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Die Diagnose von Spat

Der Tierarzt hat mehrere Möglichkeiten, Spat zu diagnostizieren. Denn nur wenn klar ist, wo das Problem genau liegt, können Behandlung und Hufbearbeitung daraufhin ausgerichtet werden. Meist reicht eine Untersuchung alleine nicht aus, um sich ein genaues Bild der Erkrankung zu machen. Daher stellen wir Ihnen in diesem Artikel die in Frage kommenden Untersuchungsmethoden vor.

Der erste Schritt ist es immer, das Bein genau auf Schwellungen, warme Stellen und schmerzhafte Bereche zu untersuchen. Anschließend folgt eine Lahmheitsuntersuchung auf gerader und gebogener Strecke im Schritt und im Trab.

Die einfachste Methode, den Verdacht auf Spat zu erhärten ist die so genannte Spatprobe. Hierbei beugt der Tierarzt das betroffene Sprunggelenk für 1-2 Minuten soweit es geht. Danach muss das Pferd sofort auf einer möglichst geraden ebenen Strecke antraben. Geht das Pferd die ersten Tritte auf dem gebeugten Bein lahm, ist das ein deutlicher Hinweis auf Spat. Allerdings ist die Spatprobe nicht hundertprozentig sicher: Sie kann sowohl fälschlicherweise positiv ausfallen, als auch trotz Spat negativ.

Die Spatprobe

Eine Leitungsanästhesie, bei der das Bein von unten nach oben Abschnittsweise betäubt wird, kann klären, ob die Lahmheit tatsächlich aus dem Sprunggelenk kommt. Eine Betäubung einzelner Gelenke, für die der Tierarzt allerdings direkt ins Gelenk spritzen muss, gibt genaueren Aufschluss darüber, wo die Ursache liegt. Allerdings besteht hierbei immer die Gefahr das Keime ins Gelenk gelangen und eine Infektion verursachen.

Röntgenbilder können den Spat und seinen Verlauf gut darstellen. Normalerweise werden vier Bilder gemacht, zwei schräge, eins von vorne nach hinten und eins von Außen nach innen. So sind die meisten der Gelenkflächen zu erkennen. Auf den Röntgenbildern lässt sich auch feststellen, ob es sich um einem normalen oder einen osteolytischen Spat handelt. Allerdings fallen die Veränderungen am Knochen erst in einem späteren Stadium auf. Es kann also sein, das ein Pferd Spat hat, ohne das das auf den Röntgenbildern zu erkennen ist. Da die Knochenveränderungen an sich meist nicht schmerzhaft sind, können aber auch Pferde mit starkveränderten Gelenken auf dem Röntgenbild fast Beschwerdefrei laufen.

Ultraschall kann auch Hinweise auf Spat geben. Mit dieser Untersuchungsmethode lassen sich durch die Entzündung verdickte und veränderte Gelenkkapseln feststellen. Eventuell erkennt man auch einen durch die Umbauprozesse entzündeten Schleimbeutel. Die Untersuchungsmethode ist gut geeignet, da sie dem Pferd keinen Schaden zufügt.

Eine Szinthigraphie zeigt sehr gut, wo im Körper sich Entzündungen befinden. Damit eignet diese Methode sich gut, um Spat im Frühstadium festzustellen. Bei der Szinthigraphie werden dem Pferd radioaktiv markierte Moleküle gespritzt, die sich an Entzündungsherden sammeln. In mehreren Kontrollaufnahmen in bestimmten Zeitabständen lässt sich dann ablesen, wo im Pferdekörper die Probleme liegen. Allerdings ist die Untersuchung recht aufwendig und teuer, da das Pferd mehrere Tage in der Klinik bleiben muss, bis das radioaktive Material wieder ausgeschieden ist.

CT und Kernspintomographie können genau klären, welches der kleinen Gelenke betroffen ist und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Da das Pferd hierfür im Vollnarkose gelegt werden muss, lohnen die zusätzlichen Erkenntnisse selten den Aufwand und die Kosten dieser Untersuchungen.

Eine Arthroskopie, bei der der Tierarzt mit einer Kamera, die an einem Stab montiert ist, direkt ins Gelnek schaut, kann ebenfalls genaue Auskunft über den Zustand des Gelenkes geben. Dazu muss das Pferd aber in eine Klinik und in Narkose gelegt werden. Das Gelenk wird dann gespült, mit Flüssigkeit gefüllt und mit zwei dis drei Löchern versehen, durch die der Tierarzt mit den Instrumenten in das Gelenk gelangt. Allerdings kommen hier zu den OP-Risiken auch noch die hohen Kosten. Daher ist der Aufwand zu rein diagnostischen Zwecken selten gerechtfertigt.

Steht nach diesen Untersuchungen fest, was dem Pferd genau fehlt, kann die Behandlung beginnen.

Mehr zum Thema Spat lesen Sie unter: Pferdekrankheiten: Spat

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Aktualisiert am: 09.05.2011

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