwas
in der Ecke und lass sie danach an der langen Seite etwas länger. Die
meisten Pferde nehmen das abstrecken nach ein paar Wiederholungen sehr
schön an. Klappt das Abdehnen eine lange Seite lang gut, versuche es
auf den Mittelzirkel hinüberzuretten.
Wichtig ist auch, dass du dein Pferd nicht zu weit nach unten reitest
. Das Maul soll etwa 1-2 Handbreit unterhalb des Buggelenks sein. Ist
der Kopf zu tief kann der Rücken nicht mehr richtig arbeiten und es
besteht die Gefahr das sich das Pferd im Trab selber ans Kinn tritt.
Manchen Pferden wird auch schwindlig, wenn sie den Kopf zu tief
tragen. Vielleicht ist ja eines davon die Ursache, warum sich deine
Stute plötzlich so gegen das Vorwärtsabwärts reiten währt. Wir
haben auch noch einen extra Artikel zu dem Thema auf der Seite
[Franziska (www.tipps-zum-pferd.de) | 15.08.2013] Antworten

Hallo Pferdefreunde!
Ich bin das erste Mal hier und habe sogleich schon eine Frage und
hoffe sehr, dass ihr mir vielleicht bei meinem Problem weiterhelfen
könnt.
Ich habe eine Stute, die ich für einem Monat in einem Berittstall
hatte. Leider wurde sie krank und wir konnten an dem Gelernten nicht
weiter anknüpfen und mussten sozusagen wieder fast von vorn anfangen.
Jezt ist sie vollkommen genesen und wir haben mit Bodenarbeit und
Longe, sowie mit Reiten begonnen um Vertrauen und Muskeln aufzubauen.
Das V/A reiten hat die letzten 2 Wochen soweit gut geklappt, aber seit
einer Pause von 3 Tagen, die wir eingelegt haben, mag sie gar nicht
mehr V/A gehen, sie zieht mir regelrecht die Zügel aus der Hand,
indem sie ihren Kopf auf den Boden stürmisch zubewegt, dabei aber
teilweise ruhig weiterläuft und ein anderes Mal dabei wieder
schneller wird. Ich bin schon der Meinung gewesen, vielleicht zu fest
in der Hand zu sein, oder sie zu wenig abzuspielen, aber meine
Freundin meint, dass dem nicht so ist und ich ihr das nicht durchgehen
lassen dürfte. Was mir auffällt ist, dass sie eher in Anlehnung
geht, dabei ruhig kaut und schön von hinten nach vorn durchtritt,
oder aber sie wie eine eins rennt. Aber ersteres hilft mir dabei auch
nicht sie V/A zu dehnen, was ja sooo wichtig für sie ist. Also was
kann ich tun um meine Stute in V/A Dehnungshaltung zu bringen, sie
dabeizubehalten und mir nicht die Zügel aus der Hand reissen zu
lassen? Im Moment habe ich für mich beschlossen sie nur im Schritt zu
reiten, mit vielen Biegungen etc und sie mit einem Dreieckszügel zu
longieren. Vielleicht fällt euch noch etwas ein, bin um jede Hilfe
und jeden Rat dankbar.
Dazu muss ich sagen, meine Reitlehrerin ist im Moment leider
unpässlich, daher wende ich mich hoffnungsvoll an euch.
Vielen Dank für eure Hilfe!

[Lexie | 14.08.2013] Antworten

@Lammert586:
ich würde dir eine einfache wassertrense empfehlen. wenn sich dein
pferd aufs gebiss legt, gibst du ihm konsequent eine halbe parade nach
oben, damit es lernt sich selbst zu tragen. wenn es deshalb kurz über
dem zügel geht, ist das erstmal nicht schlimm. zeig ihm erstmal, das
es auf jeden fall unbequem ist sich auf den zügel zu legen. wichtig:
gib unbedingt die hand vor, wenn es mit der nase hochkommt. die
anlehnung lässt sich meiner meinnung nach auf gebogenen linien am
besten wiederfinden. wenn du ihm konsequent verbietest, sich auf die
hand zu legen und es ansonsten schffst, absolut weich in der hand zu
sein, solltet ihr das problem beseitigen können, auch und vor allem
ohne irgendein spezialgebiss.
[ak | 30.03.2013] Antworten

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Aktualisiert am: 12.08.2014